Vom Waldorfschüler zum Nobelpreisträger

Oktober 2013

Der ehemalige Waldorfschüler Thomas Südhof erhält für seine Forschungen zu den Kommunikationsprozessen im menschlichen Gehirn den Nobelpreis für Medizin.

Thomas Südhof

Die Süddeutsche Zeitung kommentiert: »Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass eine freiheitliche Erziehung nicht zwingend zu einem Mangel an Ehrgeiz führen muss, dann hat Thomas Südhof ihn erbracht. Als Sohn zweier Ärzte, aber Enkel zweier Waldorflehrer besuchte er eine Waldorfschule in Göttingen. Anthroposophisch sei seine Familie gewesen, erzählte er einmal. Aber davon abgehalten, ein Übermaß an Zeit und Energie in seine Profession zu stecken, hat sie ihn nicht.«

Südhof machte 1975 an der Göttinger Schule Abitur. Hier studierte er Medizin und schrieb bei Victor Whittaker am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie seine Doktorarbeit. Im Anschluss an Studium und Promotion ging er 1983 in die USA. In den 1990er-Jahren wurde er Direktor des Göttinger Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin, gab aber diese Stellung nach zwei Jahren wieder auf. 2008 ging er an die Stanford-Universität in Kalifornien.

Der Neurochemiker teilt sich die Auszeichnung mit den US-Forschern James Rothman (62) und Randy Schekman (64). Die drei Wissenschaftler haben wesentliche Transportmechanismen in Zellen entdeckt, deren Defekte Grundlage von Diabetes, Tetanus, degenerativen Nervenleiden und vielen anderen Krankheiten sind.

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