SEKEM: Ernährung der Welt durch Bio-Landbau ist möglich

Oktober 2012

Zum internationalen Welternährungstag gibt SEKEM die Unterzeichnung einer Erklärung zur Saatgutfreiheit bekannt. Saatgut ist die Quelle des Lebens und das erste Glied der Nahrungskette und verkörpert die biologische Vielfalt. Da die Freiheit des Saatguts durch die Strategien internationaler Konzerne und ihrer Saatgutpatente, -monopole, durch Bio-Piraterie, Gentechnik und durch die Entwicklung steriler Saaten gefährdet ist, unterstützt SEKEM die weltweite Kampagne zur Freiheit des Saatguts, die von Vandana Shiva, der Trägerin des Alternativen Nobelpreises, initiiert wurde.

»Saatgut ist die Grundlage aller landwirtschaftlichen Produktion und damit ein Schlüssel, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu verbessern«, erklärt Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM Firmengruppe: »Die gesunde Ernährung der Weltbevölkerung durch biologisch erzeugte Lebensmittel ist möglich, darf aber nicht durch den Verlust des Saatguts gefährdet werden«, so Abouleish. »Wenn wir alle Aspekte einer wirklich umfassenden Kostenrechnung berücksichtigen, ist nachhaltige Landwirtschaft nicht nur gesünder, sondern auch billiger.« 

Die SEKEM Initiative gilt als »ägyptischer Biopionier«. Sie hat vor rund 35 Jahren den biologischen Landbau in Ägypten eingeführt. Die Grundlage der Produktion von biologischer Baumwolle, frischem Gemüse und Obst sowie anderen Lebensmitteln und Tees bildet die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Mittels ihrer Methoden hat die Initiative seitdem rund 6000 Hektar Wüstenboden neu erschlossen, 2000 Mitarbeitern eine Lebensperspektive gegeben und die Grundlagen für einen Markt für Bio-Produkte in Ägypten gelegt.

Saatgutentwicklung wurde von Anfang an zusammen mit den demeter-Bauern im Land betrieben und in den letzten Jahren nochmals intensiviert:

-für Saatgutzüchter in Europa wird biologisches Saatgut vermehrt

-für den Anbau in Ägypten wird Erhaltungszüchtung betrieben, um die Eigenschaften der Sorten über die Jahre zu erhalten

-für Heilkräuter und Gewürze wird durch gezielte Selektionszüchtung und das Einführen neuer Sorten an einer Verbesserung der Wuchsformen und der Inhaltsstoffe gearbeitet. Beispiele sind die Kamille, Calendula und Oregano, aber auch Saatgewürze wie Kümmel, Fenchel und Anis nehmen eine wichtige Position ein.

Dadurch bleiben die demeter-Bauern im Land unabhängig von Saatgutkonzernen und eine gleichbleibend hohe oder sogar verbesserte Qualität der Ernten wird gewährleistet: wichtige Grundlage, um die biologische Landwirtschaft in Ägypten erfolgreich und nachhaltig betreiben zu können.

SEKEM schließt sich damit einer großen Zahl anderer Initiativen an, die die verbreitete Annahme, nur mittels genetisch modifizierter Organismen (GMOs) sei eine Landwirtschaft der Zukunft möglich, als Trugschluss betrachten. Sie weisen darauf hin, dass neben den kurzfristigen Vorzügen konventioneller Landwirtschaft ihre langfristigen Schäden in eine sachgemäße Beurteilung der Frage einbezogen werden müssen. Zu ihnen gehören neben ökologischen Problemen auch die erwartbare Schädigung individuellen menschlichen Auskommens, gesellschaftlicher und globaler Gemeingüter, Bodenerosion, Einschränkungen von Umweltserviceleistungen, oder der Verlust bäuerlicher Lebens- und Gestaltungsvielfalt.

Dass dieses Ziel ohne sich wandelnde Konsumgewohnheiten schwer zu erreichen ist, ist dabei auch den Fürsprechern biologischer Landwirtschaft klar. SEKEM sieht jedoch wie sie darin eine Chance auf mehr gesellschaftliche Kreativität und Innovationskraft sowie menschlichen und sozialen Wohlstand.

Informationen zur Saatgutkampagne: http://www.navdanyainternational.de/freiheit-des-saatguts/

www.sekem.com

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