Coronamaßnahmen beeinträchtigen die Entwicklung von Kindern

Von Redaktion, August 2021

Kinder, die während der massiven Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie geboren wurden, weisen einer neuen amerikanischen Studie zufolge deutlich geringere verbale, motorische und allgemeine kognitive Leistungen auf als Kinder, die vor dieser Zeit geboren wurden. Die Unterbindung sozialer Kontakte wirkte sich auf deren Entwicklung negativ aus.

Aufgrund der eingeschränkten Anregungen zu Hause und der geringeren Interaktion mit der Außenwelt scheinen Kinder, die in der Zeit der Restriktionen geboren wurden, bei ihrer kognitiven Entwicklung in erschreckendem Ausmaß zurück zu bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt der Hauptautor der Studie, Sean Deoni, ein Professor für Pädiatrie an der Brown University. 

In den zehn Jahren vor der Pandemie lag der durchschnittliche IQ-Wert bei standardisierten Tests für Kinder im Alter zwischen drei Monaten und drei Jahren bei etwa 100. Für Kinder, die während der Pandemie geboren wurden, sank dieser Wert auf 78, so die Analyse, deren Peer Review noch aussteht.

Die Studie umfasst 672 Kinder aus dem Bundesstaat Rhode Island. Von diesen wurden 188 nach dem Juli 2020 und 308 vor dem Januar 2019, 176 zwischen Januar 2019 und März 2020 geboren. Sie durchlebten eine reguläre Schwangerschaft, wiesen keinerlei Entwicklungsstörungen auf und waren überwiegend weiß.

»Wir stellten fest, dass Jungen und Kinder aus Familien mit niedrigerem sozioökonomischem Status am stärksten betroffen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die mit der COVID-19-Pandemie verbundenen Umweltveränderungen auch ohne direkte SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19-Erkrankung die Entwicklung von Säuglingen und Kindern erheblich und negativ beeinflussen. Jene mit einem niedrigeren sozioökonomischen Hintergrund schnitten bei den Tests schlechter ab«, so Deoni.

Der Hauptgrund für die sinkenden Werte ist wahrscheinlich der Mangel an Anregung und Interaktion zu Hause: »Die Eltern sind gestresst und erschöpft ... die Interaktion, die das Kind normalerweise bekommen würde, hat erheblich abgenommen.«

Ob diese niedrigeren kognitiven Werte langfristige Auswirkungen haben werden, ist unklar. Angesichts der Tatsache, dass diese Daten aus einem relativ wohlhabenden Teil der USA stammten, sei zu befürchten, dass die Situation in ärmeren Teilen des Landes und der Welt noch schlimmer sein werde.

Quellen: Sean CL Deoni et al, Impact of the COVID-19 Pandemic on Early Child Cognitive Development: Initial Findings in a Longitudinal Observational Study of Child Health (Auswirkungen der Pandemie auf die frühkindliche kognitive Entwicklung: Erste Ergebnisse einer longitudinalen Beobachtungsstudie zur Kindergesundheit.) doi: https://doi.org/10.1101/2021.08.10.21261846

The Guardian

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