Die Sache mit den Fridays for Future

Von Nicolas Blaue, Juni 2019

Erstmals im September 2018 ist die Bewegung Fridays for Future in Deutschland angelaufen und seitdem ist sie stetig gewachsen. Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg streiken die Schüler jeden Freitag und besuchen die örtliche Protestaktion unter dem Motto Gemeinsam gegen die Klimakrise. Allein in den letzten Wochen haben deutschlandweit mehrere tausend Schüler an den Demonstrationen teilgenommen, darunter auch viele Waldorfschüler. Was lässt sich von dieser Bewegung als gesellschaftliches Phänomen lernen?

»Stadtverwaldung«, Joseph Beuys, documenta 7, Kassel, erste gepflanzte Eiche vor dem Museum Fridericianum bei Nacht. Foto: Malte Ruhnke/wikicommons, Quelle: kasselgalerie.de.

Die gegenwärtige Stärke der Bewegung zeigt, dass die Jugend ein gemeinsames Ideal gefunden hat, für das sie sich einsetzen will. Der Schutz der Umwelt ist ein universelles Anliegen, um das sich wortwörtlich nachhaltig gekümmert werden muss. Dass sich Jugendliche dafür zusammentun und gemeinsam eine Zukunft gestalten wollen, in der zukünftige Generationen gut leben können, ist eine außerordentlich positive Entwicklung. Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung, wie enttäuscht junge Menschen von der aktuellen Politik sind. Aus diesem Grund strebt die Bewegung an, durch freitägliches Boykottieren der Schule und durch Demonstrationen in den Innenstädten die Politiker dazu zu bewegen, sich für Klimaschutz und besonders für den Kohleausstieg einzusetzen.

Wie läuft ein solcher Freitag in unserer Abitur-Stufe ab? Man fährt morgens mit dem Auto für zwei Stunden Unterricht zur Schule. Man schnappt sich die Weltkarte im Klassenraum und schreibt groß mit schwarzem Permanentschreiber darauf: Rettet die Erde! Anschließend fährt man mit dem Auto (weder Hybrid noch Elektro) in die Innenstadt, geht auf die Demo, schließt sich der skandierenden Menge an, brüllt gruppendynamisch aktiviert herum, hält die Weltkarte in die Höhe und macht anschließend ein Feel-Good-Foto für die Lokalzeitung. Danach fährt man mit dem Auto wieder zurück zur Schule für eine knappe Stunde Unterricht. Und ähnlich machen es Tausende von anderen Schülern.

Die Absurdität dieses Handelns lässt tief in gesellschaftliche Widersprüche blicken. Die Regierung wird wegen ein paar demonstrierenden Schülern ihren Kurs nicht ändern, vor allem aus wirtschafts- und finanzpolitischen Interessen. Trotzdem glauben die Demonstranten, »die da oben werden es schon richten«, wenn sie nur laut genug sind. Ein allgemeines Bewusstsein zum Umgang mit der Umwelt besteht schon seit geraumer Zeit, nur folgt daraus kaum eine echte Handlung, die nur Verzicht bedeuten kann.

Schon Kant unterschied die Freiheit wovon und die Freiheit wozu. Auf individueller Ebene gibt es nur den Verzicht, um die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Konsequent weitergedacht erscheint hier der Mensch als ein generelles Übel, das man am besten ganz eleminiert. Im Gegensatz dazu wird nur wenig für die Umwelt gehandelt. Stattdessen wird viel Energie hineingesteckt, der Regierung zu zeigen, dass sie stellvertretend für die Bevölkerung sich um die Umwelt zu kümmern hat. Man tut es ja für einen guten Zweck und hat danach sein Gewissen beruhigt. Nicht zuletzt ist das Einswerden mit der Masse besonders für Jugendliche ein berauschendes Gefühl. Doch es zeigt auch, wie handlungsunfähig die Gesellschaft als Ganzes in solch einer Situation ist. Es paart sich ungeheure Naivität mit Illusion.

Eine Bewegung, die aus einem echten Bedürfnis heraus parteilos agiert und der Politik die »schwarze Karte« zeigt, ist ohne Zweifel eine mutige und respektable Bewegung! Dann aber von den Politikern wiederum zu erwarten, es besser zu machen, ist ein logischer Denkfehler, denn dann gibt man die Verantwortung schon wieder ab.

Der unmündige Bürger

Unsere Vorstellung von Staat und Politik stammt noch aus den Zeiten der Aufklärung, namentlich von Thomas Hobbes und seinem Werk Leviathan. Um die Bürger vor einem anarchistischen Chaos zu schützen und ihnen Sicherheit zu garantieren, müsse der Staat herrschen können und Ordnung schaffen. Der Staat müsse die Bürger auch vor sich selbst schützen, denn letztlich sei der Naturzustand des Menschen Krieg. Wir haben zwar heute keine königliche Autorität mehr und leben in einer parlamentarischen Demokratie, wir lehnen den Gedanken einer einzigen herrschenden Autorität in persona zwar ab, doch nur um wieder in Form eines mehrköpfigen Staatsapparates beherrscht zu werden. Der Staat ist auf unseren eigenen Wunsch hin sogar dazu verpflichtet. So hat der Leviathan lediglich seine Gestalt verändert, nämlich zu der einer Hydra. Bei Hobbes stimmen alle Bürger in einem Gesellschaftsvertrag überein und legitimieren damit den Herrscher. Den Vertrag nicht akzeptierende Minderheiten müssen sich logischerweise anpassen oder, laut Hobbes, ausgelöscht werden.

Die Schüler gehen davon aus, alle Gesetze seien im Großen und Ganzen im Sinne der Bürger verfasst worden, wobei nur wenig hinterfragt wird, ob die Politik und die Gesetze auch wirklich immer dem Menschen und seinen Interessen dienlich sind und nicht nur einigen Wenigen. Die Aufgabe des Hinterfragens wird den Politikern überlassen, der Bürger traut sich zumeist nicht. Gesellschaftlich ist es nicht gerne gesehen, als Laie zu viel zu hinterfragen – allerdings behindert dieser Umstand tatsächliche Demokratie. Im Sinne dieser sozialen Ordnung verzichten wir auch auf diese oder jene Freiheit. Der Staat wird schon für Ordnung sorgen und sich um die Anliegen der Bürger kümmern, damit sie den Gesellschaftsvertrag weiterhin durch ihren regelmäßigen Gang zur Wahlurne legitimieren. Im Grunde lassen wir uns beherrschen, weil eine Angst vor dem Chaos ohne Staat herrscht und weil geglaubt wird, die Politik würde schon die Interessen der Bürger vertreten. Die Verantwortung für einen selbst und die Umwelt wird abgetreten, weil man glaubt, dass das Volk nicht ohne Herrscher auskommt und weil die eigenen Interessen irgendwo schon durchgesetzt würden. Und wenn nicht, dann macht man so viel Radau, dass sie irgendwann vielleicht in Teilen umgesetzt werden. Am Ende läuft es aber immer auf den unmündigen Bürger hinaus, der nichts selber macht, weil er wie das Schoßhündchen erst zum Herrscher läuft.

Spaß-Demo – nichts weiter

Es kann gar nicht deutlich genug gesagt werden: Mit dieser internalisierten Vorstellung vom Staat als fürsorglichem Über-Vater gibt der Bürger willentlich seine Verantwortung ab. Denn der Gang zur Demo läuft nun einmal darauf hinaus, dass ausschließlich darauf gewartet wird, dass die Regierung etwas ändert. Das Volk glaubt, viel mehr könne nicht getan werden. Es muss klar gesagt werden: Eine Demonstration dieser Art ist keine Protestaktion gegen Staat, sondern ein Spaß-Event! Es ist ein Betteln, weil das Volk sich selbst nicht zu helfen weiß und sich ewiglich in den Bahnen der vorgeschriebenen Regeln bewegt, weil es den Deutungsrahmen des vorgegebenen Denk-Raumes nicht verlässt, da es sich dessen erst gar nicht bewusst wird. Ob diese Demonstrationen auch nur halb so viele Teilnehmer hätten, wenn sie nicht auf einen Schultag gelegt worden wären?

Ziel der Waldorfpädagogik ist es, den freien und selbstbestimmten Menschen herauszubilden. Der Ort, an dem diese Freiheit gebildet werden kann, ist das Denken, das heißt die genaue Beobachtung und Erforschung der eigenen Denkstrukturen: Was ist Demokratie?, Was ist ein selbstbestimmter Mensch?, Habe ich in irgendeiner Weise Kontrolle darüber, was die Politik macht? Und: Weiß ich wirklich, was in der momentanen Politik vor sich geht und wodurch sie bestimmt wird?

Fragen, deren Denk-Ergebnisse sich zu beobachten lohnen!

Wenn tatsächlich die Umwelt geschützt werden soll, dann müssen Projekte gesucht werden, wie zum Beispiel das 7000-Eichen-Projekt von Joseph Beuys, die sich direkt auswirken – und zwar ohne den Umweg über den Staat. Dass genügend Kraft dafür vorhanden ist, beweist Fridays for Future. Nur müssen diese Energien für etwas Wahres gebündelt werden. Ganz nebenbei wäre dies ein viel stärkeres Zeichen an unsere deutsche Regierung, denn es würde zeigen, dass nicht mehr auf den Staat gewartet wird. Und wer doch tatsächlich für die Umwelt demonstrieren will, könnte sich ja einmal heimlich über den Zaun des Kanzleramtes wagen und die Rollrasenflächen mit heimischen Baumarten bepflanzen oder im Vorgarten des Ministeriums von Peter Altmaier Bienenweide säen.

Zum Autor: Nicolas Blaue ist Abiturient an der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund.

Kommentare

Chiara , 09.06.19 10:06

...stimme dem Gesagten zu!!!!ich wünsche mir,dass jeder Einzelne handelt,statt rumzurennen und zu schreien...wir sind laut...Also DANK für Ihren Artikel!!!

Benedikt Rohr, Bingen, 10.06.19 15:06

Hi Nicolas,
Dein Artikel mag auf einige Demonstranten zutreffen und es ist wichtig den Finger in die Wunde zu legen, um auch diesen Leuten Gründe und Wege zum aktiven Handeln zu zeigen. Dennoch sind deine Generalisierungen schockierend. Du charakteristierst die Demonstranten als unmündige, naive und faule Bürger, die nicht aktiv handeln, außer nach dem Staate zu schreien wie ein Baby zu seiner Mutter, auf die es angewiesen ist. Sehr viele Fridays For Future Beteiligten fahren bewusst kein Auto, reisen mit Zug statt Flugzeug und viele leben vegetarisch oder vegan.
Trotzdem sind wir auf den Staat angewiesen. Um die schlimmen Folgen des Klimawandel, die unsere Existenzgrundlage betreffen, zu minimieren, muss institutionell gehandelt werden! Es ist nicht zeitgemäß, dass Zugfahrten teurer sind als Flüge. Genauso wollen wir uns nicht an der Regenwaldabholzung beteiligen. Billigfleisch im Supermarkt setzt z.B. keine guten Anreize. Der Bürger muss seine Gewohnheiten ändern, damit wir den Klimawandel aufhalten können. Die Politik kann helfen Anreize zu setzen, wie eine Kerosinsteuer oder Co2-Steuer. Die Verantwortung sich als Gesellschaft schnell zu wandeln, in manchen Bereichen auf etwas zu verzichten, kann nicht dem individuellen Bürger in einer nicht klimafreundlichen Umwelt (Kohlekraftwerke, Billigflüge, Konsumwerbung, rücksichtslose Wirtschaftspolitik) allein zugeschrieben werden. Da wir bis 2050 Co2-neutral leben müssen, braucht es schnelle Lösungen, der Staat hat die Pflicht zu helfen, schließlich geht es um Ernährungssicherhheit, Katastrophen, Klimaflüchtlinge..
Warum werden politische Ziele wie der Kohleausstieg nicht eingehalten? Was für Prioritäten setzten die Politiker? Wie kann es dass wissenschaftliche Erkenntnisse der Klimaforscher nicht ernstgenommen werden? Das sind Fragen, die mündige Bürger stellen und das lautstark, damit jeder von der Problematik mitbekommt. Es ist Zeit, dass wir alle handeln und nicht nur einige `Ökos`. Wir in Bingen haben an einem Samstag 2000 klimafreundliche Bäume gepflanzt in Zusammenarbeit mit den Förstern. Diese haben nun Waldklimabotschafterinnen ausgebildet, die an Schulen aufklären.
Die Bewegung arbeitet generell sehr engagiert mit Wissenschaftlern zusammen, um konkrete Forderungen und Vorschläge zu benennen!

Aus welchen Gründen erlaubst du dir, über die motivierten Demonstranten zu urteilen? Du scheinst selbst noch Schüler zu sein. Ist dein Erfahrungsschatz von FFF-Demonstranten so gewaltig, dass du über diese sichere Aussagen machen kannst und das öffentlich? Es sollte immer darauf geachtet werden Vorurteile zu vermeiden, diese treten sehr schleichend auf.

Marion Koffend, 10.06.19 21:06

Nun im Prinzip muss ich Ihnen Recht geben (dem Autor) aber stellen Sie sich mal vor, die Schüler gehen zur Anti-Ramstein-Friedensdemonstration nach Kaiserslautern (was wohl einige Gruppen vor haben). Und die Medien berichten jetzt plötzlich nicht mehr, wie noch vor der CO2 Steuer Kampagne über FfF? Dann gehen die Schüler 5 Tage die Woche nicht mehr in die Schule. Na das wäre doch mal ein Anfang ;-)

Michael Jöde, Hamburg, 10.06.19 22:06

Sehr geehrte Herr Blaue!

Es macht mich fassungslos, dass Ihr Artikel in der Erziehungskunst veröffentlicht wurde – spricht er doch für ein anachronistisches Demokratieverständnis und zeigt, dass es offenbar an einigen Waldorfschulen mit Demokratieerziehung im Sinne einer erlernten SchülerInnenpartizipation nicht weit her ist.
In ihrem Artikel schreiben Sie sinngemäß, dass die Erwartungen der jugendlichen Teilnehmer der freitäglichen Demos an die Regierung naiv seien und damit eigene Verantwortung wegdelegiert werden würde. Damit unterschätzen Sie deutlich die Intelligenz ihrer eigenen Generation! Es geht nicht um eine simplifizierende „Die da oben“ – „Wir da unten“-Logik, aus der dann „unrealistische Erwartungen“ abgeleitet würden. Meiner Meinung nach ist eine staatliche Strukturen und Organe verunglimpfende Haltung, wie Sie sie in ihrem Artikel in der Erziehungskunst einnehmen, schon deshalb hoch problematisch, weil sie das Vertrauen in die Demokratie untergräbt und demokratiefeindliche Strömungen in der Gesellschaft befördert.
Die SchülerInnenproteste haben wesentlich zu einer veränderten Themensetzung in der Politik beigetragen, womit sich der Wille weiter Bevölkerungsteile in politisches Handeln umwandelt. Das ist ein Zeichen für eine funktionierende Demokratie.
Ihre Argumentation hinsichtlich des angeblich heute vorherrschenden Verständnisses von Staat und Politik ist dabei völlig abwegig. Dass wir in einer funktionierenden Demokratie leben, in der die Staatsgewalt gemäß dem Grundgesetz vom Volk ausgeht, haben die aktuellen Europawahlen gezeigt: gerade über den öffentlichen Diskurs und die Artikulation von Interessen, wie es die „Fridays for Future“- Demos vormachen! Auf dieser Grundlage erkennen einige politische Parteien endlich den Umweltschutz als Thema, auch wenn der bisher bei ihnen kaum eine Rolle gespielt hat.
Auch an anderer Stelle bricht sich ihr offenbar mangelndes Vertrauen in Demokratie Bahn. Sie reden von „unmündigen Bürgern“ aber das geht glatt an der Realität vorbei, denn eine noch vor kurzem politisch für desinteressiert vermutete Generation zeigt heute deutlich, dass sie bereit und willens ist, ihre Zukunft mitzugestalten und gegen Missstände zu protestieren. Dieser Generation die Ernsthaftigkeit aufgrund mangelnder Konsequenz (An- und Abreise zu Demos per PKW) abzusprechen, ist unangemessen, denn es geht um den Willen zur Mitgestaltung und nicht um eine „Zugangsberechtigung“ zur Demo aufgrund von 100%ig umweltverträglichen Verhaltens.
Mit ihrer Einschätzung der Demos als Spaß-Event argumentieren Sie an aktuellen wissenschaftlichen Studien vorbei, die eindeutig belegen, dass jüngere Generationen aus ganz unterschiedlichen Motivationslagen heraus ein deutlich anderes Konsumverhalten an den Tag legen als ihre Elterngeneration: Eigentum spielt eine untergeordnete Rolle, umweltbewusstes Verhalten gilt bei Teilen der Jugend als hip, Carsharing boomt weil junge Erwachsene kein eigenes Auto mehr wollen, sondern weil sie bereit sind zum Teilen und weniger Wert auf Eigentum legen, welches die Klimabilanz ruiniert. Teilen ist angesagt!
Ihre Forderung, Energie statt in Demos für etwas „Wahres“ zu bündeln entspricht da einem in Teilen der Waldorf-Szene leider verbreiteten Anspruch, die „Wahrheit“ und damit die Interpretationshoheit gepachtet zu haben.
An der Waldorfschule meiner Kinder erlebe ich erfreulicherweise, dass dem Willen der SchülerInnen, an dieser „Fridays for Future“-Bewegung teilzunehmen und sich inhaltlich mit dem Thema Klima- und Umweltschutz zu beschäftigten, Rechnung getragen wird. Die Initiative der SchülerInnen wurde aufgegriffen und inhaltlich in Form von Projekttagen weiterentwickelt. Damit steht die Schulgemeinschaft nicht mehr passiv am Rand, sondern ist Teil einer gesellschaftlichen Bewegung, die ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten aktiv nutzt.
In diesem Sinne kann ich nur alle Jugendlichen auffordern, auf die Straße zu gehen und die Gesellschaft von morgen mitzugestalten.


Michael Jöde
(ehem. Waldorfschüler, Schulvater an der Waldorfschule Nienstedten und Lehrer für Politik und Musik in Hamburg)

Karin Daim, Köln, 11.06.19 10:06

Bravo! Ins Schwarze getroffen!

Karin Daim, Köln, 11.06.19 11:06

Ich meinte damit nicht Herrn Jöde, sondern den Autor!

Marianne , 11.06.19 12:06

Vielen Dank Herr Blaue für Ihren Artikel. Ich stimme Ihnen zu.
Lediglich auf Demonstrationen zu gehen und die Schule zu schwänzen, ist nicht die Lösung. Das eigene Handeln muss überdacht und geändert werden. Wenn du die Welt ändern willst, dann fange bei dir selbst an! Vielleicht ist machem Schüler nicht bewusst, dass er selbst eine Umweltbelastung ist, das er mit jedem Atemzug CO2 ausatmet. Da es mehr Menschen als Rinder auf der Welt gibt, sollte eine CO2-Belastung nicht den Tieren in die Schuhe geschoben werden. Auch eine "vorbildliche" vegetarische und vegane Ernährung hat ein schnelles Ende, wenn aus Mangel an CO2 das Pflanzenwachstum ins Stocken gerät. Ich denke es ist auch den vorausgehenden Kommentarschreibern bekannt, dass Pflanzen CO2 benötigen, um Photosynthese zu betreiben. Als weiteren Punkt gebe ich zu bedenken, dass Deutschland alleine nicht das Weltklima retten kann, dazu ist Deutschland schlicht zu klein und unbedeutend. Die Erdgeschichte zeigt, dass es immer Klimaänderungen gab, Warmzeiten und Kaltzeiten. Und ich frage mich, wie das sein kann, wenn doch der Mensch und sein Verhalten alleine schuld an der jetzigen Klimaänderung sein soll? 1970 wurde noch vor einer Kaltzeit gewarnt und heute soll es plötzlich eine Warmzeit sein? Es gibt noch viele weitere Faktoren, die bei dieser ganzen Diskussion um die Klimaerwärmung nicht stimmig sind, und eine Menge Fragen, die nicht beantwortet werden. Wie wirken sich z. B. die Chemtrails - oder wie es offiziell in der Regierungssprache heißt: Geo-engeneering - auf das Klima aus. Wie wirken sich die Haarp-Anlagen auf das Klima aus, denn ohne Auswirkung sind die Strahlungen in die Ionosphäre sicherlich nicht. Aber derartige Dinge sind Geheimsache und haben somit ein "Gschmäckle". Eine kritische Hinterfragung solcher medial aufgeputschter Aktionen ist sinnvoll und wichtig. Deshalb Augen auf und Trau schau wem.

Maja Gremeli, 11.06.19 16:06

Lieber Herr Blaue,
Ich finde denen Artikel sehr gelungen, es ist mutig, dass sich ein junger Mensch gegen den Strom stellt und nicht zwanghaft mitmacht, was die Masse im blinden Wahnsinn treibt, denn solchen Eindruck gewinnt man teilweise auf Freitagsdemos. Manche Schüler wussten nicht einmal, wofür sie gerade da sind. Sie gingen dorthin, weil alle das machen und weil es gerade als cool gilt. Dle Verantwortung im eingenen Handeln, ein verschärftes Bewusstsein und achtsamer Umgang mit unserer Umwelt ist heute wesentlich notwendiger als das Herumbrüllen auf den Demos.

Michael Jöde, 11.06.19 18:06

Es geht nicht um Trends o.ä., es geht um Mitgestaltung und Partizipation und die Waldorfschulen werden bei so einer Haltung mal wieder zum Zaungast. Das ist traurig. Mit der Haltung verschläft man jede Entwicklung. SchülerInnen Engagement vorzuwerfen aufgrund von angeblicher Ineffizienz finde ich unpassend.
Was aber noch viel schlimmer ist, ist das fehlende Vertrauen in demokratisch legitimierte Institutionen, der aus dem Artikel spricht. Diese Haltung untergräbt Demokratie.

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