Australien stoppt Erstattung für Homöopathie

November 2017

Das Gesundheitsministerium in Australien stoppt die Kostenübernahme für 17 alternative Behandlungsmethoden, darunter Homöopathie, Yoga, Tai-Chi und Feldenkrais. Dass die alternativen Heilmethoden nicht mehr erstattet werden, ist Teil einer umfangreichen Reform des australischen Gesundheitsministers Greg Hunt, die die Kosten in den nächsten vier Jahren um rund 650 Millionen Euro reduzieren soll.

Als Rechtfertigung für diesen Beschluss wird unter anderem eine umstrittene australische Studie zur Homöopathie von 2015 angeführt. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass Homöopathie nicht besser als ein Placebo (Scheinmedikament) wirke. Allerdings hatte das Londoner Homeopathy Research Institute (HRI) im Frühjahr 2017 schwere Vorwürfe gegen diese Studie erhoben und dem staatlichen Forschungsrat Australiens »Täuschung der Öffentlichkeit« vorgeworfen. Inzwischen hat der australische Ombudsmann eine entsprechende Beschwerde angenommen und erstellt nun eine eigene Untersuchung der Vorgänge rund um die umstrittene Review.

Gegen die Patienten entschieden

»Obwohl die abschließende Bewertung der Studie von 2015, auf die sich die Entscheidung des australischen Gesundheitsministeriums bezieht, noch völlig offen ist, wurden hier neue Fakten geschaffen«, kritisiert Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV. »Die Patienten, die komplementäre Verfahren wie Homöopathie & Co. wollen, müssen diese Mittel nun selbst bezahlen. Es kann nicht sein, dass einer sauberen Bewertung der Vorgänge von 2015 derart vorgegriffen wird. Denn es spricht einiges dafür, dass die Studie von Beginn an voreingenommen war. Eine seriöse Gesundheitspolitik sieht anders aus!«

Vor allem geht die Entscheidung gegen die Bedürfnisse vieler Betroffener in Australien, denn die nun gestrichenen Heilmethoden waren für sie essentiell für den Umgang mit einer Erkrankung oder zur Prävention. Aber nicht nur in »Down Under« sind Homöopathie & Co. bedeutend und stark nachgefragt. Wie relevant die Homöopathie trotz hitziger Debatte für Bürger und Patienten auch hierzulande ist, zeigt eine andere Meldung vom Oktober 2017. Das Statistikunternehmen QuintilesIMS gab kürzlich bekannt, dass der Markt für homöopathische Arzneimittel in Deutschland in den vergangenen Jahren stärker gestiegen sei als der für Phytopharmaka (pflanzliche Arzneimittel) und zwischen 2012 und 2016 um 4,8 Prozent zugelegt habe. So haben Apotheken im Jahr 2016 rund 123 Millionen Packungen pflanzlicher Arzneimittel und 55 Millionen Packungen mit homöopathischen Wirkstoffen verkauft.

Infos zur Kontroverse um die Homöopathie-Studie aus Australien von 2015: Homeopathy Research Institute | »Homöopathische Arzneimittel häufiger nachgefragt«, Deutsches Ärzteblatt, 16. Oktober 2017

Quelle: Gesundheit aktiv

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Pädagogische Sektion am Goetheanum: Personalrochade

Claus-Peter Röh und Florian Osswald, Leiter der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum seit 2010, werden... [mehr]

»Reparieren macht Schule«: Nachahmer gesucht

2018 hat die Veolia Stiftung das Projekt »Reparieren macht Schule« mit Fördermitteln in Höhe von 20.000 Euro unterstützt. Mit den Fördermitteln... [mehr]

Zugang zu Fachhochschulen durch Waldorf-Abschluss-Portfolios

Die Rudolf Steiner Schule Bochum wirkte maßgeblich an der Konzeption und Entwicklung des Abschlussportfolios für Waldorfschulen mit. Das Portfolio... [mehr]

Windrather Talschule schreibt an Bildungsministerin von NRW

Bereits am 25. August 2020 schrieben Schulleitung und Kollegium der Windrather Talschule einen Brief an die Schul- und Bildungsministerin von... [mehr]

Offener Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten und dessen Kultusminister

Dr. Martin Hirte und Dr. Steffen Rabe, zwei erfahrene und durch die Impfthematik nicht unbekannte Münchner Kinderärzte, haben sich am 4.9.2020 mit... [mehr]

Wohin mit den Schnupfennasen?

Ein Merkblatt zum aktuellen Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen bei Kindern im Vorschulalter – für Eltern und Institutionen. [mehr]

Offener Brief an die Ministerin für Schule und Bildung NRW

Waldorflehrerinnen haben einen offenen Brief an die Bildungsministerin Nordrhein-Westfalens geschickt, in dem sie ihre Ablehnung einer Maskenpflicht... [mehr]

Corona-Projekt: Schüler pflanzt Blumengarten auf dem Dach der Göttinger Waldorfschule

Um die oberen Klassen der Freien Waldorfschule Göttingen während des Corona-bedingten Shutdowns sinnvoll zu beschäftigen, gaben ihnen die Lehrer die... [mehr]

Faust for Future

Eigentlich sollten ja Schüler und Jugendliche die ersten Zuschauer sein zur Faust- Premiere 2020 im Goetheanum. Das fiel durch Corona aus und sollte... [mehr]

Kirgistan und Nadjeschda: Behinderte in der Corona-Krise

Im Laufe von wenigen Nachtstunden war Kirgistan plötzlich verändert. Die Mitarbeiter und Betreuten im Kinderzentrum Nadjeschda waren einiges gewöhnt,... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 1319

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen