Die Knotenlöserin sitzt geduldig und entwirrt mit Fingern und Ohren. Ein bunt illustriertes Buch, was klug spielt mit dem konkret verworrenen Knoten, der im unkonkreten – übertragenen Sinne für vieles stehen kann: Ein lästig verknotetes Wollknäuel wie ein endloser Streit. Dabei überträgt sich diese Spielerei auch in die Sprache, denn Autorin Lena Raubaum streut ab und zu einen kleinen Reim ein und hat sichtliche Freude an Adjektiven.
Die Illustratorin Clara Frühwirth lässt die Seiten nicht zu voll werden und doch entdeckt man beim Lesen immer wieder neue Dinge, die verknotet sind. Dabei sind die vielen Wesen, Menschen wie Tiere, mit verschiedenen Techniken dargestellt und passen dennoch zueinander. Eine Giraffe im Kinderwagen, ein alter Mann neben einer lebensgroßen Schere. Absurdes darf normal sein. Die Knotenlöserin löst nicht alle Knoten und wer sich darüber wundert, bekommt zur Antwort: «Manche Knoten sind nicht mein, manche Knoten müssen sein und manche lösen sich von ganz allein.»
Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder, das Lust macht Probleme als kleine Geduldsprobe zu verstehen. Und manches löst sich ja auch von ganz allein. Ein Glück! Empfohlen ab 4 Jahren.
Lena Raubaum, Clara Frühwirth: Die Knotenlöserin, 26 Seiten, Tyrolia Verlagsanstalt, 2018, 18 Euro.
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