Haiti: Waldorfschule »École du village« von Hurrikan zerstört

Oktober 2016

Es war die Zeit, zu welcher normalerweise die Sonne aufgeht, als der Hurrikan »Matthew« am Morgen des vorletzten Dienstag mit all seiner zerstörerischen Kraft auf den Süden Haitis traf.

Stundenlang überschwemmte der Starkregen alles, setzte Dörfer und Städte unter Wasser und verwandelte Straßen und Bäche in reißende Flüsse, die das wenige Hab und Gut der Menschen fortspülten und Krankheiten brachten. Noch schlimmer wüteten die Winde. Sie zerstörten die Häuser und Hütten, knickten Bäume wie Streichhölzer, verwandelten Dörfer in einen Haufen Chaos und nahmen hunderten Menschen das Leben.

»Einige Städte und Dörfer sind fast von der Landkarte gefegt worden. Felder und Essensreserven wurden zerstört. Mindestens 300 Schulen wurden beschädigt«, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon.

Zu den jetzt vom Hurrikan zerstörten Schulen zählt auch die kleine Waldorfschule »École du Village«.

Sie liegt etwa sieben Kilometer südwestlich der Hafenstadt Les Cayes. Die Schule wurde vor elf Jahren von der ehemaligen französischen Waldorfschülerin Myriam Silien und einer haitianischen Freundin gegründet. Die beiden suchten einen schützenden Ort für ihre Kinder und wollten der Perspektivlosigkeit etwas entgegensetzen.

Vor dem Sturm besuchten beinahe 130 Kinder die Waldorfschule und den Kindergarten. Unter ihnen auch Kinder mit Lernschwierigkeiten, Kinder die Zuhause viel Gewalt erleben und einige ehemalige Kindersklaven. Sie lernten voller Freude, ohne Schreien und Schläge, jeden Tag gab es zwei frische, warme Mahlzeiten.

Rasmus Precht war Pionierfreiwilliger der Freunde der Erziehungskunst und später nach dem Erdbeben für UN-Habitat für die Gemeindeplanung in Slums zuständig, die durch die UNO beim Wiederaufbau unterstützt wurden. Er besuchte die Schule und berichtet: »Mich hat die Qualität des Unterrichts absolut überzeugt. Es herrschte eine achtsame Atmosphäre und die Kinder waren glücklich«.

Nun ist die Schule zerstört. Die Blechhütten der Kinder hat der Wind hinweggefegt, der Kindergarten, der nächste Woche eröffnet werden sollte, und der Schulgarten mit allem angebauten Gemüse sind verwüstet. Von dem Freiwilligenhaus und dem Haupthaus stehen zwar noch die Wände, aber der Sturm hat die Dächer und Fenster zerstört. Was er nicht mitriss, haben der schwere Regen und die herumfliegenden Bäume und Trümmer unbrauchbar gemacht.

Es ist in all dem Chaos wie ein Wunder: Zur großen Erleichterung der Schulgemeinschaft scheint es allen, zumindest körperlich, gut zu gehen!

»Jetzt geht es darum, die Schule soweit herzurichten, dass keine Einbrüche stattfinden können und, dass das Material, welches noch in Ordnung ist, erhalten bleibt. Dann muss der Schulbetrieb sobald als möglich wieder aufgenommen werden, um die Kinder mit Mahlzeiten zu versorgen und ihnen einen sicheren Ort zu bieten«, schreibt Magalis Thomas vom deutschen Förderverein der Schule.

Bei diesen Aufgaben, beim Wiederaufbau der Gebäude und später bei den ersten Schritten in Richtung Normalität und Zukunft der Schule möchten wir helfen. Darum bitten wir Sie: helfen Sie der »École du village« in Haiti mit Ihrer Spende.
 
Spendenkonto:

Freunde der Erziehungskunst | GLS Bank Bochum | IBAN:  DE47 4306 0967 0013 0420 10 | BIC: GENODEM1GLS
Stichwort »Haiti Schule«

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Mehr Informationen zu den Hintergründen der Schule Sie hier

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