Waldorfschüler sind mit ihrer Schule äußerst zufrieden

Juni 2015

Kinder und Jugendliche in Deutschland sind mit ihrer Schule sehr unzufrieden. Mit Ausnahme der Waldorfschüler. Darauf weist der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) anlässlich der Veröffentlichung der Studie Children’s World hin, in der Deutschland bei der Kinderzufriedenheit auf dem 10. Platz landete.

Foto: © Charlotte Fischer

In nahezu allen Bereichen befinden sich die deutschen Schüler bei Children’s World auf den hinteren Rängen. Zudem zeigen sich große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. In Deutschland bejahten beispielsweise nur 21 % der Befragten die Aussage »Ich gehe gern zur Schule«, in Äthiopien hingegen waren es 84 %.

Laut der 2013 veröffentlichten Untersuchung »Bildungserfahrungen an Waldorfschulen« fühlen sich dagegen 91,7 Prozent der Waldorfschüler an ihrer Schule wohl. Auch hinsichtlich Unterrichtsqualität und Lernfreude äußern sich die Waldorfschüler wesentlich positiver: 86,9 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Waldorfschule als »insgesamt wirklich gut«. 79,7 Prozent meinen, sie »würden nur ungern auf eine andere Schule gehen«. Auch das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer wird besser beurteilt: 78,6 Prozent der Waldorfschüler finden die Unterrichtsinhalte »meistens interessant«, 73 Prozent bestätigen den Lehrern, dass sie »viel tun, um uns zu helfen« und 83,3 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Lehrer den Schülern Gelegenheit geben, ihre Meinung zu sagen. 

»Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wundert es nicht, dass acht von zehn Waldorfschülern in der Studie zu dem Ergebnis kommen, dass es Freude macht, in der Schule etwas zu lernen«, kommentiert Henning Kullak-Ublick vom BdFWS-Vorstand. Die Ergebnisse der World Children’s Studie sollten ein Anlass sein, das Bildungswesen in Deutschland generell auf den Prüfstand zu stellen, wie dies der BdFWS mit seinen »Sieben Kernforderungen an die Bildungspolitik« aus Anlass der Bundestagswahl getan habe.

»Bildungsstandards können pädagogische Qualität weder erzeugen noch ersetzen«, heißt es darin. In der Praxis seien sie allerdings längst zum »heimlichen Lehrplan« geworden, sagt Kullak-Ublick. Das Bildungswesen müsse aber mehr sein als ein Prüfungs- und Berechtigungswesen. Jeder Schüler habe das Recht auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit durch Bildung. Die Waldorfschule erfülle diesen Anspruch aus der Sicht ihrer Schüler offenbar in hohem Maße.

Die empirische Untersuchung »Bildungserfahrungen an Waldorfschulen« wurde von Heiner Barz, Dirk Randoll und Sylvia Liebenwein mit Unterstützung der Software AG-Stiftung (Darmstadt) erstellt. PISA-Koordinator Andreas Schleicher von der OECD schrieb ein Vorwort dazu.

Literaturhinweis: Barz, H./Liebenwein, S./Randoll, D. (2013): Bildungserfahrungen an Waldorfschulen. Empirische Studie zu Schulqualität und Lernerfahrungen. Wiesbaden.

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