Ausgabe 11/26

Mehr Aufklärung über E-Zigaretten

Ines Lechner
Bildquelle: Charlotte Fischer


Der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten steigt deutlich an. In freundlichen Farben und ansprechenden Verpackungen werden sie auf ausladenden Verkaufsflächen in Supermärkten und Tankstellen präsentiert. Die Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigt: Der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nimmt bei Jugendlichen stärker zu als der von Tabakzigaretten. Zwischen 2021 und 2025 stieg der Anteil der Konsumierenden bei männlichen Jugendlichen von 2,9 auf 6,7 Prozent, bei weiblichen Jugendlichen von 1,8 auf 7,8 Prozent. Insgesamt weist der Bericht auf eine bedenkliche Entwicklung hin. Seit 2001 war über lange Zeit zu beobachten, dass der Anteil der Jugendlichen, die sich selbst als Raucher:in bezeichneten, zurückging. Das hat sich inzwischen geändert. Die Anzahl Jugendlicher, die sich als Raucher:in verstehen, nimmt wieder zu.

In E-Zigaretten wird kein Tabak verbrannt, sondern eine Flüssigkeit – das sogenannte Liquid – erhitzt, bis daraus Dampf entsteht. Insbesondere bei sehr hohen Temperaturen können aus den Hauptbestandteilen gesundheitsschädliche, teilweise krebserregende Stoffe entstehen. Über den Dampf können diese Stoffe in den Körper gelangen, warnt der Deutsche Krebsinformationsdienst, angesiedelt am Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Zudem zeigen mehrere Studien, dass manche Bestandteile der Liquids miteinander reagieren können. So können neue, unvorhergesehene Stoffe entstehen. Welches Risiko dadurch für die Gesundheit der Nutzenden besteht, lässt sich nicht konkret sagen. Wie hoch das Risiko ist, hängt wahrscheinlich auch vom Gerät und dem Liquid ab. Es gibt viele verschiedene Geräte von unterschiedlichen Herstellern. Und auch Liquids gibt es in vielen Geschmacksrichtungen und mit unterschiedlichen Nikotinstärken. Diese Vielfalt macht es noch schwieriger, die Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten zu bewerten, erklärt der Deutsche Krebsinformationsdienst.

Laut Drogenaffinitätsstudie 2025 nutzen inzwischen mindestens 90 Prozent der Konsument:innen nikotinhaltige Liquids. Die Autor:innen betonen, dass Mehrweg-E-Zigaretten in der Prävention stärker in den Blick genommen werden sollten – auch weil sie in vielen optischen und geschmacklichen Varianten erhältlich sind und dadurch bereits bei jüngeren Konsumierenden attraktiv wirken. Beispiele für außerschulische Präventionsprojekte gibt es inzwischen einige. Etwa das «breathe free!»-Methodenset, das von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin in Zusammenarbeit mit der mkk – meine krankenkasse entwickelt wurde und zur Nutzung in pädagogischen Arbeitsfeldern zur Verfügung steht. Es umfasst vier Module, die sowohl im Schulunterricht als auch in verschiedenen Settings der Jugendarbeit eingesetzt werden können. Das Projekt fördert die Reflexion von Reiz und Risiken beim Vapen, setzt sich kritisch mit Werbestrategien – vor allem auf Social Media – auseinander und zeigt Jugendlichen Handlungsstrategien für Alltagssituationen auf. 

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen

0 / 2000

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Dieser wird nach Prüfung durch die Administrator:innen freigeschaltet.