Das Wort «Macht» hat indogermanische Wurzeln und kann auf «mag» (formen, bilden) oder «magh» (machen im Sinn von können und vermögen) zurückgeführt werden. Wer Macht hat, kann also etwas bewirken, gestalten und ermöglichen: Entscheidungen treffen, Regeln setzen, Ressourcen verteilen, Menschen fördern oder bremsen. Macht entsteht da, wo Menschen zusammenarbeiten.
Wir brauchen Macht – sie darf nur nie alleinstehen! Macht ist immer unmittelbar mit Verantwortung verbunden. An unseren Schulen gibt es Macht zunächst bei der Schulleitung. Auch das Kollegium hat Macht. Es gestaltet die ganze Schulkultur. Eine etwas schwer durchschaubare Form von Macht lässt sich auch in unseren Konferenzen finden. Das Aufhalten von Prozessen oder das Nicht-Mitmachen oder das Sich-nicht-an-Beschlüsse-gebunden-fühlen ist eine Form der Machtausübung.
Auch Vorstand und Geschäftsführung haben Macht. Hier kann Übermacht durch Informationskonzentration entstehen – was nicht automatisch bedeutet, dass der Informationsfluss aufgehalten wird. Er staut sich gerne mal an, da nicht klar ist, wohin was fließen muss.
Auch Eltern und Schüler:innen beeinflussen durch ihr Engagement und ihre Haltung die Entwicklung unserer Schulen und sind dadurch mächtig. Wo viele gemeinsam Verantwortung tragen, wird das Verhältnis von Macht und Verantwortung leicht diffus, wenn nicht genau geklärt ist, wer was entscheidet. Aufgaben und Entscheidungshoheit von Vorstand, Kollegium und Geschäftsführung müssen klar definiert sein, sonst entsteht Unsicherheit, manchmal Ohnmacht oder es wird Machtmissbrauch unterstellt.
Wir brauchen deshalb gute Mächte! Das sind einerseits Menschen, die mit der ihnen anvertrauten Macht im Sinn der Gemeinschaft gestalten und Verantwortung übernehmen – in Leitungsgremien und Delegationen, Kollegium, Elternschaft und Schülerschaft. Es sind andererseits wohlwollende tragende Kräfte wie Klarheit, Transparenz und gegenseitiges Vertrauen. Und wir brauchen eine Haltung, die geprägt ist von Verständnis und Unterstützung für diejenigen, die Verantwortung tragen.
Ausgabe 03/26
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