Ausgabe 01-02/24

Die Kraft der Architektur

Angelika Lonnemann
Angelika Lonnemann

Architektur kann darüber entscheiden, wie wir im Raum hören, was wir riechen, was wir sehen, wenn wir aus dem Fenster schauen. Ob wir uns beengt oder geborgen fühlen, ob wir uns frei oder verloren in der Weite fühlen.
Von Beginn an sollten in Waldorfschulen Räume und Gebäude so gestaltet werden, dass sie das Lernen und die Entwicklung der Schüler:innen fördern sollten. Dabei spielten neben den jeweils aktuellen Architekturtrends die Anregungen von Rudolf Steiner immer eine Rolle. Die Gebäude sollten den organischen und geometrischen Formen der Natur nachempfunden sein und Bögen, Schwünge, außergewöhnliche Winkel und Farben sollten die Häuser naturgemäßer wirken lassen, Dächer wurden als Schalen oder Kappen angelegt. Insbesondere in den 70er Jahren und in der Boomzeit der Waldorfschulbauten arbeiteten Architekt:innen von Waldorfschulen in Arbeitskreisen zusammen, so entstand die Wiedererkennbarkeit der Waldorfschulgebäude.
Heutige Waldorfschulen können ganz anders aussehen – und doch nutzen auch sie organische Elemente. Wie gestalten heutige Architekt:innen Schulen und andere Waldorfeinrichtungen? Wie entwickeln sie mit den Schulen gemeinsam ihre Entwürfe? Diesem Thema ist dieses Heft gewidmet, wir beginnen mit der Geschichte der Waldorfarchitektur von Lars Frerichs, es folgen Beiträge über Mono Architekten von Thomas Maschke, von Matthias Zimmer und mit Pieter Van der Ree und Yaike Dunselmann.
Wie immer finden sich auch noch viele andere inspirierende Texte in dieser Ausgabe. Hiltrud Kamolz beschreibt, welche menschenkundlich-pädagogischen Auswirkungen das Korbflechten auf Neuntklässler:innen haben kann, Jessica Gube berichtet von Asterix und Obelix im Unterricht und Elisabeth Menzel beschreibt die Ganztagsbetreuung in Magdeburg. René Herrenkind portraitiert einen sehr jungen Träger des Schwimm-Totenkopfabzeichens.
Ab dieser Ausgabe geht die Serie #waldorflernt online auf unserer Website weiter. Im Heft beginnen stattdessen zwei neue Serien, eine von Wolfgang Müller mit Fragen und Antworten zur Anthroposophie und eine zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung von Gunter Keller.
Die Römer feierten übrigens im zweiten Monat des Jahres das «Februar»-Reinigungsfest, das sowohl die äußere Reinigung, also von Haus und Körper wie auch die innere Reinigung von schlechten Angewohnheiten betraf.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und einen reinigenden Februar!

Kommentare

Jörg Schröder, Bad Sassendorf bei Soest,

Guten Tag verehrte Frau Lonnemann.

Ich möchte mich auf diese Stelle Ihres Artikels beziehen:
"Die Gebäude sollten den organischen und geometrischen Formen der Natur nachempfunden sein und Bögen, Schwünge, außergewöhnliche Winkel und Farben sollten die Häuser naturgemäßer wirken lassen, "
In Rudolf Steiners Beschreibungen zu der von ihm ins Leben gerufenen Art der Formen in der Architektur betont er, dass diese eben nicht der Natur nachempfunden sind. Schade, dass sich seine Architektur im Verständnis der Menschen nicht in seinem Sinne entwickelt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Schröder

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