Kinderbuch

Ein Bilderbuch über den Rosenstraßen-Protest 1943

Johannes Roth

Dabei wurden solche, die in einer «gemischten» Familie mit nichtjüdischen Ehepartner:innen lebten, in ein Gebäude in der Rosenstraße (Berlin-Mitte) gesperrt. Dort versammelte sich in den nächsten Tagen eine so beträchtliche Zahl von Angehörigen, die lautstark die Freilassung ihrer Lieben verlangten, dass die Machthaber schließlich nachgaben.

Diesen Vorgang erzählt die Autorin Anja Tuckermann aus dem Blick von Kindern: Zwei Geschwister müssen erleben, wie ihr Vater plötzlich verschwindet und ihre Mutter sich mit anderen zu den Protesten zusammentut. Dabei wird zunächst zurückgegriffen und anhand von Beispielen die, über Jahre immer bedrängender gewordene, Diskriminierung der jüdischen Menschen vermittelt.

Erzählt wird auf zwei Ebenen: Einerseits die Geschichte in schlichter, schöner Sprache, andererseits kindgerecht formulierte Erklärungen, die die Vorgänge erläutern.

Die Bilder von Annabelle von Sperber sind im Wesentlichen im Hell-Dunkel-Kontrast gehalten, auf vielen Seiten von einer Farbgebung überzeichnet, bei der stark das Atmosphärische vermittelt wird, das mit den erzählten Geschehnissen zusammenhängt – eindringlich und freilassend zugleich.

Da für Kinder vor der Schulzeit das Thema dieses Buches schlicht überfordernd ist, wird es wohl eher von älteren Kindern gelesen werden. Unter ihnen sind ihm indes unbedingt viele Leser:innen zu wünschen!

Anja Tuckermann, illustriert von Annabelle von Sperber: Damals in der Rosenstraße, 48 Seiten, Fischer Sauerländer, 2026, 20 Euro.

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