Schwedische Waldorflehrerausbildung kämpft ums Überleben

Juni 2012

Vor dem Stockholmer Königspalast fand Anfang Juni eine Demonstration für den Erhalt der Waldorflehrerausbildung in Schweden statt.

Eingang für den König, Stockholm

Zwischen 2002 und 2008 wurde die schwedische Waldorflehrerausbildung in Zusammenarbeit zwischen dem Waldorf Universitätskolleg und dem Stockholmer Institut für Erziehung, einem universitären Kolleg durchgeführt. 2008 kam die staatliche Unterstützung der Ausbildung im Zuge allgemeiner Kürzungen zu einem abprupten Ende. Als das Stockholmer Institut 2008 in die Universität dieser Stadt integriert wurde, entschied der Fakultätsrat, die frühere Kooperation zu beenden. Als Grund wurde angegeben, den Ausbildungskursen des Waldorfinstituts mangle es an akademischem Methodenbewusstsein.

Die Kurse, so bemängelte der Fakultätsrat, schlössen keine Subjekttheorie ein, und was sie als solche präsentierten, fuße nicht auf wissenschaftlicher Grundlage. Außerdem werde in der Ausbildung zu viel nichtwissenschaftliche Literatur verwendet.

Das Waldorfkolleg versuchte seither ohne Erfolg, eine Kooperation mit einer anderen schwedischen Universität aufzubauen. Sollte es keine andere wirtschaftliche Unterstützung finden, wird es seine Arbeit einstellen müssen. Das Kolleg bemüht sich um eine Finanzierung über die 35 schwedischen Waldorfschulen. Sollte dieser Versuch scheitern, wären Studenten der Waldorfpädagogik gezwungen, ins Ausland zu gehen, um die nötigen staatlichen Prüfungen abzulegen.

Die nächste Möglichkeit läge in Norwegen, wo es den Waldorfschulen gelungen ist, eine Rudolf Steiner Hochschule aufzubauen. (ra/Sune Nordwall)

Rudolf Steiner Hochschule Oslo

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