Sachbuch

Lebendiges Fragenstellen

Ursula Wendling

Sie reichen von Konzepten wie «Identität/Nicht-Identität» im ersten Cluster über «Farbe» bis hin zu «Installation/Architektur». In jedem Abschnitt steigt er zunächst mit einem Vorblick und einer Einführung ins Thema ein und zeigt dann in einer Reihe von Praxis-Beispielen die Umsetzung. Letztere sind beschrieben und reich illustriert, so dass man sich im wahrsten Sinne des Wortes sehr gut ein Bild von den entstandenen Werken und ihrem Hintergrund machen kann. Sehr gut zu erkennen sind immer wieder die kunsthistorischen Bezüge, die bis in die zeitgenössische Kunst reichen und zum Teil auch explizit in den Texten und der begleitenden Website aufgegriffen werden. Die Praxis-Beispiele werden zum Teil durch Berichte über Prüfungen und Abschlussarbeiten ergänzt.

Wie die Cluster-Bezeichnungen schon vermuten lassen, stehen eher ältere Schüler:innen im Fokus. Im Vorwort schreibt der Autor, dass er die Essenz von 35 Jahren Oberstufen-Kunstunterricht in seinem Werk destilliert hat.  Eine schöne Ergänzung sind die Schüler:innenberichte, die schon im Vorwort beginnen und in den einzelnen Clustern immer wieder zu finden sind. Eine weitere Ergänzung findet sich online, wo Hauke auf seiner Website ein Register bereitstellt. Dahinter verbirgt sich ein weiteres umfangreiches Konvolut an Texten, das sich wissenschaftlich fundiert mit kunsthistorischen Bezügen auseinandersetzt.

Alles in allem ist das Werk von Henning Hauke ein mit vielen Bildbeispielen reich illustriertes Praxis-Handbuch und eine Inspirationsquelle für Kunstlehrende. Der Fokus liegt dabei klar auf der lebensnah vermittelten Pädagogik.

Henning Hauke: Mit dem Leben verbinden. Autonome und sensible Prozesse in der Kunstpädagogik, 235 Seiten, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2023, 38 Euro.

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