Seit über einem Jahrzehnt gibt es an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) neben den human- und zahnmedizinischen Studiengängen auch ein psychologisches Studienangebot: einen Bachelor- und Masterstudiengang, der als klinisch-psychologischer Approbations-Studiengang ausgerichtet ist. In kleinen Gruppen von 45 Studierenden pro Semester erwerben die Studierenden eine inhaltliche und methodisch-psychologische Grundausbildung mit vielen anwendungsorientierten Praxiselementen und einem klinisch-psychologischen Schwerpunkt bereits ab dem dritten Bachelorsemester. Dabei kommen die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren zur Geltung, ebenso wie unterschiedliche Lehr- und Prüfungsformate, welche das Studienangebot in Witten prägen. Das ergänzende Studium Fundamentale ermöglicht einen Blick über das eigene Spezialgebiet hinaus – dafür ist ein Tag in der Woche reserviert, der es auch ermöglicht, mit Menschen anderer Disziplinen in einen Austausch zu kommen und sich in Perspektivenvielfalt und interdisziplinärem Denken zu üben.
Bundesweit einzigartig ist darüber hinaus das seit inzwischen fast einem Jahrzehnt etablierte anthroposophische Begleitstudium, welches den Studierenden die Auseinandersetzung mit Fragen nach Gesundheit, Krankheit und Heilung und nach dem Menschen als Ganzem aus einer spirituellen und philosophischen Perspektive ermöglicht. Jedes Semester können die Studierenden neben den Modulen des grundständigen Studienangebotes auf diesem Wege aus einem Angebot von über 30 Veranstaltungen individuell relevante Vertiefungsthemen wählen – darunter Kurse zur Gesprächsführung und Biographiearbeit, Exkursionen, interdisziplinäre Falltage mit Patientenvorstellungen und vieles mehr.
Seit nunmehr fünf Jahren gibt es darüber hinaus ein Institut für Erste-Person Forschung. Dort werden systematisch die inneren Erlebnisse von Menschen untersucht und das Wissen für die praktische Anwendung nutzbar gemacht. Bisher wurden die Besonderheiten des individuellen Erlebens noch wenig erforscht. Das Institut entwickelt Methoden, um das menschliche Erleben besser zu verstehen. Diese Methoden sind inzwischen in Forschung und Lehre etabliert, sodass die Studierenden ihre Erfahrungswelt systematisch erkunden und ihre Erkenntnisse sodann nutzbringend zur Vertiefung der Lehr- und Forschungsinhalte zum Einsatz bringen können. Die Erste-Person-Forschung kann so auch einen Beitrag zur Erforschung psychotherapeutischer Prozesse und anderer Lern- und Erfahrungsprozesse leisten.
Die grundständigen Studiengänge erhalten regelmäßig Bestnoten im nationalen Hochschulvergleich. Zweimal im Jahr findet ein Tag der offenen Tür statt – die Bewerbungsfrist für das Sommersemester ist jeweils der 30. September; für das Wintersemester der 28. Februar. Für die Studiengänge durchlaufen die Interessierten ein eigenes Auswahlverfahren, sodass die Abiturnote eine nebengeordnete Rolle spielt. Das Studium ist zwar selbst-finanziert, aber mit dem umgekehrten Generationen-Vertrag gibt es die Möglichkeit, die Studiengebühren erst dann zurückzuzahlen, wenn sich ein festes Einkommen ergibt.
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