»Freunde der Erziehungskunst«: Letzter Einsatz im Gaza-Streifen

Februar 2013

Am 2. Februar bricht ein notfallpädagogisches Team der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. zum vorerst letzten zweiwöchigen Einsatz in den Gaza-Streifen auf. Das seit 2010 vom Auswärtigen Amt finanzierte Projekt ist damit abgeschlossen. Trotzdem wollen die »Freunde« auch weiterhin im Gaza-Streifen aktiv bleiben.

Einsatz in Gaza 2011. Foto: © Freunde der Erziehungskunst

Bereits 2009 wurde das notfallpädagogische Gaza-Projekt der Freunde der Erziehungskunst ins Leben gerufen. 2010 kam das Auswärtige Amt als Förderer mit ins Boot. Seither hat sich viel getan: Neben der vielfältigen Arbeit mit Kindern bauten die »Freunde« ein Kinderschutzzentrum auf, betreuten sechs Kindergärten und schulten rund 50 Multiplikatoren in traumapräventiver Arbeit mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen. Das Auswärtige Amt förderte die Arbeit der Notfallpädagogen im Gaza-Streifen mit rund 800.000 Euro. »Unsere Partner vor Ort können die notfall- und traumapädagogische Arbeit selbständig weiterführen, so werden beispielsweise acht lokale Mitarbeiter des ›Child Friendly Space‹ seit zweieinhalb Jahren von uns begleitet und ausgebildet«, so Lukas Mall, Koordinator der Notfallpädagogik bei den »Freunden«. 

In 13 Einsätzen arbeiteten die »Freunde« eng mit lokalen Partnern zusammen, beispielsweise dem »Al Qattan Center for the Child« und dem »Gaza Community Mental Health Program«. Die notfallpädagogischen Einsätze brachten die Teams darüber hinaus in die unterschiedlichsten Einrichtungen: von einer Gehörlosenschule über Waisenhäuser bis hin zu einem Jugendgefängnis. Doch der intensive Austausch fand nicht nur einseitig nach Gaza statt: 2012 kamen zwölf Kollegen aus dem »Al Qattan Center for the Child« zu einer Besuchs- und Hospitationsreise nach Deutschland. Das zwölfköpfige Team aus Gaza besuchte u.a. Waldorfkindergärten und das Parzival-Schulzentrum in Karlsruhe und zeigte sich begeistert von dieser Art der pädagogischen Arbeit mit Kindern.

»Während unseres vorerst letzten Einsatzes wollen wir sicherstellen, dass unsere Kollegen vor Ort das notwendige pädagogische Werkzeug zur Hand haben, um effektiv weiterarbeiten zu können«, erläutert Mall. Die letzte Eskalation des Konfliktes zwischen Israel und Palästina liegt gerade mal zwei Monate zurück  – und die Lage bleibt ungewiss. Mall bestätigt: »Neue Konflikte sorgen für Re-Traumatisierungen speziell von Kindern und Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig die notfall- und traumapädagogische Arbeit im Gaza-Streifen ist.«

Quelle: Freunde der Erziehungskunst

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