Jugendbuch

Wer entscheidet über den freien Willen?

Von  Ute Hallaschka, November 2012

Sie heißen nach einem Wochentag: Chess und ihre Brüder Box und Splinter, sind die Bad Tuesdays. Die Kinder tauchten an einem Dienstag im Waisenhaus auf, ohne jede Spur von persönlicher Identität. Auch ihre Vornamen sind gegenständlich, wie beliebige Welt-Ausschnitte. Mit dieser minimalistischen Herkunftsgeschichte startet die Handlung der Jugendbuchreihe von Benjamin J. Myers: »The Bad Tuesdays«, im Verlag Freies Geistesleben. Eine Fantasy-Erzählung besonderer Art. Was den Leser von der ersten Seite an packt und mitnimmt ist die überschäumende Phantasie des Autors. Sie schlägt Kapriolen, die unablässig für Überraschung sorgen, gleichzeitig ist jedoch ein stiller, stetiger Unterstrom eingeschrieben. Eigentlich spielt das Ganze wie ein Mysteriendrama... [mehr]

Jugendbuch, Kinderbuch

Ein Buchkatalog voll schöner Anregungen

Von  Jens Göken, November 2012

»Ausgewählte Kinder- und Jugendbücher« hat die Buchhandlung Engel & Co in Stuttgart zu einem Katalog zusammengestellt, der viel mehr ist als nur ein beliebiger Verkaufskatalog. Denn wenn wir uns die üblichen Verlagskataloge nicht-anthroposophischer Verlage besorgen, müssen wir uns die wertvollen Bücher unter Haufen von Schund heraussuchen, und wenn im allgemeinen Buchhandel einmal Kinder- und Jugendbücher aus mehreren Verlagen zusammengestellt werden, geschieht dies zumeist auch unter vornehmlich ökonomischen Gesichtspunkten, selbst wenn sie angeblich pädagogisch motiviert sind. Insofern ist diese Publikation, die jetzt nach vielen Jahren in 5. Auflage erschienen und auf den neusten Stand gebracht worden ist, etwas Einzigartiges: Denn hier haben... [mehr]

Jugendbuch

Nahtod für Jugendliche

Von  Maike Horstmann, November 2012

Die Geschichte des kanadischen Jugendbuchautors Richard Scrimger ist spannend. Ein 14-Jähriger, nicht der wohlangepasste Nachbarsjunge, sondern ein jugendlicher Krimineller, wird auf einer stark befahrenen Straße angefahren. Unter dem Auto liegend sieht er aufgeregte Menschen und wundert sich – er liegt bereits im Koma. Er erlebt sich und weiß nicht, ob er tot oder lebendig ist, wird in ein Hotel gebracht, das von außerordentlich schrägen Typen bewohnt ist. Grabläufer, Klagende und Schlächter finden sich dort zusammen, um Jim auf einem Stück seines Weges zu begleiten. Auch Marcie gehört dazu. Durch sie erfährt er, dass diese neuen Erlebnisse ihm eine riesige Chance geben – die Chance, sein Leben zu ändern, falls er jemals... [mehr]

Jugendbuch

Leben angesichts des Todes

Von  Ulrike Schmoller, November 2012

Sam zieht es nach oben in den Himmel. Sein größter Wunsch, in einem Luftschiff zu fahren, geht tatsächlich in Erfüllung. In einer sternklaren Nacht steigt er noch einmal in den Apfelbaum, und dort fühlt er sich, als ob er wirklich auf dem Mond wäre. Gleichzeitig will er aber auch noch all die ganz irdischen Dinge ausprobieren, die Jugendliche so tun: rauchen, trinken, küssen und auf einer Rolltreppe in die falsche Richtung laufen. Gemeinsam mit seinem Freund Felix hakt Sam alle Punkte seiner Wunschliste ab, ein Wettlauf gegen die Zeit, denn beide sind todkrank. Sie machen sich viele Gedanken über das Sterben und was danach kommt und fragen sich, warum Gott Kinder sterben lässt. Wie ist das mit den Nahtoderfahrungen und wie... [mehr]

Jugendbuch

Ein Geschenk für das ganze Leben

Von  Bert Verschoor, Juni 2012

Ein seltenes, außergewöhnliches Buch: Ein Roman, der nicht nur die großen Themen der Anthroposophie berührt, sondern der auch (nicht nur!) für jüngere Menschen geschrieben ist. Der siebzehnjährige Georg unterscheidet sich von seinen Altersgenossen durch einen tiefen Idealismus – und sehnt sich nach einem Mädchen, das ihn deswegen nicht auslacht. Als er vor einer Diskothek ein bedrängtes Mädchen verteidigt, entsteht daraus zu seiner Überraschung eine intensive Freundschaft, die den stillen Georg mit Hoffnung erfüllt. Eine Schicksalsbegegnung. In der Folge entwickelt sich der Roman, der einige sehr dramatische Wendungen hat, in einer Weise, dass keines der großen Lebensthemen des modernen Menschen unbesprochen bleibt. Durch seinen Lehrer – einen Menschen, in dem die... [mehr]

Jugendbuch

Schicksal um die »Weiße Rose«

Von  Johannes Roth, Juni 2012

Das Schicksal der christlichen Widerstandsgruppe »Die weiße Rose« und ihre Wirkung bis in die Gegenwart hinein steht exemplarisch für die Möglichkeit, dass aus Verlust Gewinn wird. Wer sich für das Schicksalsnetz um die bekannten Menschen herum interessiert, erhält durch die kürzlich erschienene Darstellung des norwegischen Kulturhistorikers Peter Normann Waage über Traute Lafrenz wertvolle Einblicke. Traute Lafrenz war seit 1941 mit Hans Scholl bekannt (und zeitweilig liiert) und spielte eine wichtige Rolle bei den Münchner Lese- und Gesprächsabenden, die den Nährboden für die Aktionen bildeten. Der Autor würdigt das Engagement und die Urteilssicherheit von Lafrenz und weist insbesondere den großen Einfluss einer ihrer Lehrerinnen, der... [mehr]

Jugendbuch

Dem Rassismus zum Trotz

Von  Michaela Frölich, Januar 2012

Schon der erste Satz elektrisiert und zieht den Leser in die Lebensgeschichte von May Chinn, der ersten farbigen Ärztin in New York (1896-1980). Der biographische Roman schildert, wie sie, eine talentierte Klavierspielerin, das Musikstudium abbrechen muss, weil ihr ein rassistischer Professor die Chance auf eine große Karriere verbaut. Als sie den berühmten Sänger Paul Robeson bei seinen Konzerten begleitet, erhält sie Anerkennung und einen Studienplatz der Medizin. Auch hier trifft sie auf heftigen Widerstand, denn in den 1920er Jahren ist es schwer, sich als Farbige in New York zu behaupten. Nur die innere Kraft, die ihr auch in schlimmsten Krisenzeiten zufließt, ermöglicht es ihr, unterstützt von ihrer Mutter, allen Schicksalsschlägen zum Trotz... [mehr]

Jugendbuch

Benjamin Franklin: ein Leben nach Maxime

Von  Bernhard Mrohs, November 2011

Er war Diplomat, Verleger, Erfinder, Naturwissenschaftler, gründete die erste freiwillige Feuerwehr und eine Bürgermiliz. Benjamin Franklin, aus einfachen Verhältnissen stammend, ohne abgeschlossene Schulbildung, hat sich aus eigener Kraft und mit eiserner Disziplin emporgearbeitet und eine umfassende Bildung angeeignet. Seine bereits in jungen Jahren niedergeschriebene Lebensplanung, in der er sich Rechtschaffenheit, Fleiß und moralisches Handeln auferlegte, war sein Leitfaden, an den er sich zeitlebens hielt. Sein politisches Wirken und sein Kampf gegen die Sklaverei schrieb amerikanische Geschichte. Als Bürger zweier Welten – oft pendelte er vermittelnd zwischen Amerika und Europa –, kann er als Brückenbauer für eine freiheitliche Ordnung gelten.... [mehr]

Jugendbuch

Der Gerechte von Bordeaux

Von  Bernhard Mrohs, Oktober 2011

Wir kennen Oskar Schindler und auch John Rabe, zumindest seit es die bewegenden Kinofilme über diese beiden Persönlichkeiten gibt. Manche wissen, wer Raoul Wallenberg war. Wenige haben von Chiune Sugihara gehört oder von Aristides de Sousa Mendes. Sie alle haben mit ihrem Mut und ihrem Moralempfinden tausenden Menschen geholfen, dem Nazi-Terror und dem sicheren Tod zu entkommen. Aus einer wohlhabenden portugiesischen Aristokraten-Familie stammend, entschied sich Aristides de Sousa Mendes nach dem Jura-Studium für den diplomatischen Dienst. Über viele Zwischenstationen in Asien, Afrika und Amerika trat er 1938 seinen Dienst als Generalkonsul in Bordeaux an. Nach dem Kriegsausbruch und der darauffolgenden Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht, kamen viele Flüchtlinge in den freien... [mehr]

Jugendbuch

Der Fuhrmann des Todes

Von  Maja Rehbein, Juli 2011

Dieses Buch besteht aus lauter Höhepunkten: Selma Lagerlöfs Erzählung »Der Fuhrmann des Todes«, Gerald Frieses Drama »Der Fuhrmann« sowie drei Geschichten aus »Todes­legenden der Bretagne« von Anatol Le Braz. Rita Süßmuth und Lothar Peinemann haben Einleitungen verfasst, Pim van Lommel ein Nachwort. Die Zusammenstellung der Texte öffnet neue Türen zum Verständnis. Zum einen wird die lange, tiefgründige Erzählung Lagerlöfs von 1912, mit der sie ihrer Zeit weit voraus war, neu zugänglich gemacht. Frieses Theaterstück transponiert den Inhalt in heutige Sprache, reduziert und verändert ihn, wobei er sich trotzdem eng an die Vorlage hält. Ein Schuss Humor ist hinzugefügt. Die bretonischen Legenden schließlich, die Ende des 19. Jahr­hunderts gesammelt... [mehr]

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