Für eine soziale und lebenswerte Zukunft jetzt!

Von Alexander Gerber, Februar 2018

Kongress Soziale Zukunft stellt Forderungen an die neue Bundesregierung.

Die Bundestagswahl ist gelaufen und stellt Deutschland vor große Herausforderungen.

Themen, die unsere Zukunft sichern – Bildung, Ökologie und die Probleme unseres Wirtschaftssystems – spielten im Wahlkampf kaum eine Rolle. Doch von einem freien, Chancengleichheit garantierenden Bildungssystem entfernen wir uns mehr und mehr. Beim Klima, der Artenvielfalt und der Stickstoffbelastung von Böden und Gewässern haben wir die planetaren Belastungsgrenzen bereits überschritten. Unser Wirtschaftssystem ist immer noch auf Wachstum in einer endlichen Welt ausgerichtet und führt zu einer extremen Konzentration von Kapital und Ressourcen in den Händen Weniger. Die Weltgemeinschaft hat diese Situation klar vor Augen. Die siebzehn Nachhaltigkeitsziele der UN benennen, was wir in den nächsten Jahren erreichen müssen. Aber Politik und Gesellschaft kommen damit kaum voran. Konzepte für eine nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft entwickeln – das war daher zentrales Thema des Kongresses »Soziale Zukunft«. Die dort aufgekommenen Impulse wurden nun durch die veranstaltenden Organisationen und Unternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Medizin, Kunst, Bildung und Inklusion in einem Aufruf konkretisiert. Diesen sollen alle Bundestagsabgeordneten zugesendet bekommen. Nach der Unterschriftenaktion, an der sich alle – Einzelpersonen und Unternehmen – bis Ende Februar beteiligen können, soll der Aufruf dem Bundeskanzleramt übergeben werden.

Der Aufruf enthält folgende Vorschläge für gezielte und wirkungsvolle Reformen:

• Kapital und Ressourcenverbrauch besteuern und Arbeitseinkommen entlasten

• Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und Stärkung sozialer Absicherung

• Ausnahmslose Abgabe auf CO2-Ausstoß

• Konsequente Abgabe auf Spritz-und Düngemittel sowie Eiweißfuttermittelimporte

• Sicherung der freien Wahl und gleichberechtigte Finanzierung aller Bildungseinrichtungen durch Bildungsgutscheine

• Bürger und Patienten ermöglichen, zu Mitgestaltern im Gesundheitswesen zu werden

• Aufbau einer assoziativen Ökonomie für einen fairen globalen Leistungsaustausch und ein inklusives, sinnerfülltes Leben.

Mit dem Aufruf wollen wir aber auch zum eigenen Handeln anregen. Denn viele der darin angesprochenen Lösungen setzen wir mit Waldorfschulen, anthroposophischen Krankenhäusern und heilpädagogischen Einrichtungen oder in der biodynamischen Land- und Ernährungswirtschaft bereits um. Gleichzeitig haben auch wir dabei noch Luft nach oben: Waldorfpädagogik modernisieren, als Organisationen nachhaltiger werden, ein junges Verständnis der Anthroposophie entwickeln oder assoziativ Wirtschaften. Wir wollen künftig die Themen des Aufrufs vertiefen und dazu vor allem junge Menschen in den Prozess einbeziehen.

Dr. Alexander Gerber ist Vorstandssprecher des Demeter e.V. und Mitglied der Redaktionsgruppe des Aufrufs.

https://weact.campact.de/petitions/soziale-zukunft-jetzt-aufruf-zur-transformation-von-wirtschaft-und-gesellschaft

www.sozialezukunft.de

www.bmz.de/sdg

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