Gemeinsame Aktion für Corona-Hilfen: ein erster großer Erfolg

Juni 2020

Die »Freunde der Erziehungskunst« haben sich mit verschiedenen Stiftungen und international arbeitenden Waldorf-Organisationen zusammengetan, um Waldorfschulen und Waldorfkindergärten zu unterstützen, die von den wirtschaftlichen Folgen des Lockdown in ihren Ländern betroffen sind.

Über 400 Familien der Waldorfschule in Finks Hawzien in Äthiopien konnten im Mai mit Weizenmehl versorgt werden. Die 25kg-Säcke stellen die Versorgung der Familien für einen Monat sicher.

Nach 100 Jahren Freie Waldorfschule und den großen Feiern 2019, nach der Reflektion der inneren Herausforderungen, die auf die Waldorfbewegung zukommen (wie neue pädagogische Herausforderungen, Generationswechsel, der Notwendigkeit, die kollegiale Zusammenarbeit neu zu beleben) steht die Waldorfbewegung nun vor einer äußeren Herausforderung. Durch die in manchen Ländern langanhaltend und massiv beschlossenen Schließungen von Krippen, Kindergärten, Schulen, Ausbildungseinrichtungen, durch Kurzarbeit der Eltern oder den Verlust ihrer Jobs werden die Beitragszahlungen von Eltern ungewiss oder haben bereits aufgehört. Die Freunde der Erziehungskunst haben Waldorf100, die Internationale Konferenz der Waldorfpädagogischen Bewegung, die Mahle-Stiftung, die Stiftung Evidenz, die Waldorf-Stiftung, die Iona Stichting und IASWECE (International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education) gebeten, sich an der »Gemeinsamen Aktion: Corona-Hilfen« zu beteiligen. Alle haben zugesagt. Aus dieser Gemeinsamen Aktion werden Waldorf-Kindergärten und Waldorfschulen unterstützt, die ausschließlich von Elternzahlungen abhängig sind und keine staatlichen Subventionen erhalten.

Anfang April wurde der Spendenaufruf »Die Folgen der Coronakrise mindern«, veröffentlicht, durch den bisher mehr als 231.000 Euro von privaten Spendern für Waldorfschulen und notfallpädagogische Maßnahmen eingingen. Hinzu kamen etwa 130.000 Euro durch die Aktionspartner für Waldorfschulen weltweit. Insgesamt konnten bereits mehr als 344.000 Euro den Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Die Schließungen rufen  Kettenreaktionen hervor, die Schulen vor große Probleme stellen: Da viele Eltern nicht mehr arbeiten gehen können und somit keine Einnahmen erzielen, können sie auch die – häufig ohnehin geringen – Elternbeiträge an die Schule nicht mehr bezahlen. Wenn die Kinder nicht mehr in die Schule gehen können, erhalten sie dort auch kein Schulessen mehr und können durch die Arbeitslosigkeit der Eltern kaum ausreichend versorgt werden. Es konnten unter anderem Kindergärten und Schulen in Armenien, Äthiopien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Chile, Peru, Costa Rica, Kolumbien, Nepal, Tansania und Mexiko Geld für Mieten und Gehaltszahlungen erhalten. Außerdem werden Schulen und Sozial-Einrichtungen zum Beispiel in Kolumbien, Brasilien und Äthiopien dabei unterstützt, Essensspenden für die Familien bereitzustellen.

Die Arbeit endet damit nicht. Schulen und Kindergärten in aller Welt haben bereits jetzt einen Bedarf von insgesamt über 824.000 Euro angemeldet. Viele durch die Corona-Krise ausgelösten Probleme werden erst in den nächsten Monaten ans Licht treten, sodass mit weiteren Anträgen zu rechnen ist.

Quelle: Freunde der Erziehungskunst

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Lobbyarbeit für die Kinder im Niedersächsischen Landtag

Im Oktober ist hier der Artikel »Ein Weg für die Kinder und die Demokratie« erschienen. Dieser Weg mündete in ein erstes Etappenziel. Am 27.10.2020... [mehr]

Eurythmie im Homeschooling

Der Kontrast hätte nicht größer sein können! Nach einer wunderbaren Monatsfeier im März verließen die Schüler und die Kolleg mit einem noch nie... [mehr]

Zweite Gemeinsame Stellungnahme des Bundes der Freien Waldorfschulen und der Medizinischen Sektion am Goetheanum zur Covid-19-Pandemie

Corona ist, soviel wird immer deutlicher, kein vorübergehender Albtraum, der bald wieder verweht sein wird. Wir werden lernen müssen, damit zu leben... [mehr]

Kunst hilft!

Liebe Waldorfeltern, ein paar Gedanken zur derzeitigen Lebenssituation unserer Gemeinschaft möchte ich Ihnen schenken. [mehr]

Vom Katastrophenmodus der Politik zum risikostratifizierten Handeln

Prof. Dr. med. Harald Matthes ist Leitender Arzt in der Gastroenterologie, ärztlicher Leiter und Geschäftsführer des Gemeinschaftskrankenhauses... [mehr]

Kunst für Frieden – Kinderkonzerte

Auch hierzulande erleben wir derzeit herausfordernde Zeiten, viele Kinder sind durch das veränderte Sozialleben verunsichert und angestrengt. Deshalb... [mehr]

Ein Weg für die Kinder und die Demokratie

Als im Kindergarten tätiger Pädagoge war ich spätestens im August nicht mehr bereit, in meiner täglichen Arbeit an gewissen Stellen den... [mehr]

Windrather Talschule schreibt an Bildungsministerin von NRW

Bereits am 25. August 2020 schrieben Schulleitung und Kollegium der Windrather Talschule einen Brief an die Schul- und Bildungsministerin von... [mehr]

Offener Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten und dessen Kultusminister

Dr. Martin Hirte und Dr. Steffen Rabe, zwei erfahrene und durch die Impfthematik nicht unbekannte Münchner Kinderärzte, haben sich am 4.9.2020 mit... [mehr]

Wohin mit den Schnupfennasen?

Ein Merkblatt zum aktuellen Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen bei Kindern im Vorschulalter – für Eltern und Institutionen. [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 57

1

2

3

4

5

6

Nächste >

Folgen