Ärzte ohne Grenzen fordern: »Kein Profit durch Patente in der Pandemie!«

Von NNA/ung, April 2020

Die internationale Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« hat die Regierungen weltweit aufgefordert, den Zugang zu Medikamenten, Impfstoffen und Tests zur Bekämpfung der neuartigen Viruserkrankung Covid-19 sicherzustellen. Dazu sollten Patente ausgesetzt, aufgehoben oder Preiskontrollen eingeführt werden.

Patentmonopole dürften nicht zu überhöhten Preisen, einem eingeschränkten Zugang zu diesen Instrumenten gegen Covid-19 und damit letztlich zum Verlust von Menschenleben führen, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

Wenn die Unternehmen dazu nicht bereit seien, müsse die deutsche Regierung »alle Möglichkeiten ergreifen, um nicht nur den eigenen Bedarf zu decken, sondern auch dazu beizutragen, dass die Produktion von wichtigen Medikamenten gegen Covid-19 im globalen Maßstab hochgefahren wird.

Zwangslizenzen

Kanada, Chile, Ecuador und Deutschland haben nach Angaben der Organisation bereits Schritte unternommen, um die Außerkraftsetzung von Patenten zu erleichtern und rasch Zwangslizenzen für Covid-19-Medikamente, -Impfstoffe und andere medizinische Hilfsmittel vergeben zu können. Die israelische Regierung hat eine Zwangslizenz für ein patentiertes Medikament erteilt, dessen Wirkung gegen Covid-19 derzeit untersucht wird.

Für das derzeit aussichtsreiche Covid-19-Medikament Remdesivir habe der Pharmakonzern Gilead gerade nach massiven öffentlichen Protesten auf Sonderrechte verzichtet, die ihm von der US-Arzneimittelbehörde FDA gewährt worden waren und die ihm ein erweitertes Monopol auf das Medikament verschafft hätten. Gilead hat sich jedoch noch nicht verpflichtet, seine Patente weltweit nicht durchzusetzen. Der Konzern hat ein entsprechendes Patent in mehr als 70 Ländern beantragt. Vorläufige Ergebnisse klinischer Studien mit Remdesivir zur Behandlung von Covid-19 werden für April erwartet.

Pandemieprofit

Wie »Ärzte ohne Grenzen« weiter schreibt, biete der US-amerikanische Diagnostik-Testhersteller Cepheid ein weiteres Beispiel für Pandemieprofite. Das Unternehmen habe gerade die US-FDA-Notfallgenehmigung für einen Covid-19-Schnelltest (Xpert Xpress SARS-CoV-2) erhalten, der Ergebnisse in nur 45 Minuten liefert, wobei vorhandene Testmechanismen verwendet werden, die routinemäßig für Tuberkulose (TB), HIV/Aids und andere Krankheiten eingesetzt werden.

Cepheid habe angekündigt, selbst in den ärmsten Ländern der Welt, in denen die Menschen mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen, 19,80 US-Dollar pro Test zu verlangen. Die Gesamtkosten des Unternehmens für die Bereitstellung eines Testmoduls lägen bei nur drei Dollar.

Zum offenen Brief

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Pädagogische Sektion am Goetheanum: Personalrochade

Claus-Peter Röh und Florian Osswald, Leiter der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum seit 2010, werden... [mehr]

»Reparieren macht Schule«: Nachahmer gesucht

2018 hat die Veolia Stiftung das Projekt »Reparieren macht Schule« mit Fördermitteln in Höhe von 20.000 Euro unterstützt. Mit den Fördermitteln... [mehr]

Zugang zu Fachhochschulen durch Waldorf-Abschluss-Portfolios

Die Rudolf Steiner Schule Bochum wirkte maßgeblich an der Konzeption und Entwicklung des Abschlussportfolios für Waldorfschulen mit. Das Portfolio... [mehr]

Windrather Talschule schreibt an Bildungsministerin von NRW

Bereits am 25. August 2020 schrieben Schulleitung und Kollegium der Windrather Talschule einen Brief an die Schul- und Bildungsministerin von... [mehr]

Offener Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten und dessen Kultusminister

Dr. Martin Hirte und Dr. Steffen Rabe, zwei erfahrene und durch die Impfthematik nicht unbekannte Münchner Kinderärzte, haben sich am 4.9.2020 mit... [mehr]

Wohin mit den Schnupfennasen?

Ein Merkblatt zum aktuellen Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen bei Kindern im Vorschulalter – für Eltern und Institutionen. [mehr]

Offener Brief an die Ministerin für Schule und Bildung NRW

Waldorflehrerinnen haben einen offenen Brief an die Bildungsministerin Nordrhein-Westfalens geschickt, in dem sie ihre Ablehnung einer Maskenpflicht... [mehr]

Corona-Projekt: Schüler pflanzt Blumengarten auf dem Dach der Göttinger Waldorfschule

Um die oberen Klassen der Freien Waldorfschule Göttingen während des Corona-bedingten Shutdowns sinnvoll zu beschäftigen, gaben ihnen die Lehrer die... [mehr]

Faust for Future

Eigentlich sollten ja Schüler und Jugendliche die ersten Zuschauer sein zur Faust- Premiere 2020 im Goetheanum. Das fiel durch Corona aus und sollte... [mehr]

Kirgistan und Nadjeschda: Behinderte in der Corona-Krise

Im Laufe von wenigen Nachtstunden war Kirgistan plötzlich verändert. Die Mitarbeiter und Betreuten im Kinderzentrum Nadjeschda waren einiges gewöhnt,... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 1319

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen