Editorial

Jetzt könnt ihr was erleben ...

Von  Mathias Maurer, September 2010

Liebe Leserin, lieber Leser, Lotte, vier Jahre, wälzt sich auf dem Boden und kreischt. Markus, acht Jahre, hängt auf dem Sofa herum: »Mir ist so langweilig«. Die Zwillinge Eva und Julian, dreizehn Jahre, kommen nach Hause und müssen erstmal chatten: »Wie war’s in der Schule?«. »Na ja, wie immer«. Unsere Alternativangebote – »Komm, back mit mir Pfannkuchen«, »Hast du dein Fahrrad geflickt? Ich habe schon das Werkzeug parat«, »Wolltet ihr nicht erst euer tolles Referat vorbereiten?« – ziehen nicht. Schon gar nicht der gemeinsame Wandersonntag mit frühem Aufstehen. Was fehlt? – (Noch) mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit? Bessere Angebote? ... Wir halten durch und nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei: Lotte ist in der Puppenstube in ihr Spiel... [mehr]

Der verlorene Übergang. Erlebnispädagogik gestaltet den Eintritt ins Jugendalter

Von  Michael Birnthaler, September 2010

Seit Jahrtausenden wird der Übergang von der Kindheit zur Jugend mit Hilfe von starken Riten vollzogen. Diese uralte Tradition wurde im »Prozess der Zivilisation« (Norbert Elias) und mit dem Heraufkommen der aufklärerischen Postmoderne jäh abgebrochen. Der Bruch beginnt in neuester Zeit nun dramatische Auswirkungen zu zeigen. Der Erziehungswissenschaftler und Erlebnispädagoge Michael Birnthaler beschreibt, wie die Übergänge neu gestaltet werden können. [mehr]

Erlebnispädagogik = erlebte Pädagogik?

Von  Dietrich Esterl, September 2010

Jahrhunderte lang hat man behauptet, wir lernten nicht für die Schule, sondern für das Leben. In Wirklichkeit war Schule für die Mehrzahl der Kinder Drill und Paukerei und weckte Angst und Langeweile. Die Reformpädagogik des vergangenen Jahrhunderts hat versucht, die Schule für das Leben zu öffnen, um vertiefte Erfahrungen, spannendere Erlebnisse, interessanteres Lernen zu bieten. Wo steht Schule heute und kann auch ihr Alltag erlebnisgesättigt sein? [mehr]

Event oder Ereignis. Ein Kommentar

Von  Markus von Schwanenflügel, September 2010

Ich gebe zu: Das wachsende Angebot erlebnispädagogischer Projekte und Serviceleistungen –besonders das für Schüler und Lehrer – ist mir suspekt. Natürlich sehe ich die Defizite in der schulpädagogischen Praxis: zu wenig Bewegung, zu wenig Elementarerfahrung, zu geringe Erlebnisintensität … und doch – puristisch wie ich bin: So wenig ich für mich selbst eine Pauschalreise mit Animation buchen würde oder wir es für unsere Kinder getan haben, hätte ich es für eine »meiner« Klassen getan. Als ich mich nun letztens im Lehrerzimmer darüber mokierte, dass wieder einmal ein »junger Kollege« eine solche All-Inclusive-Abenteuerreise zum Abschluss seiner achten Klasse bei »Turbo-Event« in Düsseldorf gebucht hatte, raunzte mich eine Kollegin, die mich schon... [mehr]

»Das innere Feuer bilden«

Von  Sibylla Hesse, September 2010

Schule und Leben verzahnen, Selbstwirksamkeit üben, exemplarisch und nachhaltig lernen, individuell fördern – das kann Projektunterricht als neue Unterrichtsform bieten. [mehr]

Training für die seelischen Organe

Von  Wilfried Kessler, September 2010

Die Freie Waldorfschule Ulm nutzt den Spielraum des baden-württembergischen Bildungsplans und bietet den ersten Theater-Kurs für das Abitur an. [mehr]

Soziales Lernen durch Erlebnispädagogik

Von  Peter Schrey, September 2010

Mit dem Projekt »Geh Wald statt Gewalt!« bietet Aventerra e.V. ein Programm für Gewaltprävention an Schulen an. [mehr]

Welttauglich durch Weltreise

Von  Dirk Steiner, September 2010

Vor zwei Jahren ist der Waldorflehrer Dirk Steiner zusammen mit dem Öko-Landwirt Daniel Murkowski mit Rucksack, Zelt und Gitarre in den Fernen Osten aufgebrochen. Zwölf Monate später erreichten sie Malaysia. Eindrücke ihrer Reise in Momentaufnahmen. [mehr]

Standpunkt

Abenteurer gesucht

Von  Henning Kullak-Ublick, September 2010

Ein Journalist fragte Albert Einstein, wie man eigentlich Genies erzeugen könne. Er antwortete: »Erzählen Sie den Kindern Märchen!« Der Journalist hakte nach: »Und wenn das nicht genügt?« Einsteins Antwort: »Dann erzählen Sie den Kindern noch mehr Märchen!« In Märchen geht es immer ums Wesentliche: Um gut und böse, um Verzauberung und Erlösung, Versuchung und Überwindung, Furchtsamkeit und Mut, Entwicklung oder Stillstand, alles oder nichts. Eben ums Leben und die Freiheit. Und darum geht es auch in der Schule. Deshalb ist der Satz »nicht für die Schule, für das Leben lernen wir« meistens ein (ziemlich hilfloser) Trick der Erwachsenen, um den Kindern einzureden, dass etwas wichtig sei, ohne wesentlich zu sein – beispielsweise ein langweiliger... [mehr]

Frühe Kindheit

Babys im Störfeld von Handy, TV und Computer

Von  Maria Luisa Nüesch, September 2010

Sollen wir unsere Gewohnheiten im Gebrauch mit dem Handy, dem Fernseher und dem Computer wegen eines Babys umstellen? Maria Luisa Nüesch vom Verein Spielraum-Lebensraum e.V. in der Schweiz plädiert für einen sorgsamen Umgang mit Aufmerksamkeit verschlingenden Technologien. [mehr]

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