Aus für Integrative Medizin in Hamburg

September 2015

Die weithin bekannte Station für Integrative Medizin am Asklepios Westklinikum Hamburg soll zum Ende des Jahres geschlossen werden. Das ist einer Antwort des Klinikums auf die von Patienten bei Facebook verbreitete Nachricht zu entnehmen. Dort hatte der Konzern sein Engagement für Flüchtlinge bekanntgemacht und hoffte wohl, auf diese Weise die Abteilung in aller Stille abwickeln zu können. Aber er hat nicht mit der Wachsamkeit seiner Patientinnen und Patienten gerechnet. Sie stellten dem Konzern unangenehme Fragen und machten die Absichten publik.

»Offenbar ist es Asklepios unangenehm, die Schließung öffentlich bekanntzumachen, denn dann wird es viel Protest geben«, meint Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand des Bürger- und Patientenverbandes GESUNDHEIT AKTIV e.V.. »Patienten haben im Gesundheitswesen kaum eine Stimme, stattdessen bestimmen die Shareholder, wovon die Klinik profitiert.« 

Die Station mit insgesamt 24 Betten ist landesweit für ihre Kompetenz auf dem Gebiet der Integrativen Medizin bekannt, der Schwerpunkt liegt auf Anthroposophischer Medizin, Naturheilkunde und Homöopathie. Sie wurde mit gegründet und ermöglicht durch die Victor-Thylmann-Gesellschaft e.V. in Hamburg und wesentlich unterstützt durch den Freundeskreis erweiterte Heilkunst e.V..

Für viele Patienten mit akuten und vor allem chronischen Erkrankungen war und ist diese Einrichtung Hamburg eine Art letzte Hoffnung. Das Angebot wird hoch geschätzt und ist weithin gefragt. Asklepios scheint dies völlig gleichgültig zu sein. Auch arbeitet die kurze Stellungnahme bei Facebook mit falschen Zahlen: So wird behauptet, es handele sich lediglich um die Schließung von acht Betten, auch gebe es Anthroposophische Medizin »für stationäre Patienten in Deutschland nur noch in zwei Kliniken« und werde »von Krankenkassen kaum unterstützt«. Richtig ist: Es gibt in Deutschland drei große anthroposophische Akutkliniken mit insgesamt über 1.000 Planbetten sowie weitere 14 Fach- und Rehakliniken; diverse Krankenkassen übernehmen die Kosten für Anthroposophische Therapien und Medikamente. »Asklepios möchte hier den Eindruck erwecken, es handele sich um eine Medizin für eine kleine sektiererische Minderheit«, sagt Stefan Schmidt-Troschke. »In Wahrheit wird aber gerade diese Form der Integrativen Medizin von Patienten heute allerorts gefordert, weil sie dem Bedürfnis der Menschen nach einer heilenden, ganzheitlichen Medizin entspricht.«

Seitens der Klinik war über die Gründe für die Schließung bisher nichts zu erfahren. GESUNDHEIT AKTIV, die Victor-Thylmann-Gesellschaft und der Freundeskreis sehen den Asklepios-Konzern in der Pflicht, der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber abzulegen, warum die Abteilung, die jahrzehntelang erfolgreiche Arbeit geleistet hat, geschlossen werden soll. »Leider«, so Schmidt-Troschke, »wird Qualität in den Krankenhäusern immer noch durch die Betreiber definiert und nicht von Patienten maßgeblich mitbestimmt. Die Versicherten wollen über ihre Beiträge aber nicht primär Aktionäre bezahlen, sondern dafür sorgen, dass sie individuell und ganzheitlich versorgt werden.«

GESUNDHEIT AKTIV – Anthroposophische Heilkunst e. V | www.gesundheit-aktiv.de

Freundeskreis erweiterte Heilkunst e.V. | http://erweiterteheilkunst.de

Viktor Thylmann-Gesellschaft Hamburg e.V. | http://www.thylmann- gesellschaft.de/aktivitaeten.php

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