Ausgabe 10/26

Online recherchieren, offline unterrichten

Bild: Redaktion und KI

Miriam Rönn arbeitet seit rund vier Jahren als freie Mitarbeiterin für unterschiedliche Projekte im BdFWS. Aktuell betreut sie als Koordinatorin das Projekt WiWa – Wissen@Waldorf. Dieses soll die interne Zusammenarbeit der Waldorfbewegung nachhaltig stärken, so das Anliegen. «Wir sind ein Verband mit immerhin 258 Schulen, zwölf Landes- und regionalen Arbeitsgemeinschaften sowie mehr als 30 Seminaren für die Lehrer:innenausbildung», erklärt Rönn. «Hier müssen wir nicht nur nach außen gut kommunizieren, sondern auch innerhalb unserer Gemeinschaft.» Die neue Plattform richtet sich vor allem an Fachgruppen, Lehrkräfte, Mitarbeitende in den Schulen, Gremien, auch an bundesweite Netzwerke wie die Waldorfschulsozialarbeiter:innen oder die Bundeselternkonferenz. Sie alle sollen künftig einfacher miteinander in Kontakt treten, Informationen austauschen und gemeinsam arbeiten können. «Wir wollten im Grunde genommen so etwas schaffen wie Facebook, WhatsApp und Instagram – nur auf einer geschlossenen Ebene als ein System für Waldorfschulen», erklärt Rönn.

Datenbank für Unterrichtsmaterial

Während die Kommunikationsplattform den Austausch fördert, verfolgt die Mediathek ein anderes Ziel: Als multimediale Datenbank soll sie Lehrkräften qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien an einem zentralen Ort zur Verfügung stellen. Ausgangspunkt für dieses Vorhaben war die Überlegung, Teile des Richter-Lehrplans – von der Forschungsstelle regelmäßig herausgegeben, mit methodisch-didaktischen Empfehlungen und Unterrichtszielen für die einzelnen Klassenstufen versehen – künftig nicht in Buchform, sondern online bereitzustellen. «Und dann war da die Idee: Wenn wir das machen, können wir auch noch andere Unterrichtsmaterialien online verfügbar machen», erzählt Dr. Ingo Christians. Als er vor zwei Jahren die Geschäftsführung der Forschungsstelle übernahm, gehörte die Entwicklung der Mediathek zu seinen ersten Projekten. Als ehemaliger Ausbildungsbeauftragter für angehende Waldorflehrer:innen hatte er sich bereits viele Jahre mit Fragen der Berufseinführung beschäftigt. «Daher kenne ich vor allem die Nöte von Quereinsteiger:innen und Berufsanfänger:innen und sehe, was sie für ihre Arbeit brauchen.»

In der Mediathek finden sie künftig sorgfältig ausgewählte Materialien, die den Einstieg erleichtern und den Unterricht unterstützen. Gleichzeitig bietet die Sammlung auch erfahrenen Kolleg:innen neue Impulse und Anregungen für ihre pädagogische Arbeit – etwa für den Grammatikunterricht im Fach Deutsch in den Klassen drei bis acht. Daneben finden sich weitere von der Forschungsstelle behandelte Themen wie Sozialarbeit an Waldorfschulen, Konferenzgestaltung und Selbstverwaltung.

Waldorfpädagogik gemeinsam gestalten

In der neuen Waldorf-Plattform stehen Kommunikationsbereich und Mediathek gleichwertig nebeneinander und sind über einen gemeinsamen Zugang erreichbar. «Man meldet sich mit einem eigenen Profil an, kommt auf die Plattform und hat dann die Möglichkeit, in den einen oder anderen Bereich zu gehen», erklärt Rönn. In einer Pilotphase testeten bereits vier Gruppen die Kommunikationsplattform – mit durchweg positiver Resonanz. Nutzer:innen können Daten gemeinsam verwalten, sich in themenbezogenen Foren austauschen oder private Chats nutzen.

Die Mediathek wird noch in diesem Schuljahr an den Start gehen. Bis dahin gilt es, diese mit Materialien in unterschiedlichen Formaten – Text, Audio und Video – zu bestücken. «Hier wird es wirklich einen Mehrwert für die Kolleg:innen in den Schulen geben», sagt Christians. Sein Ziel ist es, für ein und denselben Unterricht verschiedene Herangehensweisen bereitzustellen. «Waldorfpädagogik ist ein situatives Geschehen aus dem Moment heraus und trotzdem mache ich mir natürlich für den Unterricht einen Plan.» Die Materialien der Mediathek sollen dafür Orientierung geben,
ohne die pädagogische Freiheit
einzuschränken. Sie geben, so Christians, genug an die Hand, um loslegen zu können, aber auch genug Möglichkeit, um eigene Kreativität einzusetzen.

Damit die Plattform langfristig lebendig bleibt, ist die Forschungsstelle auf die Mitarbeit engagierter Pädagog:innen angewiesen. Sie tragen mit ihren Ideen, Unterrichtsentwürfen und Erfahrungen dazu bei, dass die Mediathek kontinuierlich wächst und sich weiterentwickelt. «Mit der neuen Plattform machen wir die Waldorf-Community auch im digitalen Raum erlebbar, verbinden uns über die Schulen hinweg und lernen voneinander», sagt Christians. Rönn ergänzt: «Wir schaffen einen heilsamen Impuls für die Schulbewegung, weil wir hier einen Ort haben, an dem sich Lehrkräfte, Schulen und Gremien vernetzen und gemeinsam eine lebendige und qualitätsvolle Waldorfpädagogik gestalten können.» ‹›

Miriam Rönn arbeitet seit rund vier Jahren als freie Mitarbeiterin für unterschiedliche Projekte im BdFWS. Aktuell betreut sie als Koordinatorin das Projekt WiWa – Wissen@Waldorf. Dieses soll die interne Zusammenarbeit der Waldorfbewegung nachhaltig stärken, so das Anliegen. «Wir sind ein Verband mit immerhin 258 Schulen, zwölf Landes- und regionalen Arbeitsgemeinschaften sowie mehr als 30 Seminaren für die Lehrer:innenausbildung», erklärt Rönn. «Hier müssen wir nicht nur nach außen gut kommunizieren, sondern auch innerhalb unserer Gemeinschaft.» Die neue Plattform richtet sich vor allem an Fachgruppen, Lehrkräfte, Mitarbeitende in den Schulen, Gremien, auch an bundesweite Netzwerke wie die Waldorfschulsozialarbeiter:innen oder die Bundeselternkonferenz. Sie alle sollen künftig einfacher miteinander in Kontakt treten, Informationen austauschen und gemeinsam arbeiten können. «Wir wollten im Grunde genommen so etwas schaffen wie Facebook, WhatsApp und Instagram – nur auf einer geschlossenen Ebene als ein System für Waldorfschulen», erklärt Rönn.

Datenbank für Unterrichtsmaterial

Während die Kommunikationsplattform den Austausch fördert, verfolgt die Mediathek ein anderes Ziel: Als multimediale Datenbank soll sie Lehrkräften qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien an einem zentralen Ort zur Verfügung stellen. Ausgangspunkt für dieses Vorhaben war die Überlegung, Teile des Richter-Lehrplans – von der Forschungsstelle regelmäßig herausgegeben, mit methodisch-didaktischen Empfehlungen und Unterrichtszielen für die einzelnen Klassenstufen versehen – künftig nicht in Buchform, sondern online bereitzustellen. «Und dann war da die Idee: Wenn wir das machen, können wir auch noch andere Unterrichtsmaterialien online verfügbar machen», erzählt Dr. Ingo Christians. Als er vor zwei Jahren die Geschäftsführung der Forschungsstelle übernahm, gehörte die Entwicklung der Mediathek zu seinen ersten Projekten. Als ehemaliger Ausbildungsbeauftragter für angehende Waldorflehrer:innen hatte er sich bereits viele Jahre mit Fragen der Berufseinführung beschäftigt. «Daher kenne ich vor allem die Nöte von Quereinsteiger:innen und Berufsanfänger:innen und sehe, was sie für ihre Arbeit brauchen.»

In der Mediathek finden sie künftig sorgfältig ausgewählte Materialien, die den Einstieg erleichtern und den Unterricht unterstützen. Gleichzeitig bietet die Sammlung auch erfahrenen Kolleg:innen neue Impulse und Anregungen für ihre pädagogische Arbeit – etwa für den Grammatikunterricht im Fach Deutsch in den Klassen drei bis acht. Daneben finden sich weitere von der Forschungsstelle behandelte Themen wie Sozialarbeit an Waldorfschulen, Konferenzgestaltung und Selbstverwaltung.

Waldorfpädagogik gemeinsam gestalten

In der neuen Waldorf-Plattform stehen Kommunikationsbereich und Mediathek gleichwertig nebeneinander und sind über einen gemeinsamen Zugang erreichbar. «Man meldet sich mit einem eigenen Profil an, kommt auf die Plattform und hat dann die Möglichkeit, in den einen oder anderen Bereich zu gehen», erklärt Rönn. In einer Pilotphase testeten bereits vier Gruppen die Kommunikationsplattform – mit durchweg positiver Resonanz. Nutzer:innen können Daten gemeinsam verwalten, sich in themenbezogenen Foren austauschen oder private Chats nutzen.

Die Mediathek wird noch in diesem Schuljahr an den Start gehen. Bis dahin gilt es, diese mit Materialien in unterschiedlichen Formaten – Text, Audio und Video – zu bestücken. «Hier wird es wirklich einen Mehrwert für die Kolleg:innen in den Schulen geben», sagt Christians. Sein Ziel ist es, für ein und denselben Unterricht verschiedene Herangehensweisen bereitzustellen. «Waldorfpädagogik ist ein situatives Geschehen aus dem Moment heraus und trotzdem mache ich mir natürlich für den Unterricht einen Plan.» Die Materialien der Mediathek sollen dafür Orientierung geben,
ohne die pädagogische Freiheit
einzuschränken. Sie geben, so Christians, genug an die Hand, um loslegen zu können, aber auch genug Möglichkeit, um eigene Kreativität einzusetzen.

Damit die Plattform langfristig lebendig bleibt, ist die Forschungsstelle auf die Mitarbeit engagierter Pädagog:innen angewiesen. Sie tragen mit ihren Ideen, Unterrichtsentwürfen und Erfahrungen dazu bei, dass die Mediathek kontinuierlich wächst und sich weiterentwickelt. «Mit der neuen Plattform machen wir die Waldorf-Community auch im digitalen Raum erlebbar, verbinden uns über die Schulen hinweg und lernen voneinander», sagt Christians. Rönn ergänzt: «Wir schaffen einen heilsamen Impuls für die Schulbewegung, weil wir hier einen Ort haben, an dem sich Lehrkräfte, Schulen und Gremien vernetzen und gemeinsam eine lebendige und qualitätsvolle Waldorfpädagogik gestalten können.» ‹›

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