21. Kasseler Jugendsymposion »Vernunft«

Von Simone Weber, April 2020

Das 21. Kasseler Jugendsymposion erfreute sich erneut großen Zuspruchs. Wieder kamen engagierte und enthusiastische Jugendliche aus ganz Deutschland und den Niederlanden nach Kassel, um diesmal gemeinsam mit Experten und Vertretern aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Kultur die Dimension vernünftigen Handelns zu besprechen und kritisch zu hinterfragen.

In ihrem Eröffnungsvortrag analysierte Rita Schumacher (Lehrerseminar Kassel) die Begriffe »Verstand und Vernunft«. Die Literaturwissenschaftlerin Nathalie Weidenfeld sprach über »Good Robot – Bad Robot – von (pop-) kulturellen Ängsten, Obsessionen und Utopien des digitalen Zeitalters«. Die Unternehmerin und Buchautorin Diana Kinnert (CDU) erläuterte in ihrem Beitrag »Die Vernunft des Parteiensystems« und appellierte an die Teilnehmer sich politisch einzumischen. Es folgte Dirk Neubauer (Bürgermeister der Stadt Augustusburg in Sachsen), der die Wichtigkeit von »Bürgersinn und Vernunft« verdeutlichte. Karl Hepfer, Philosophieprofessor aus Erfurt, zeigte in seinem Vortrag über Verschwörungstheorien, wie man diese erkennen und enttarnen kann. Den Abschlussvortrag am Sonntag hielt Eva Schulz-Jander, ehemalige Präsidentin des deutschen Koordinierungsrates der christlich-jüdischen Gesellschaft. Ihr Vortrag »Weibliche Vernunft im Aufbruch: eine Nachkriegsbiografie« war ein persönlicher Bericht aus ihrem eigenen Leben, der alle Teilnehmer sehr berührte.

Neben den Vorträgen gab es für die Jugendlichen auch wieder ein reichhaltiges Angebot an Seminaren und Trainings, die sich auf unterschiedlichste Weise dem Thema des Symposions näherten: Was ist vernünftige Politik?; Herstellung, Material, Machart und nachhaltige Aspekte unserer Kleidung; Pränataldiagnostik – Impfen – Organtransplantation; Poetisch Denken; Angst; Inwiefern liegen quantenmechanische Denkfiguren jenseits des Verstandes und erschließen sich trotzdem der Vernunft?; Vernunft im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und Populismus; Der Brexit als Lehrstück politischer Unvernunft und andere mehr.

Die Jugendsymposien bauen auch weiterhin die Verbindung mit dem Kultur- und Gesellschaftsleben der Stadt Kassel kontinuierlich aus. Nach mehreren Theater- und Konzertbesuchen im hiesigen Staatstheater und verschiedenen Ausstellungsbesuchen auf zurückliegenden Veranstaltungen ergab sich diesmal die Möglichkeit, in der Martinskirche ein Orgelkonzert zu Werken von Bach und Messiaen zu hören. Kantor Eckhard Manz hatte eigens für das Jugendsymposion ein Programm der »Musik der Vernunft« zusammengestellt.

Das Jugendsymposion zum Thema »Diversivität« entfällt. Das nächste Symposion findet vom 10.-13. Dezember 2020 statt. Das Thema wird demnächst auf www.jugendsymposion.de bekannt gegeben.

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