Liberale Moschee in Berlin eröffnet

Von Bruno Sandkühler, Juni 2017

Die streitbare deutsch-türkische Rechtsanwältin Seyran Ateș arbeitet seit Jahren für eine Moschee, in der frei von Kopftuchzwang und Diskriminierung Frauen und Männer verschiedener islamischer Glaubensrichtungen gemeinsam beten können.

Die Johanniskirche in Moabit. Foto: CC Fridolin freudenfett (Peter Kuley). Commons wikimedia.org

Nun ist am 16. Juni unter großer Anteilnahme von Fernsehen, Rundfunk und Presse in Berlin die Ibn Rushd-Goethe Moschee eröffnet worden. Der andalusische Philosoph Ibn Rushd, im Abendland als Averroes bekannt, versuchte auf Grundlage von Aristoteles, die Welt und die menschliche Seeele zu ergründen, wobei Glaubensfragen keine Rolle spielen sollten. Die berühmte Auseinandersetzung des Thomas von Aquin mit Averroes um die Individualität des Menschen erscheint heute in neuem Licht. Nun ist er zusammen mit Goethe zum Patron der neuen Moschee geworden. Wie nicht anders zu erwarten, weckt eine solche Initiative auch starke Gegenkräfte. Seyran Ateș steht nach einem Mordversuch unter Personenschutz, der türkische Staat warf ihr vor, sie sei Gülen-Anhängerin. Aber Ateș lässt sich nicht beirren. Noch ist die Moschee bescheiden in Moabit in einem Raum des Gemeindezentrums der evangelischen Johannes-Gemeinde zu Gast, aber die Vision eines eigenen Gebäudes steht schon im Raum. Es ist zu hoffen, dass die Initiative sich erfolgreich entwickelt und Nachahmer findet.

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