Kindergesundheit: Deutschland verschenkt Billionen

März 2018

Übergewicht kostet: Der deutsche Staat wird bis zum Lebensende der heute übergewichtigen Kinder und Jugendlichen schätzungsweise 1,8 Billionen Euro Folgekosten aufbringen müssen. Frühe Prävention von Übergewicht ist deshalb eine ökonomische Notwendigkeit.

In Deutschland sind zirka 50 % der Erwachsenen übergewichtig und 18% adipös. Von den 1980-er Jahren bis in die 2000-er Jahre ist ein massiver Anstieg zu erkennen. Bereits bei 3- bis 6-jährigen Kindern sind 6% übergewichtig und 3% adipös. Die gesundheitlichen Folgen sind hinlänglich bekannt: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Einschränkung, Leid. Dies vor allem, wenn Übergewicht – wie so oft – ein Leben lang anhält.

Statt sich gesellschaftlich auf hohe Therapiekosten einzurichten, wäre ein konsequentes Investment in Vorbeugung durch Gesundheitsbildung und Kompetenzvermittlung in Familien, Kindertagesstätten und Schulen und die Etablierung fester Regeln und Standards zu relevanten Risikofaktoren sinnvoller. Warum die Politik sich so wenig dieses Problems annimmt, ist schwer nachvollziehbar. Erklärbar ist der Mangel aus einem kurzfristigen Denken der Politiker und Entscheidungsträger. Denn derartige ökonomische Folgekostenabschätzungen überspannen mehr als 50 Jahre, also etwa zwölf Legislaturperioden. 

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

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