Eine Pädagogin packt das Willkommenspäckchen aus.
Ein neuer erster Schultag. Neues Lehrer:innenzimmer, neues Kollegium, neue Schule. Wer ahnt, wie sich das anfühlt? Dieses Gemenge aus Vorfreude und Unsicherheit, aus Neugier und dem leisen Wunsch nach Orientierung? Genau dort wollten wir ansetzen. Vor fünf Jahren hat die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes der Freien Waldorfschulen die Willkommenspakete entwickelt – mit einer ebenso einfachen wie klaren Absicht: Neue Lehrkräfte sollen wahrnehmen, dass sie ankommen. Und wo. Die Idee dahinter ist nicht neu, aber sie ist wirkungsvoll: Wer von Beginn an weiß, welche Unterstützung ihm zur Verfügung steht und wer die Menschen dahinter sind, kann sich schneller einleben. Und wer sich einlebt, bleibt.
Was drin steckt
Herzstück jedes Willkommenspakets ist die Broschüre Wer macht was. Sie stellt ausführlich vor, was der Bund der Freien Waldorfschulen den Schulen und Lehrkräften bietet – und wer die Menschen hinter den einzelnen Abteilungen sind. Ergänzt wird sie durch praxisnahe Informationsmaterialien: Hinweise auf die Coachingclass, die kollegiale Beratung ermöglicht; Informationen zu den Unterstützungsangeboten der Öffentlichkeitsarbeit des Bundes; Angebote der Pädagogischen Forschungsstelle und Links zu Handreichungen auf der Verbandswebsite waldorfschule.de, die den Schulalltag erleichtern sollen.
Dazu kommt ein kleines persönliches Geschenk – und genau das ist es, zu dem wir am häufigsten Rückmeldungen bekommen. Ob Brotbox, Bienenwachstuch für Lebensmittel, Trinkflasche oder Kaffeebecher: Es ist ein Alltagsgegenstand. Keiner, der beeindrucken will. Aber einer, der sagt: Wir haben an euch gedacht.
Von der Mail zum Paket
In der Regel schreiben wir die Schulen im Juni erstmals an und bitten sie, die Anzahl ihrer neuen Lehrkräfte mitzuteilen. Ein Prozess, der sich erfahrungsgemäß bis in den Juli zieht – manchmal kommen Zahlen sogar noch nach den Ferien bis in den September. Mittlerweile ist das Willkommenspaket zu einem wirklich begehrten Angebot geworden.
Daniela Zoric, Leiterin des Marketings beim Bund der Freien Waldorfschulen, erlebt das jährlich aufs Neue: «Jedes Jahr sind wir wieder überrascht, wie groß die Nachfrage ist. Die Rückmeldungen aus den Schulen sind ausnahmslos positiv – und immer wieder hören wir, dass das Paket für neue Lehrkräfte ein echter Willkommensmoment ist.» Zwei Wünsche werden dabei immer wieder an uns herangetragen: Ob die Pakete nicht auch für Hortner:innen und Verwaltungs-mitarbeitende zur Verfügung gestellt werden könnten. Und ob es nicht möglich sei, sie direkt zu Beginn des neuen Schuljahres bereitzustellen. Beides sind berechtigte Fragen. Beides ließ sich bisher mit unserem Budget und unseren personellen Ressourcen nicht stemmen – die Willkommenspakete werden aus dem Etat der Öffentlichkeitsarbeit finanziert.
Was neu ist
Wir haben eine Lösung gefunden, die beides möglich macht: Flexibilität und Eigenverantwortung der Schulen. Ab Mitte Juni können Schulen die Willkommenspakete über den Webshop des Bundes der Freien Waldorfschulen (https://www.waldorfschule-shop.de) selbst bestellen – in der gewünschten Anzahl, zum gewünschten Zeitpunkt. Die Pakete werden mit einer Schutzgebühr von fünf Euro pro Stück abgegeben.
Das bedeutet: Wer schon in der ersten Ferienwoche neue Kolleg:innen begrüßen möchte, kann das Paket frühzeitig ordern. Wer noch nicht alle Zahlen zusammenhat, bestellt später. Und wer das Paket auch für Verwaltung oder pädagogische Mitarbeitende anbieten möchte, entscheidet das jetzt selbst. Ab wann die Vorbestellungen möglich sind, werden wir über die Allgemeine Rundmail kommunizieren.
Onboarding als Haltung
Das Willkommenspaket steht nicht allein. Der Bund der Freien Waldorfschulen baut sein Onboarding-Angebot gezielt weiter aus – mit der Personal Toolbox, einem digitalen Begleiter für professionelles Personalmanagement an Waldorfschulen. Die Toolbox umfasst einen vollständigen Zyklus von zehn Themen entlang der sogenannten Candidate Journey: von der Personalplanung und dem Recruiting über den Bewerbungsprozess und die Einstellung bis hin zu Onboarding, Mitarbeitendengesprächen, Fort- und Weiterbildung und einer bewusst gestalteten Arbeitsplatzkultur.
Damit adressiert die Personal Toolbox nicht nur den ersten Tag, sondern die gesamte Zeitspanne, in der eine neue Lehrkraft zur Waldorfschule gehört. Sie richtet sich an alle, die Personalverantwortung tragen – und macht dabei sichtbar, dass professionelles Personalmanagement und Waldorf-Kultur kein Widerspruch sind, sondern einander brauchen. «Das Willkommenspaket und die Personal Toolbox ergänzen sich ideal: Das eine ist der persönliche, warmherzige erste Kontakt – das andere gibt Schulen das strukturelle Rüstzeug, damit aus einem guten Start eine dauerhafte, gute Zusammenarbeit wird», sagt Daniela Zoric. Das Willkommenspaket war von Anfang an ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass ein guter Start kein Zufall sein muss – sondern etwas, das man gestalten kann. Das denken wir nach wie vor. Und wir freuen uns, dass es nun noch mehr Menschen erreichen kann.
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