Ausgabe 01-02/26

Vorstandswahlen im BdFWS im März 2026

Angelika Lonnemann


Nele Auschra (*1969)
 

Wie gelingt es, junge Menschen bestmöglich auf ihr Leben einzustimmen? Ihnen individuelle Entwicklung in Gemeinschaft zu ermöglichen, dass sie sich kraftvoll in die Gegenwart hineinstellen und freiheitlich und verantwortlich handelnd die Zukunft mitgestalten wollen? Es ist mir ein Anliegen, hierfür den Boden zu bereiten und die an den Waldorfschulen tätigen Menschen bestmöglich und vielfältig dabei zu unterstützen, guten Unterricht zu gestalten. Aktuell verantworte ich im Vorstand des BdFWS die Arbeitsfelder Heilpädagogik/Inklusion, Netzwerk der anthroposophischen Verbände, Herausgabe Erziehungskunst, Pädagogische Forschungsstelle und Öffentlichkeitsarbeit. Die Steuerung des Transformationsprozesses liegt mir besonders am Herzen. 

Ich war Schülerin an der Freien Waldorfschule Mannheim und habe nach einem kulturwissenschaftlichen Studium 35 Jahre in Köln gelebt und gearbeitet – zunächst in einem kleinen Verlag mit angeschlossener PR-Agentur und dann zehn Jahre als Co-Geschäftsführerin der Michaeli Schule Köln. 2017 wurde ich erstmals in den Vorstand des BdFWS gewählt, 2020 wurde ich Mitglied des Teams der Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS und habe 2021 dessen Leitung übernommen. Seit kurzem lebe ich dörflich im Umland von Hannover und arbeite dort, im ICE, im BdFWS-Büro in Berlin und an allen Orten, an denen der Vorstand aktiv wird. 

Sonnhild Gädeke-Mothes (*1965)
 

Seit 35 Jahren bin ich als Eurythmistin im künstlerischen, pädagogischen und im Ausbildungsbereich tätig. Meine biografische Entwicklung öffnete sich in dieser Zeit mehr und mehr in Richtung einer sowohl schulgestalterischen als auch internationalen Tätigkeit. Als langjähriges Mitglied der Schulleitung an der Freien Waldorfschule Kassel und der Aufgabe als Delegierte unserer Schule begleite ich aktiv die Prozesse auf den Delegiertentagungen und Mitgliederversammlungen des BdFWS.

Für die Aufgaben als Vorstandskandidatin sehe ich mich durch meine Berufserfahrung im strategischen und planerischen Bereich sowie in der dazugehörigen Umsetzung als Kommunikatorin, Prozessbegleiterin und Netzwerkerin vorbereitet. Innerhalb der allgemeinen Aufgaben des Vorstands interessiere ich mich besonders für die Gestaltung der Delegiertentagungen und Mitgliederversammlungen, für die Mitarbeit am Transformationsprozess und die Mitarbeit im Haager Kreis sowie für die Begleitung von Schulen und Schulgründungen. Für eine Mitarbeit im Vorstand ist es mein dringender Anspruch, der Waldorfpädagogik im Kern weiterhin einen Schutzraum zu geben, damit notwendige Transformationsprozesse erarbeitet und umgesetzt werden können. Es ist mir ein Herzensanliegen, für eine sich wandelnde Gesellschaft der Vielfalt und Internationalität einzustehen. 

Hans-Georg Hutzel (*1963)
 

Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter, die in Berlin die Waldorfschule besucht haben. An der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg studierte ich Lehramt, war nach dem Zivildienst an einer Förderschule im Ausland und studierte Politologie an der Freien Universität Berlin und in Witten-Annen die Fächer Arbeit, Recht, Verwaltung, Sozialkunst. An der Freien Waldorfschule Kreuzberg war ich 14 Jahre lang Geschäftsführer und Lehrer, im Anschluss auch an der neuen berufsbildenden Emil Molt Akademie. 

Mein Antrieb ist es, Waldorfpädagogik in verständlicher Weise sichtbar, vernünftig besprechbar, wirksam und erlebbar zu machen. Das konnte ich von 2018 bis 2025 im Bereich der Lehrer:innen-Bildung tun. Im Rahmen der Vorstandsarbeit bin ich neben der Lehrer:innenbildung für die Arbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Freie Schulen, für den Verlag Freies Geistesleben/Urachhaus und in der Transformationsgruppe aktiv.

Seit Mitte 2025 arbeite ich in verschiedenen – teils stiftungsfinanzierten – Projekten für den BdFWS. Meine Themenfelder: Politisches Netzwerken, Arbeit mit Studierenden an verschiedenen Ausbildungen und Demokratiekultur in Schulen. Politiker:innen und Parteien gegenüber, in Kooperationen mit anderen Verbänden möchte ich die Anliegen der Waldorfpädagogik sichtbar machen. Aktuelle Beispiele sind Bürgerrat Bildung und Lernen und das Bündnis Zusammen für Demokratie. Ich bin überzeugt: Die Waldorfschulbewegung sollte sich im Innern transformieren und wir dürfen uns zugleich nach außen selbstbewusst darstellen und in den Diskurs einbringen. Dafür will ich mich einsetzen. 

Sophia Klipstein (*1978)
 

Seit 2012 bin ich Lehrerin an der Steiner-Schule Hamburg-Bergstedt, in Schulentwicklung, Konferenz- und Schulleitung sowie als geschäftsführender Vorstand aktiv. Schul- und Berufsbildung: Waldorfschule Bochum-Langendreer, Gymnasium Lüneburg; Lehre Mediengestaltung, Diplom Kommunikationsdesign; Redakteurin bei Gruner&Jahr; Ausbildung zur Kunst- und Klassenlehrerin, Diplom Waldorfpädagogik, Weiterbildung Sexualpädagogik. Weitere Tätigkeiten: Schutzkonzept, Autorin «Beziehungskunst», Gründung des sexualpädagogischen Kollektivs LeeLuv. Beschäftigung neben Anthroposophie mit Lewis Deep Democracy, kollegialer Führung, Organisationsentwicklung, feministischer Literatur und tiefenökologischer Transformation. 

Ich verfolge die Entwicklung des Bundesvorstandes mit Wertschätzung und Respekt. Als Vorständin möchte ich die zuverlässige Arbeit des BdfWS aufrechterhalten. Ich sehe drei Handlungsfelder im Spannungsfeld von Gemeinschaft und Individualität: In der Pädagogik: Beziehungsfähigkeit als Alleinstellungsmerkmal und Antworten auf KI und Klimakrise fördern. In der Selbstverwaltung: Führungsmodelle und Organisationsentwicklung aktiv bearbeiten, um Schulen zu unterstützen. Als größte freie Schulbewegung dürfen wir souverän auftreten und stärker mit anderen pädagogischen Bewegungen kooperieren. Auf allen Ebenen – pädagogisch, strukturell, institutionell – sollten wir Resilienz, Liebesfähigkeit und den Mut zur Tat pflegen. 

Susanne Piwecki  (*1963)
 

Seit meiner Geburt ist Mannheim mein Lebensmittelpunkt. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete ich im Controlling beim «Mannheimer Morgen». Durch die Waldorfschule meiner drei Kinder und seit einem Kurs über Waldorfpädagogik begeisterte ich mich für Anthroposophie und diese besondere Pädagogik. 

Als 2003 die Freie Interkulturelle Waldorfschule in Mannheim gegründet wurde, übernahm ich dort die Geschäftsführung. Seit Januar 2023 bin ich zusätzlich Mitglied des Bundesvorstandes. Ich leite die Arbeitskreise «Waldorf am ganzen Tag» sowie «Interkulturalität und Diversität», bin Mitglied der Steuerungsgruppe im Transformationsprozess sowie im Kuratorium der Waldorfstiftung. An der Arbeit im Bundesvorstand schätze ich, dass wir uns konzentriert und strukturiert, mit Herzblut und Engagement für 90.000 Schüler:innen und ihre Familien starkmachen. 

Waldorfschulen müssen ihre Pädagogik weiterentwickeln, auch Anthroposophie ist nichts Starres, sondern muss stetig neu gedacht werden. Ich bin überzeugt, dass wir den Kern der Waldorfpädagogik bewahren müssen: das Menschenbild, die Bedeutung von Kunst und Handwerk sowie die spirituelle Grundlage. Gleichzeitig sollen wir aber Haltungen und Strukturen mutig weiterentwickeln. So setze ich mich auch für eine soziale und kulturelle Öffnung unserer Schulen ein, denn Herkunft und finanzielle Möglichkeiten dürfen nicht darüber entscheiden, wer eine Waldorfschule besucht. 

Stephanie Sell (*1971)
 

In München geboren, habe ich dort auch meine Waldorfschulzeit durchlaufen. In den 90er Jahren studierte ich Sport und Geschichte und absolvierte in München meine Ausbildung zur Waldorflehrerin. Seit 2003 arbeite ich in Augsburg als Klassenlehrerin und übernahm dort in der Schulführung und als Vorständin Verantwortung. Dabei habe ich Schulentwicklungsprozesse gestaltet und sammelte Erfahrung bei der Bearbeitung personeller, finanzieller und rechtlicher Fragen im Trägerverein. Seit zwei Jahren bin ich im Vorstand des BdFWS tätig, wo mir diese Erfahrungen sehr nützlich sind.

Die Arbeit im Vorstand erfüllt mich mit Freude und Respekt. Ich sehe die deutsche Waldorfschulbewegung vor großen Herausforderungen stehen und fühle die Verantwortung des Vorstandes, diese Herausforderungen zu benennen und gemeinsam mit der Schulgemeinschaft Wege zu finden, ihnen zu begegnen. So bin ich engagierter Teil des Teams, das vor einem Jahr einen Transformationsprozess auf den Weg gebracht hat. Inzwischen haben wir sechs große Themengebiete herausgearbeitet und präsentiert, in denen Entwicklungsaufgaben anstehen. Zu einigen Aspekten haben wir bereits Projektgruppen installiert, die Lösungsansätze erarbeiten. Sehr gerne möchte ich eine weitere Amtszeit daran mitwirken und mein Augenmerk vor allem darauf richten, dass die wesentlichen Kernanliegen der Waldorfpädagogik von Innovation nicht verdrängt, sondern durchdrungen werden. 

Erasmus Spitta (*1965)
 

Seit 2005 unterrichte ich in der Oberstufe Mathematik, Geografie und Physik. Meine Stationen waren Windhoek (Namibia, 6 Jahre), Stuttgart (3 Jahre), Kleinmachnow (2 Jahre als Klassenlehrer) und Berlin (seit 2016 am Prenzlauer Berg). Mein Anliegen als Lehrer ist es, Jugendlichen dabei zu helfen, ihrem eigenen Denken und ihrer Initiativkraft zunehmend vertrauen zu können.

Seit 2019 bin ich Delegierter des Kollegiums und wurde 2024 von der LAG Berlin Brandenburg in die Bundeskonferenz entsandt. Als Vorstandskandidat will ich dazu beitragen, dass die Waldorfpädagogik in den Erziehungswissenschaften eine hörbare und geschätzte Stimme bekommt. Dazu gehören die Förderung von Forschung und Kommunikation sowie organisatorische Entwicklungsprozesse, die die Vorteile und Stärken unserer horizontalen Organisationsstruktur besser wirksam werden lassen. Die Arbeit der Einrichtungen an und mit ihren pädagogischen Idealen gilt es nach Kräften zu fördern und zu unterstützen.

Ich war in Stuttgart Waldorfschüler, Berufsausbildung zum Landwirt, Fernstudium Finanzwirtschaft und Ökonomie, rund 14 Jahre unternehmerische Tätigkeit im Bereich Technologie-Finanzierungen, Studium der Waldorfpädagogik in Kassel und Stuttgart (Dipl. und Examen), vier erwachsene Söhne. 

Florian Stille (*1963)
 

Seit 30 Jahren arbeite ich an der Freien Waldorfschule Kassel als Oberstufenlehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, seit 14 Jahren auch durchgehend als Mitglied des Schulleitungsgremiums. Erweitert wurden die Aufgabenfelder durch meine Tätigkeit als Dozent am Lehrerseminar Kassel, meinem Engagement in der LAG Hessen (beides seit 2005) sowie als verantwortlicher Redakteur des Journal für Waldorfpädagogik seit 2013.

Da ich neben meiner fachwissenschaftlichen und pädagogischen Ausbildung zum Oberstufenlehrer auch gelernter Waldorf-Erzieher mit Berufs-erfahrungen im Kleinkindbereich und Vater von drei erwachsenen Kindern bin, schlägt mein Herz für die Waldorfpädagogik in ihren vielfältigen Erscheinungsformen über die ganze Kindheit und Jugend hin. In meinen Augen steigt die Relevanz dieses Bildungsansatzes mit den rasanten zivilisatorischen Veränderungen, die wir gegenwärtig erleben.

Gerne möchte ich mich im Bundesvorstand einbringen, um die anstehenden Transformationsprozesse zu unterstützen. Die Hauptaufgabe sehe ich darin, den inneren Impuls der Waldorfpädagogik für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Dabei geht es mir um den bisher noch wenig eingelösten Auftrag dieser Pädagogik, Kindern und Jugendlichen aus allen Schichten und gesellschaftlichen Gruppen eine gute Entwicklungsgrundlage zu bieten und damit einen Beitrag zum sozialen Ausgleich zu leisten. 

René Walter (* 1970)


Seit 1991 bin ich in der Gründungsinitiative für die Freie Waldorfschule Greifswald tätig. Aktuell bin ich dort Lehrer für Musik, Deutsch und Religion sowie Geschäftsführer. Seit 2008 bin ich für die LAG Mecklenburg-Vorpommern delegiert in die Bundeskonferenz. Mit 19 Jahren hatte ich das «WendeErlebnis»: Inmitten eines engen Lebenskreises mit grau ummauerten Perspektiven öffnete sich ein Feld, das Freiheit und Demokratie, Mitwirkung und plurale Gestaltung ermöglichte. In dieser Zeit waren die Begegnung mit den Ideen Rudolf Steiners prägende biografische Einschläge, die mich in eine junge Schulgründungsinitiative führten. Meine Beziehung zur Anthroposophie ist über die Jahre auch durch die Begegnung mit Schüler:innen verbindlicher geworden. 

Ich habe mich in der kollegialen Selbstverwaltung auf Schul- und Landesebene engagiert, mich mit Interesse für das Geschäft, Lehrergenehmigungsfragen, Prüfungsordnungen sowie Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Die Freie Waldorfschule ist in meinem Verständnis ein Unternehmen, in dem Innen- und Außenperspektiven gut zusammengeführt werden müssen; folgerichtig fühlen sich Lehrer:innen für alle Belange des Unternehmens verantwortlich. Mit meiner Kandidatur verbinde ich die Hoffnung, in den nächsten Jahren den menschheitlichen Impuls der Waldorfpädagogik zu stärken und dienende Strukturen zeitgemäß weiterzuentwickeln. Im Kanon der schulpädagogischen Vielfalt soll unser originäres Profil am Grundton anthroposophischer Menschenkunde als erweiternder Kontrapunkt erkennbar bleiben.

 

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