Bislang führte der Weg in die pädagogische Eurythmie über ein künstlerisches Grundstudium. Wir haben uns gefragt, wie sich die Eurythmie-Pädagogik so vermitteln lässt, dass sie als Essenz künstlerischer Erziehung erlebt werden kann, und wie sich aus der pädagogischen Schatzkiste ein Übungsweg gestalten lässt, der das «eurythmische Instrument» heranbildet und pflegt. Unser Ausgangspunkt war, einen Weg zu entwickeln, der Menschen dazu befähigt, direkt in den Eurythmieunterricht einzusteigen.
Denn immer mehr Einrichtungen können vorhandene Stellen nicht mehr besetzen. Dies bestätigte sich bei der Fachkonferenz Eurythmie-Pädagogik, zu der die LAG Baden-Württemberg im Frühjahr nach Reutlingen eingeladen hatte. In der Bestandsaufnahme zeigte sich, dass ein entscheidender Grund für unbesetzte Stellen darin liegt, dass Kolleg:innen in Rente gehen, ohne dass es Nachwuchs gibt. Dieser Trend wird sich mittelfristig noch verschärfen.
Der eigene Übweg – Die Kunst des inneren Raumes
In einer Teilzeitausbildung ist das eigene Üben und der vielseitige Umgang mit der Eurythmie essenziell, um Kontinuität und Lebendigkeit im Umbildungs-Prozess des eigenen Leibes zum «eurythmischen Instrument» zu gewährleisten.
Das eigene Üben bezieht sich nicht allein auf den Umgang mit den eurythmischen Elementen, sondern auch auf die Erweiterung der Wahrnehmungsfähigkeiten im Hinblick auf die menschlichen Entwicklungsstufen sowie die eigenen inneren Prozesse, insbesondere beim Unterrichten.
Der schöpferische Boden, auf dem Spielfreude, entdeckendes Lernen und Daseinsfreude wachsen und gedeihen können, nährt sich aus diesem inneren Übungsweg. Er bildet den Untergrund für die Herausforderungen des Unterrichtens. Zudem gehen aus diesem inneren Weg die wichtigen Fragestellungen in Bezug auf die eurythmische Arbeit und die Unterrichtstätigkeit hervor.
Wir verstehen den eigenen Übungsweg als einen künstlerischen Prozess, der zur Öffnung von Bewegungs-, Begegnungs- und Beziehungsräumen führt. Alle drei sind Teil des Geheimnisses einer guten Pädagogik.
Praxisnahes Konzept im anthroposophischen Netzwerk
Das Besondere an diesem vierjährigen Teilzeitmodell ist, dass es sich gezielt an Menschen richtet, die bereits fundierte waldorfpädagogische Erfahrungen und Vorbildung mitbringen und nun den Schritt in die eurythmische Professionalisierung gehen möchten.
Durch die berufsbegleitende Struktur wird die Ausbildung direkt mit der Praxis verknüpft. Die praktischen Phasen werden an der eigenen Waldorfschule oder dem Waldorfkindergarten absolviert. Somit entsteht eine Rückkopplungsschleife, von der sowohl die Auszubildenden als auch die teilnehmenden Institutionen profitieren.
Die Struktur im Überblick
• Präsenz-Studium: Vier Intensivwochen pro Jahr, sowie 14-tägige Ausbildungstage im Seminar Reutlingen.
• Einführung in die Praxis und Mentorierung: Durch erfahrene Eurythmiepädagog:innen am Tätigkeitsort.
• Kontinuierliche Begleitung: Wöchentliche Videokonferenzen sichern den fortlaufenden fachlichen und kollegialen Austausch.
• Abschluss: Die Ausbildung schließt mit einem Zertifikat für Eurythmiepädagogik der Sektion für Redende und Musizierende Künste von der Freie Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum in Dornach ab.
Ausführliche Details zu den Zulassungsvoraussetzungen und zur Anmeldung finden Sie auf der offiziellen Webseite: www.eurythmiepaedagogik.de
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