In acht Kapiteln beleuchten die Autor:innen Facetten von Kindheit und verbinden Lesbarkeit mit wissenschaftlichem Anspruch. Gerade die nüchterne, entdramatisierende Sicht hat das Potenzial, in der Erziehungsratgeber-Flut zu beruhigen, denn Kindheit im 21. Jahrhundert ist komplex und bietet keine einfachen Lösungen. Das gilt für Familien ebenso wie für Institutionen, Politik und Gesellschaft.
Im Abschlusskapitel plädiert der Band dafür, Kindheit stärker zu vertreten und strukturell mitzudenken – bis hin zu einer Art systematischer Berücksichtigung bei Entscheidungen.
Besonders anregend sind die ersten vier Kapitel: «Warum eigene Kinder?», «Was macht Kinder glücklich?», «Warum ist jedes Kind einzigartig?» und «Was sind gute Eltern?». Die Beiträge zeigen Elternschaft als Herausforderung in einer Welt, die planbar sein will, und zugleich als Chance, offen zu bleiben und beweglich zu werden. Kinder «zwingen» Eltern und Gesellschaft «zum Umdenken und zur Flexibilität». Wiederholt betont wird, wie wichtig Spielräume, passende Umgebungen und «vertraute, verfügbare und verlässliche Erwachsene» sind.
Oskar Jenni (Hg.): Kindheit – eine Beruhigung. 256 Seiten, Verlag Kein & Aber, 2024, 23 Euro.
Kommentare
Es sind noch keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Dieser wird nach Prüfung durch die Administrator:innen freigeschaltet.