NRW: Windrather Talschule hält Freitags-Demos nicht für »unzulässig«

April 2019

In einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten Armin Laschet und die Schulministerin Yvonne Gebauer verteidigt die Windrather Talschule demonstrierende Schüler gegen den Vorwurf, Schulschwänzen sei unzulässig.

Schulleitung und Kollegium begründen ihre Ablehnung des ministeriellen Erlasses, die Schulpflicht durchzusetzen, mit einer Güterabwägung.

Zwar seien sie sich der bestehenden Schulpflicht bewusst, sie vermissten jedoch »eine rechtlich belastbare Abwägung« dieser Verpflichtung »mit den Zukunftsinteressen der nachwachsenden Generation«.

Sowohl die UN-Kinderrechtskonvention, als auch die UN-Behindertenrechtskonvention hielten dazu an, bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, im Konflikt unterschiedlicher Interessen das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen. Der Präsident der Kultusministerkonferenz habe in zwei von ihm erstellten völkerrechtlichen Gutachten festgestellt, dass behördliche Maßnahmen ohne diese explizite, gerichtsfest begründete Abwägung rechtswidrig seien.

Zur Abwägung stünden im konkreten Fall die Schulpflicht und »die durch die Klimaerwärmung in Frage gestellte Zukunft der nächsten Generation«, sowie »deren Recht, für einen Politikwechsel zu demonstrieren«.

Der Staat sei verpflichtet, in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, sodass die Schüler sich nur für etwas einsetzten, was ihnen völkerrechtlich und nach dem Grundgesetz zustehe. Die Schulpflicht höher als diese Rechtsgüter zu bewerten, leuchte schon deshalb nicht ein, weil andere europäische Länder lediglich von einer »Bildungspflicht« sprächen, nicht aber von einer Schulpflicht. Da auch »die Wissenschaft« die Situation als »extrem dramatisch einschätze«, sei die Durchführung von Demonstrationen während der Unterrichtszeit gerechtfertigt. (ra).

Zum offenen Brief

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Absage der Mitgliederversammlung und der Bundeskonferenz März 2020 in Seewalde

Der Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen hat in seiner Sitzung vom 12. März 2020 beschlossen, die Mitgliederversammlung, die am 20. und 21.... [mehr]

»Masernschutzgesetz«: Eltern und Ärzte legen Verfassungsbeschwerde ein

Pünktlich zum Inkrafttreten des »Masernschutzgesetzes« am 1. März 2020 werden gegen die gesetzlichen Bestimmungen zur Einführung eines... [mehr]

SEKEM-Tag 2020 in Stuttgart-Bad Cannstatt

Am 24. und 25. April findet der jährliche SEKEM-Tag im Kleinen Kursaal Stuttgart Bad-Cannstatt statt. Die SEKEM-Freunde Deutschland laden herzlich... [mehr]

Fortbildung zum Waldorfgeschäftsführer

Mit dem Jahr 2020 hat das Netzwerk der Waldorfgeschäftsführer im Bund der Freien Waldorfschulen e.V. die einjährige Vollzeit-Fortbildung für... [mehr]

Ausbildung zum Seminarbegleiter

16 erfahrene Waldorf-Menschen, darunter 15 Lehrer und ein Geschäftsführer aus verschiedenen Waldorfschulen in Deutschland und in Südtirol trafen sich... [mehr]

Warte bis zum 14ten …

Im November 2019 wurde vom Bund der Freien Waldorfschulen das Heft »Medienpädagogik an Waldorfschulen – Curriculum – Ausstattung« an die Schulen... [mehr]

250 Schulen im Bund

Als 250. Schule wurde soeben die Freie Waldorfschule Laubenhöhe in Mörlenbach an der Bergstraße in den Bund der Freien Waldorfschulen aufgenommen. [mehr]

Der Lehrer putzt Dir die Schuhe

Jedes Jahr am Tag vor Nikolaus putzt der Lehrer im Hofgut Rössle in Breitnau/Hochschwarzwald den Schülern und Kollegen die Schuhe. [mehr]

Bund der Freien Waldorfschulen kritisiert gesetzliche Verpflichtung zur Überprüfung von Masernimpfungen durch Schulen und KiTas

Die gesetzliche Verpflichtung von Schulen und Kindertagesstätten, die Masern-Immunität von Kindern und Schülern zu überprüfen und ihnen ohne die... [mehr]

Hessische Wissenschaftsministerin Dorn besucht Loheland

Vor 100 Jahren gründeten Louise Langgaard und Hedwig von Rohden die Siedlung Loheland – einen Ort, der sich ganz der Bildung und Entfaltung von... [mehr]

Treffer 41 bis 50 von 874

< Vorherige

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen