1. Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit in wenigen Sätzen.
In erster Linie sind wir für die Themenbereiche Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung sowie für Demokratie und Schule zuständig. Wir bieten neben begleitender Beratung für alle am Schulorganismus beteiligten Personen Fortbildungen, Vorträge und Coaching an, zunehmend auch für Schüler:innen, was mir besonders viel Spaß macht. Da kommt dann der «alte» Pädagoge durch. Als Beschwerdestelle arbeiten wir immer wieder auch mit Martina Christian von der Schlichtungsstelle zusammen.
2. Was ist der Zweck Ihrer Stelle, warum hat der BdFWS sie geschaffen?
Das Thema Extremismus – hauptsächlich Rechtsextremismus – wird in den Schulen immer relevanter. Dies erfordert eine fachliche wie pädagogische Expertise, die nur wenige Lehrerkräfte haben – und das betrifft staatliche Schulen ebenso wie private. Unsere Aufgabe ist es, die Schulen im Umgang mit Extremismus zu unterstützen und zu begleiten. Dazu gehören Presseanfragen, unter anderem Neurechter Medien, die da zu intervenieren versuchen, wo eine Schule handelt und sich gegen Rechtsextremismus in ihrem Organismus stellt. Hier arbeiten wir eng mit der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit zusammen.
3. Wovor würden Sie sich gern auch mal drücken?
Es ist nicht besonders schön, sich ständig mit diesen Schattenseiten unserer pädagogischen Arbeit zu beschäftigen. Aber es wird zu einem positiven, stärkenden Erlebnis, wenn gespiegelt wird, dass diese Arbeit notwendig und hilfreich ist. Das hilft mir, dabei zu bleiben.
4. Was ist Ihre Motivation, Ihr Leitstern hinter Ihrer Aufgabe?
Ich sehe und erlebe die Waldorfpädagogik als Freiheitspädagogik mit einem sehr hohen ethischen Anspruch im Sinne der Philosophie der Freiheit. Das gilt es, zu erhalten. An vielen Orten lässt sich beobachten, wie Freiheit bekämpft, Lebensstile vorgeschrieben und Menschen Gewalt angetan wird. Unter anderem durch einen global sehr gut vernetzten Neurechten Kulturkampf, auch auf höchster politischer Ebene. Hier ist es mir wichtig, nicht nur eine Haltung zu haben, sondern auch meinen Möglichkeiten entsprechend zu handeln.
5. Wenn Sie mal nicht an Ihrem Arbeitsplatz sind, wo sind Sie dann gerne und mit wem?
Da, wo mein Kopf einfach mal durchgepustet oder entlüftet wird, ich ein- und ausatmen kann und mit solchen Menschen zusammen bin, die ich lieb hab‘, die mich inspirieren, mit denen ich einfach sein kann.
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