Waldorfeltern gestalten Schule mit

Juni 2014

Waldorfeltern können vom ersten Schultag ihrer Kinder an bei der Gestaltung des Schullebens aktiv mitwirken. Darauf weist der Bund der Freien Waldorfschulen anlässlich des 3. Deutschen Schulrechtstags am 27. Juni in Berlin hin, der sich mit der Rechtsstellung der Eltern befasst.

Die Mitwirkung der Waldorfeltern reicht vom Austausch auf dem Elternabend über ihr ehrenamtliches Engagement in Gremien bis hin zur praktischen Mithilfe in Schulgarten oder -küche. Genauso wichtig sind die Eltern als Impulsgeber für die Schulentwicklung und Bildungspolitik: Die Waldorfeltern sind eine wirkungsvolle Bürgerbewegung, ohne ihr Engagement gäbe es die 232 Waldorfschulen und rund 550 Waldorfkindergärten in Deutschland nicht. Auch die 1000 Waldorfschulen weltweit sind Ausdruck eines sich artikulierenden Elternwillens.

Waldorfschulen in Deutschland sind zum größten Teil in Schulvereinen organisiert, in einigen wenigen Fällen auch in Genossenschaften. Die Vertretung der Eltern ist der Bundeselternrat der Waldorfschulen, der 1972 gegründet wurde. Rechtsanwalt Ahmed Abdel-Karim ist einer der Sprecher dieses Bundeselternrats. Beim Deutschen Schulrechtstag war er in einer Podiumsdiskussion präsent. Er verwies darauf, dass die Bereitschaft von Eltern, an der Schule mitzuwirken, im letzten Jahrzehnt größer, die Eltern aber auch aufmerksamer und kritischer geworden seien. Generell sähen sich Lehrer und Schule jetzt vermehrt mit Fragen konfrontiert. »Manchmal wird das von Seiten der Schulen als ›Unruhestiftung‹ wahrgenommen, aber meistens handelt es sich nur um Probleme in der Kommunikation, hin und wieder auch um Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt werden«, so Abdel-Karim.

In der aktiven Kommunikation sieht der Elternvertreter ein großes Potential zur Mitarbeit und Zusammenarbeit. Sie ermögliche, »Wege zu einer Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrern, deren gemeinsames Ziel die bestmögliche Förderung der Kinder ist«. Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern sei bei den Waldorfschulen in den Schulsatzungen verankert, die von einer »Eltern-Lehrer-Trägerschaft« sprächen. Darin werde deutlich, in welchem Umfang eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern gewünscht sei.

Eine jährliche Tagung der Waldorfeltern, die »BERT«, dient der Fortbildung und dem Austausch über die aktuellen Entwicklungen in der Schulgemeinschaft. Auch auf regionaler Ebene gibt es Elternvertretungen der Waldorfschulen.

Mit einem gerade veröffentlichten Kurzfilm will der Bund der Freien Waldorfschulen Eltern Hilfestellung für die schwierige Frage der Schulentscheidung geben.

Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen (CU)

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