Sterne und Beerdigung

November 2017

Junge Menschen demonstrieren in Stuttgart für ein zukunftsfähiges Bildungswesen.

@ DSDJ

Am 11.11.17 gingen über 500 Menschen für bessere Bildung auf die Straße. »Bildungsgang« nannten die Jugendlichen ihre selbstorganisierte Demonstration.

»Unser Bildungssystem ist veraltet! Es verschwendet unsere Potentiale und bereitet uns nicht für die Anforderungen der Zukunft vor« findet Jola Drews (19), eine der Hauptinitiatorinnen. 

Das regnerische Wetter konnte die jungen Menschen nicht davon abhalten, aktiv für ihr Anliegen zu werden und ihre Bildung selbst in die Hand zu nehmen. »Stell Dir vor, es ist Schule und jeder will hin« war ihr Motto, unter dem sie am Samstag laut und lebendig durch die Stuttgarter Innenstadt zogen.

Angeführt wurde der Demozug vom Bildungsschiff, mit dem die Jugendlichen symbolhaft in ein zukunftsfähiges Bildungssystem aufbrachen.

Um zu verdeutlichen, dass das deutsche Bildungssystem des letzten Jahrtausends ihrer Meinung nach ausgedient habe, feierten sie dessen Beerdigung und trugen einen selbstgezimmerten Sarg voller alter Schulunterlagen zu Grabe.

Von Trauer war aber keine Spur, besonders durch ihren extra für das Event komponierten »Bildungsgang-Song« zog das junge Team die Demoteilnehmer in seinen Bann. Als Band nennen sie sich »Actio Grenzgänger« und singen in ihrem neuen Song von Kreativkükenschreddern und Notenprostitution. »Wir wollen in der Schule nicht in unserer Kreativität eingeschränkt und bewertet werden, sondern unseren individuellen Interessen nachgehen und uns selbstbestimmt entwickeln«, sagt Yolanda Beilharz (16).

Am Abend waren die »Visionen der Jugend« über ein Bildungssystem der Zukunft zu hören. Nachdem die 17-Jährige Mira Drews in einer bewegenden Szene ihre Beweggründe für ihren Schulabbruch dargestellt hatte, machten Benedikt Jeschke und Simon Marian Hoffmann in ihrem Vortrag klar, dass sie ein gesellschaftliches Umdenken in der Bildungsfrage forcieren. Sie sprachen von Träumen eines freien Bildungswesens wie von Sternen, denen die Gesellschaft entgegenlaufen sollte. Schnell zogen sie das Publikum in ihren Bann und es wurde deutlich, dass sich diese jungen Menschen intensiv damit beschäftigt hatten, wie sie zu einem zukunftsfähigen Bildungswesen gelangen können.S

Sie fordern Politiker und Behörden auf, die Bildung frei zu geben und wünschen sich von Lehrern, dass sie authentisch sind. Zu Schülern sagt Benedikt Jeschke: »Ihr habt ein Recht auf individuelle Bildung, also nehmt sie euch!«

»Wir werden nicht ruhen, bis unsere Forderungen nach einer Bildung des 21. Jahrhunderts umgesetzt sind«, stellt Hoffmann klar.

www.demokratische-stimme-der-jugend.de

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