Dreikönigsspiel begeistert Publikum an der Freien Waldorfschule Augsburg

Von Angelika Lonnemann, Januar 2018

Es wird nur noch selten aufgeführt an den Waldorfschulen in Deutschland: das Dreikönigsspiel. Nicht nur wegen der großen Anzahl der Mitwirkenden ist es das aufwändigste und umfangreichste der »Oberuferer Weihnachtsspiele«. Lehrer, Eltern, Schüler und Freunde der Augsburger Waldorfschule haben dieses Jahr das mittelalterliche Mysterienspiel nach acht Jahren Pause wieder in Augsburg auf die Bühne gebracht und damit die Zuschauer begeistert.

Foto: © Angelika Lonnemann

In dem Stück geht es um die Entscheidungsfreiheit des modernen Menschen zwischen Gut und Böse, zwischen königlicher Würde und Suche nach Erkenntnis auf der einen Seite und Herodesmacht, Buchgelehrsamkeit und Gewalt auf der anderen.

Große Bilder von großen Gefühlen, eine sehr begabte Schauspielgruppe, wunderbare Kostüme und ein tolles Lichtspiel sorgten für starke Eindrücke bei den Zuschauern. 

Die Oberuferer Weihnachtsspiele bestehen neben dem Dreikönigsspiel aus dem Paradeis-Spiel und dem Christgeburt-Spiel. Sie wurden etwa 1850 von Karl Julius Schröer wieder entdeckt und veröffentlicht. Benannt sind sie nach dem Entdeckungsort Oberufer, einem bis 1918/20 zu 77 % von Deutschen und zu 18 % von Ungarn besiedelten Dorf an der gleichnamigen Donaufurt.

Der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, gab eine leicht veränderte Fassung dieser Spiele heraus. Die Lehrer der ersten Waldorfschule in Stuttgart führten sie als Spiele der Lehrer für die Schüler ein. Sie werden alljährlich in Waldorfeinrichtungen um die Weihnachtszeit aufgeführt.

Die Schauspieler der Augsburger Waldorfschule hielten sich an den Originaltext, der sehr volksnah geschrieben und in einem donauschwäbischen Dialekt in Reimen abgefasst ist. Es wird dabei viel gesungen, allein oder in der Gruppe.

www.waldorf-augsburg.de

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