Freie Waldorflehrerausbildung in Dornach

Von Axel Mannigel, Februar 2016

Seit August 2015 gibt es in der Schweiz neben der etablierten Akademie für anthroposophische Pädagogik eine zweite Möglichkeit, Waldorflehrer zu werden. Unter der Leitung von Christoph Merholz hat die Freie Lehrerbildung Dornach bald schon das erste Jahr hinter – und das zweite vor sich.

Sechs Monate sind inzwischen seit dem ersten Studientag an der Freien Lehrerbildung Dornach vergangen. Die acht Studentinnen und Studenten blicken auf eine reiche und intensive Zeit zurück. Schon nach wenigen Wochen war es für die Gruppe so selbstverständlich, zum Studium zusammen zu kommen, dass ganz in den Hintergrund trat, wie der neue Studiengang möglich geworden war. Dabei ist dieses Wie – auch für den Inhalt der Ausbildung – ganz entscheidend. »Diese neue Ausbildung gibt es, weil ein paar Menschen gleichzeitig auf mich zukamen«, erzählt Studienleiter Christoph Merholz. »Sie hatten diverse Ausbildungsstätten getestet. Doch dort fanden sie nicht, was sie suchten.« Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass Merholz, selbst ehemaliger Waldorflehrer, seit 2010 Seminare zur Denkentwicklung und zur Sozialkunst gibt und als Berater Menschen begleitet. Die Anfrage von Außen war für ihn der Moment, seine umfassende Erfahrung in ein Gefäß fließen zu lassen.

Denken, das moderne Werkzeug

In diesem Gefäß wird, das lässt sich ganz einfach auf einen Punkt bringen, gedacht. Denn das Denken ist für Merholz die Fähigkeit, mit der sich alle aktuellen und zukünftigen Fragen und Herausforderungen meistern lassen. Wir leben schließlich im Zeitalter der Bewusstseinsseele und das Denken ist heute auf der ganzen Welt (regional und lokal ausgestaltet) omnipräsent. Die Kernfragen der Ausbildung waren demnach bisher »Wie denke ich?« und »Wie lerne ich?« Beide Fragen sind untrennbar, gründen in der Persönlichkeit und sind beide Ausdruck derselben. Lehrersein hat also mit Persönlichkeitsentfaltung zu tun und mit Selbsterkenntnis. Aber eben nicht zur individuellen Weiterentwicklung nur für sich selbst, sondern zum Wohle der Gemeinschaft. Der Lehrer ist aus Sicht von Merholz und seiner Studierenden ein Sozialkünstler, der ganz im Leben und in der Denkentwicklung der Neuzeit stehen sollte.

Die Dinge sich aussprechen lassen

»Die Anthroposophie als eine Entwicklung des Denkens zu verstehen und zu beschreiben, ist mein Anliegen«, so Merholz. Bei den Studierenden der Freien Lehrerbildung hat dieser Ansatz jedenfalls gezündet und sie können die Ausbildung nur wärmstens weiter empfehlen: »Ich lerne hinzuhören und den Mut aufzubringen, die Dinge sich selbst aussprechen zu lassen. Ein wahrhaft goetheanistischer Ansatz  fürs Soziale«, sagt etwa Johanna Skjerbaek (28).

Kontakt: Christoph Merholz, In den Zielbäumen 5, CH-4143 Dornach. Tel. 0041 (0)61 703 02 26, Mobil 0041 (0)78 886 86 32, info(at)merholz.ch | www.merholz.ch

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Neue Waldorfschulen in Athen und Kiew

Nach über zwei Jahren intensiver Vorbereitungszeit ist es nun so weit: Griechenland bekommt seine erste Waldorfschule. Auch in der Ukraine gibt es... [mehr]

Etwas Besonderes sollte es werden

Die erste Waldorfschule in Griechenland wurde Kunstprojekt des B-Kurses an der Freien Hochschule Stuttgart [mehr]

Erste Waldorfschule in Griechenland

Nach elf Jahren Vorbereitungszeit wird im September 2017 die erste Waldorfschule Griechenlands in Athen eröffnet.  [mehr]

Schweiz: Die Kasse zahlt

In der Schweiz werden Leistungen der Komplementärmedizin aufgrund eines Volksentscheides ab 1. August 2017 von den Krankenkassen übernommen. [mehr]

Gemeinwohl-Bank entsteht in Österreich

Eine »Bank für Gemeinwohl« soll in Österreich aus der Zivilgesellschaft heraus entstehen. Ihr Ziel ist es Geld von einem Faktor der Macht und der... [mehr]

Unternehmer rettet Rudolf-Steiner-Schule St. Gallen

Jörg Sennheiser, Aufsichtsratsvorsitzender des gleichnamigen Hannoveraner Familienunternehmens Sennheiser, des Weltmarktführers für Highend-Mikrofone... [mehr]

Ibrahim Abouleish gestorben

In den frühen Morgenstunden des 15. Juni überschritt Ibrahim Abouleish die Todesschwelle. Am 22. und 23. März hatten Freunde aus aller Welt zusammen... [mehr]

Pädagogische Sektion am Goetheanum unterstützt Petition »Nein zur digitalen Kita!«

Die Pädagogische Sektion am Goetheanum unterstützt die Petition »Nein zur digitalen Kita!«. Sie wurde im November von der Kinderärztin Michaela... [mehr]

Gegen Glyphosat, für Bienen

Warum ist Glyphosat besonders gefährlich für unsere Bienen? Es ist nicht nur weltweit das am meisten verkaufte Pestizid, es ist für die Bienenvölker... [mehr]

Internationale Schülertagung am Goetheanum

Vom 18. bis 22. April 2017 wird am Goetheanum die International Students’ Conference stattfinden, zu der 550 Schülerinnen und Schüler der 10. bis 13.... [mehr]

Treffer 21 bis 30 von 150

< Vorherige

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen