Bildungsfinanzierung: freie Schulen öffentlichen Schulen gleichgestellt

Von Redaktion, September 2021

Freie Schulen dürfen in Fragen der Finanzierung nicht benachteiligt werden. Was nachvollziehbar klingt und im Grundgesetz verankert ist, entspricht häufig nicht der Realität. Doch zwei neue Entwicklungen stimmen die Verbände freier Schulträger zuversichtlich.

»Rund 80 Mio Euro Nachzahlung für freie Schulen« – das war die Schlagzeile in Brandenburg am 31. August. Das Land verlor den Musterprozess gegen eine klagende Waldorfschule. Nun steht fest, dass die Lehrer an freien Schulen in Brandenburg seit 2018 nicht auskömmlich refinanziert werden und somit das Gehalt – verglichen mit Angestellten an öffentlichen Schulen – durch die freien Träger nicht angemessen ausbezahlt werden konnte. Diese Ungleichbehandlung ist nicht rechtens, so hat das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) entschieden.

Das andere Ereignis betrifft ein gerade noch in dieser Legislaturperiode durch die Regierung auf den Weg gebrachtes Gesetz: Nach langem Ringen haben sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss am 6. September auf die Verankerung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung verständigt und die hierfür notwendige Finanzierung zugesichert. Die Finanzierung sieht vor, dass bei Aufbringung von mindestens 30 % Landesmittel der Bund bis 70 % beisteuert. Entscheidend an der jetzigen Vorlage, die bereits Bundestag und Bundesrat passiert hat, ist die Regelung, dass die Eigenmittel freier Schulträger auf den Finanzierungsanteil der Länder anrechenbar sind. Waren vorher die Länder für die Entscheidung zuständig, ob ein freier Träger die Bundesmittel für den Ganztagsausbau erhält oder nicht, ist jetzt klar geregelt, dass der Bundeszuschuss direkt an die aufgewendeten Eigenmittel des freien Trägers gebunden ist.

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Gesucht: Redakteur m/w/d für die erziehungsKUNST!

Die ErziehungsKUNST ist das Magazin über Waldorfpädagogik, herausgegeben vom „Bund der Freien Waldorfschulen“, dem über 250 Waldorfschulen in... [mehr]

Ein gutes Neues Jahr!

2022 war auch für die Erziehungskunst ein Jahr des Wandels. Wir haben der fast 100 Jahre alten Zeitschrift für gelebte Waldorfpädagogik ein neues... [mehr]

Ist Esoterik »gefährlich«?

Esoterik war in den Medien bislang vor allem ein unklarer Sammelbegriff, mit dem viele nur Räucherstäbchen und Klangschalen assoziierten. Der Umgang... [mehr]

Der atmende Mensch und die Lunge

Bericht von einer Arbeitswoche der Eugen-Kolisko-Akademie vom 7.-11. November 2022 im Rudolf Steiner Haus Stuttgart. [mehr]

Werde Künstler:in für die Erziehungskunst!

Mit dem Herzstück stellt die Erziehungskunst in der Mitte jeder Ausgabe eine Leinwand bereit für kreativen Ausdruck sowie einen Moment des... [mehr]

Harm Paschen – ein Nachruf

Harm Paschen hat in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts die Waldorfpädagogik zum erziehungswissenschaftlichen Gegenstand gemacht und war damit... [mehr]

Steinzeit in bewegten Bildern

Neue Mediathek auf der urmu-Homepage gibt Einblicke in grundlegende Überlebenstechniken von Neandertalern und frühen modernen Menschen und liefert... [mehr]

10-Punkte-Plan für die Zukunft der Waldorfschulen

Die Landesschülervertretungen Noddeutschlands haben auf der Tagung «Nord-LSV» im September 2022 einen 10-Punkte-Plan für die Zukunft der... [mehr]

Spendenaufruf Waldorfschule Mörlenbach

Am Rande des malerischen Ortes Mörlenbach im Odenwald befindet sich eine unserer jüngsten, aber auch engagiertesten Schulgemeinschaften in Hessen,... [mehr]

So war das Symposion von Waldorflehrer:innen aus dem musischen Bereich

Im Juli 2022 trafen sich am Lehrerseminar in Kassel insgesamt 13 Dozent:innen, die mit der Ausbildung von angehenden Waldorflehrer:innen im... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 887

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen