Alanus-Hochschule: Stärkung des anthroposophischen Profils

November 2014

Die Alanus Hochschule baut ihre Kompetenzen in Forschung und Lehre zu den Themen Anthroposophie und Waldorfpädagogik weiter aus. In der vergangenen Senatssitzung überreichte Rektor Marcelo da Veiga die Ernennungsurkunde an Wolf-Ulrich Klünker, der eine Professur für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie antritt. Volker Frielingsdorf wurde zum Professor für Waldorfpädagogik und ihre Geschichte ernannt.

v.l.n.r.: Prof. Dr. Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule, Prof. Dr. Wolf-Ulrich Klünker, Prof. Dr. Jost Schieren, Leiter des Fachbereichs Bildungswissenschaft. Foto © Alanus Hochschule

Wolf-Ulrich Klünker hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen, Vorträge, Seminare und seine Forschungstätigkeit international einen Namen als Experte für Anthroposophie gemacht. Seine Impulse prägen maßgeblich die gegenwärtige Auseinandersetzung mit den Ideen Rudolf Steiners. Der 59-Jährige promovierte in Theologie und Sozialpädagogik und war anschließend zehn Jahre lang am anthroposophisch orientierten Friedrich von Hardenberg-Institut in Heidelberg beschäftigt. 1994 gründete Klünker die DELOS-Forschungsstelle, die sich einer Psychologie nach Rudolf Steiner widmet. Darüber hinaus leitet er seit 1996 die Turmalin-Stiftung, die Forschung, Bildung und Praxisfelder der Heilpädagogik und Psychologie sowie Psychotherapie fördert. Klünker veröffentlicht und lehrt in den Bereichen Anthropologie, christliche Geistesgeschichte sowie Psychologie und Psychotherapie. Die vergangenen zwölf Jahre war er Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland. Seit 2003 leitet er darin den Bereich Forschung und Forschungsförderung.

Klünker lehrt und forscht in Zukunft für das Institut für philosophische und ästhetische Bildung der Alanus Hochschule. »Mit Wolf-Ulrich Klünker haben wir einen Kollegen gewonnen, der das anthroposophische Profil der Hochschule stärkt – sowohl auf hohem wissenschaftlichen Niveau als auch mit einem Bezug zur Praxis, der von langjähriger Erfahrung geprägt ist«, sagt da Veiga. »Professor Klünker unterstützt mit seiner Arbeit die zeitgemäße Auseinandersetzung mit den Ideen Rudolf Steiners«, ergänzt Jost Schieren, Leiter des Fachbereichs Bildungswissenschaft. Damit trage Klünker zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Anthroposophie bei. »Genau diese sind dem Fachbereich ein großes Anliegen«, so Schieren weiter.

Volker Frielingsdorf war 20 Jahre lang als Oberstufenlehrer an der Freien Waldorfschule Schopfheim/Südbaden tätig. 2002 promovierte er im Fach Geschichte an der Universität zu Köln. Seit mehreren Jahren forscht und publiziert er zu verschiedenen Aspekten der Waldorfpädagogik. 2012 veröffentlichte der 56-Jährige im Beltz Juventa Verlag einen umfassenden und differenzierten Überblick über die Rezeptionsgeschichte der Waldorfpädagogik in der erziehungswissenschaftlichen Fachliteratur. Im selben Verlag gab er unter dem Titel »Waldorfpädagogik kontrovers« einen Reader mit mehr als 30 Beiträgen von Befürwortern und Kritikern der Pädagogik Rudolf Steiners heraus. Im vergangenen Jahr publizierte Frielingsdorf gemeinsam mit Rüdiger Grimm, Professor für Heilpädagogik an der Alanus Hochschule, und Brigitte Kaldenberg eine umfangreiche Monographie zur Geschichte der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie.

Derzeit erforscht Frielingsdorf im Auftrag des Bundes der Freien Waldorfschulen die Geschichte der Waldorfpädagogik von ihrer Begründung bis heute. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Verortung der Waldorfpädagogik im Kontext der Reformpädagogik. »Mir ist es ein großes Anliegen, dass sich die Waldorfpädagogik verstärkt in der deutschen Bildungslandschaft etabliert«, sagte Frielingsdorf anlässlich seiner Ernennung. Dabei seien ihm die Weiterentwicklung der Oberstufe der Waldorfschule im Sinne der anthroposophischen Menschenkunde sowie die zeitgemäße Fundierung der kollegialen Selbstverwaltung der Freien Schulen besonders wichtig, so Frielingsdorf weiter. »Die Ernennung von Volker Frielingsdorf ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Exzellenzzentrum für Forschung zur Waldorfpädagogik an der Alanus Hochschule«, freut sich Jost Schieren. Mit seiner Arbeit trage Frielingsdorf wesentlich zu einer soliden Basis für einen verstärkten Dialog von Waldorfpädagogik und klassischer Erziehungswissenschaft bei.

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Finanzielle Förderung für künftige Waldorflehrer

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn hat in Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen eine Förderung für... [mehr]

Für einen sachorientierten Blick auf Impfungen

Die Medizinische Sektion am Goetheanum und die Internationale Anthroposophische Ärztevereinigung halten fest: Anthroposophische Medizin vertritt... [mehr]

Mensch werden im digitalen Zeitalter. Netzwerktreffen in Dornach

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20... [mehr]

Ausstellung: Metamorphose Mensch & Tier

Nach Darwin ist der Mensch das Zufallsprodukt eines blinden Naturprozesses. Rudolf Steiner nahm Darwins Abstammungsgedanken auf, ergänzte ihn aber... [mehr]

Universität Witten/Herdecke vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre akkreditiert

Die Universität hat die Begutachtung durch den deutschen Wissenschaftsrat erfolgreich durchlaufen und erhält neben einigen Empfehlungen und Auflagen... [mehr]

Lehrstuhl für Medienpädagogik an der Freien Hochschule Stuttgart

Der Startschuss ist gefallen: Mit einem Festakt eröffnete die Freie Hochschule Stuttgart – Seminar für Waldorfpädagogik ihren von der Tessin-Stiftung... [mehr]

Weniger Vernetzung, mehr Intelligenz

Je intelligenter ein Mensch ist, desto weniger vernetzt sind die Nervenzellen in seiner Großhirnrinde. Zu diesem Ergebnis kommen Neurowissenschaftler... [mehr]

Kindergesundheit: Deutschland verschenkt Billionen

Übergewicht kostet: Der deutsche Staat wird bis zum Lebensende der heute übergewichtigen Kinder und Jugendlichen schätzungsweise 1,8 Billionen Euro... [mehr]

Fernsehen schadet dem Schlaf von Kindern

Kinder, die elektronische Medien nutzen, haben eine schlechtere Schlafqualität. Gleichzeitig scheint das Vorlesen oder Anschauen von Büchern den... [mehr]

Jena Experiment: Artenverlust zerstört Ökosysteme

Wie schwer wiegt der globale Artenverlust? Sind Stoffkreisläufe in einem Ökosystem mit wenig Arten verändert? Um dies zu klären, wurde 2002 das »Jena... [mehr]

Treffer 1 bis 10 von 236

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen