OECD-Bildungsbericht: Trotz verbesserter Bildungschancen bleiben Herausforderungen

November 2015

Am 24. November 2015 wurde der OECD-Bericht mit dem Titel »Bildung auf einen Blick« veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Bildungschancen in Deutschland haben sich verbessert. Vor allem im Bereich der frühkindlichen Bildung und beim Übergang in den Arbeitsmarkt liegt Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern vorne. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) weist allerdings darauf hin, dass bildungspolitische Herausforderungen jetzt nicht verkannt werden dürfen.

Dass Deutschland weltweit die besten Job-Chancen für junge Menschen bietet, gerade im Vergleich mit vielen EU-Staaten, ist nicht nur ein Verdienst guter Bildungspolitik – es liegt auch an der Wirtschaftskraft und an der guten konjunkturellen Entwicklung. Auch der Bereich der frühkindlichen Bildung hat sich der Nachfrage durch den Arbeitsmarkt angepasst. Dadurch wurde in den letzten Jahren zum Beispiel der Kita-Bereich weiter ausgebaut. Freie Bildungsträger haben an dieser Entwicklung einen entscheidenden Anteil. Seit vielen Jahren liefern sie Impulse für eine zukunftsorientierte Pädagogik. Dazu gehört die frühzeitige Entwicklung und Umsetzung von Ganztagsangeboten, lange bevor der Staat eine solche Notwendigkeit erkannt hat. »Freie Schulen sind durch ihre vielfältigen Bildungsangebote deshalb ideale Partner bei der Bewältigung der bildungspolitischen Herausforderungen«, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Trotz der positiven Entwicklung hat der OECD-Bericht Schattenseiten: Zum Beispiel fallen bis zu einer Million Schulstunden pro Woche, aufgrund fehlender Lehrkräfte, aus. Außerdem sind die Ausgaben für das deutsche Bildungssystem, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, vergleichsweise niedrig – vor allem in Grundschulen. Bildungsforscher mahnen seit Jahren, dass Deutschland in diesem Bereich mehr Geld investieren müsse. Denn gerade in frühen Jahren ist es möglich, Nachteile aufgrund sozialer Herkunft und niedrigem Bildungsstand der Eltern auszugleichen. Auch schaffen sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler keinen Abschluss. »Freie Bildungsträger wirken dieser Entwicklung mit ihren vielfältigen und speziellen pädagogischen Konzepten entgegen«, so Dietmar Schlömp.

Die Existenzberechtigung von freien Bildungseinrichtungen wird trotz ihrer gesetzlichen Verankerung seitens einzelner Länder bzw. ihrer politisch Verantwortlichen häufig in Frage gestellt. Sie haben immer wieder mit Kürzungen der Finanzausstattung in den Bundesländern zu kämpfen oder werden schlichtweg bei Programmen für Schulen nicht berücksichtigt. Insbesondere für Neugründungen ist die Situation eher verhindernd und wird nur in Ausnahmefällen seitens des Staates gefördert. Deshalb fordert der VDP ein transparenteres und vor allem verbessertes Berechnungs- und Finanzierungssystem für alle Schulen – staatliche wie private.

Quelle: VDP

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