Sachbuch

Ein Buch für den Vater und die ganze Welt

Thomas Lutze-Rodenbusch

Frank de Vries verfolgt in seinem Buch den Ansatz, Informationen zu liefern. Das überrascht angenehm in einer Zeit, in der viel geurteilt und appelliert wird. Der Autor liefert eine Basis für eigene Positionen und man mag staunen, dass es für eigene Stellungnahmen eine Hilfe sein kann.

Im Zentrum seiner Ausführungen stehen Menschen, die beispielhaft für die Friedensaktivität sind. De Vries beginnt in der Antike und zeigt an der Friedensgöttin Eirene, die später Pax bei den Römern hieß, dass es schon in vorchristlichen Zeiten Sehnsucht nach Ausgleich und Gerechtigkeit gab. Nachdem er knapp und klar die Grundlagen einer christlichen Friedensmission beschrieben hat, führt er eine beeindruckend lange Reihe an Menschen auf, die intensiv für den Frieden gestritten haben. Um nur einige herauszugreifen: der Namensgeber für internationale studentische Austauschprogramme, Erasmus von Rotterdam; Lew Tolstoi, Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Michail Gorbatschow. Er erklärt die Friedenssymbole Taube und ‚Regenbogen‘. Er verweist auf neue Denkansätze zum gesellschaftlichen Miteinander bei Steiner und Beuys. De Vries vergisst auch nicht, Organisationen zu nennen, die Menschen versammeln und zu mehr Wirksamkeit verhelfen wollen.

Zu jedem Stichwort gibt es knappe, sehr gut verständliche Informationen. Viele Portraitfotos vereinfachen den Zugang. Im Nachwort wünscht sich de Vries, dass es in Schulen ein wachsendes Bemühen um Friedenserziehung gibt. Auch dafür ist das Buch bestens geeignet.

De Vries hat das Buch seinem Vater gewidmet, der «mit 23 Jahren wegen seiner pazifistischen Überzeugung zu dreieinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, die er zuerst in einem Gefängnis in den Niederlanden und anschließend in einem deutschen Konzentrationslager verbrachte, welches er mit knapper Not überlebte.» Dieser sachlich-empathische Stil prägt sein Buch.

Frank de Vries: Der lange Weg zum Frieden in der Welt. 94 Seiten, Info3 Verlag, 2025, 14 Euro.

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