Harm Paschen – ein Nachruf

Von Tomáš Zdražil, Oktober 2022

Harm Paschen hat in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts die Waldorfpädagogik zum erziehungswissenschaftlichen Gegenstand gemacht und war damit einer der Pioniere des Brückenschlags zwischen der akademischen Erziehungswissenschaft und der waldorfpädagogischen Erziehungskunst.

Harm Paschen

Für ihn war die Waldorfpädagogik ein Prüfstein der erziehungswissenschaftlichen Solidität: Wurde die Waldorfpädagogik akademisch ausgeklammert oder aus ideologischen Gründen abgelehnt, empfand er dies als ein mangelndes Zeugnis der erziehungswissenschaftlichen Qualität. Seine Erfahrung mit der Waldorfpädagogik war die eines Schulvaters. Die pädagogische Praxis des Waldorfkindergartens und der Waldorfschule faszinierte und überzeugte ihn aus eigener Anschauung. Er nahm die Herausforderung an, die Waldorfpädagogik in ihrem Selbstverständnis nachzuvollziehen und ordnete sie zwanglos in den pluralistischen Kanon der anderen Pädagogiken ein. Sein engagiertes Verständnis ihrer ideellen Grundlagen verband er mit einer nüchternen Außenperspektive.

Als Professor für Erziehungswissenschaft an der renommierten Universität Bielefeld mit der dortigen Laborschule und dem Oberstufenkolleg hat er regelmäßig Seminare zur Waldorfpädagogik angeboten und sie immer wieder in seine Vorlesungen einbezogen. Er arbeitete als Elternvertreter in mehreren waldorfpädagogischen Einrichtungen in Hamburg mit, wo er zu Hause war, und unterstützte vielfältig den Bund der Freien Waldorfschulen, unter anderem viele Jahre im sogenannten Ausbildungsrat, wie auch die internationale Waldorfschulbewegung. Am 14. September diesen Jahres hat sich sein Leben im Alter von 85 Jahren vollendet.

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