Jugendbuch

Grün und Lila: Freundinnen für immer

Sarah Zelt

und hat ihre eigene Wahrnehmung der Welt und vor allem der Farben. Ihre Lieblingsfarbe Grün steht dabei für Neuanfänge, Geborgenheit und Selbstbewusstsein, während May-Lin alles, was ihr gefällt, mit «Voll lila!» würdigt. Doch als diese bei einem Fahrradunfall ums Leben kommt, wird die Welt von Raven mit einem Mal tiefschwarz. Mit dem Tod der Freundin steht sie plötzlich alleine da – in einer Welt, die ihr häufig mit Vorurteilen begegnet und ohne den Rückhalt dieser bedingungslosen Freundschaft. Erst als Roan, der Junge aus dem Club, plötzlich vor ihrer Tür steht, beginnt sie sich langsam wieder für die Welt um sie herum zu interessieren. Eislaufen, ins Museum gehen und mit den Händen malen, nach London reisen: diese erste große Liebe ist für beide ein aufregendes Abenteuer. Bis Roans Vater die Beziehung durch eine tragische Verstrickung in May-Lins Unfall auf die Probe stellt.

Pamela Sharon gelingt es in diesem locker geschriebenen Roman, die besondere Wahrnehmung der blinden Protagonistin intensiv erlebbar zu machen. Blindheit ist hier kein Mangel, sondern eine Neuverknüpfung unserer Sinne, die ein farbenfrohes und emotional feinfühliges Erleben der Welt möglich machen. Zugleich werden die Schwierigkeiten, Vorurteile und äußeren Zuschreibungen, mit denen Raven täglich umgehen muss, reflektiert behandelt. Dabei bleibt sie immer eine selbstbestimmte junge Frau, die trotz der großen Trauer um ihre Freundin Schritt für Schritt lernt, sich neu zu entdecken und mutig die Welt zu erkunden. Im Verweben von Erinnerungen an die verstorbene Freundin und dem Fortgang der Erzählung widmet sich Sharon sensibel und nahbar den Themen Trauer, Vergebung und Erwachsenwerden. Eine Coming-of-Age Geschichte, die tief in konfliktreiche Freundschaften und Familienbeziehungen eintaucht, ohne dabei ihren leichten und humorvollen Ton zu verlieren.

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