Ausgabe 05/24

Wofür aufstehen?

Nina Gretschel


Wofür stehen wir morgens auf? Für die Schule, den Schulabschluss? Für die Arbeit, um Geld zu verdienen? Um erfolgreich, reich oder glücklich zu werden? Welche Ziele verfolgen wir – und was kann uns leiten? Solche Fragen sind im Vorfeld unserer Veranstaltung aufgekommen, im Austausch mit einer Vorbereitungsgruppe bestehend aus 14 Schüler:innen. Über ein halbes Jahr lang haben wir uns regelmäßig getroffen. Aus den Fragen und Anliegen der Gruppe wurden Themen für Vorträge und Workshops. Auch das Essensangebot und die musikalische Begleitung haben wir besprochen und so unsere Veranstaltung unter dem Motto Wofür aufstehen? gemeinsam gestaltet.

Auf der Veranstaltung lernten wir dann von GlücksStifter Dominik Dallwitz, wie Glück zustande kommt. Wir schauten mit Jonas von der Gathen, Mitgründer der Vermittlungsagentur Schindler & von der Gathen, auf seinen Lebensweg ohne Schulabschluss. Christian Sigmund teilte mit uns seine Motivation für die Unternehmensgründung von Wildplastic. Aufstehen, um die Welt von wildem Plastikmüll zu befreien und das Material zu neuen Produkten zu verarbeiten. Auch Dozent Hermann Pohlmann rief ein Unternehmen mit einer persönlichen Mission ins Leben und gründete Teikei Coffee, damit Kaffee fair und auf Augenhöhe gehandelt wird. Nach Hamburg gelangt der Kaffee emissionsfrei per Segelschiff. Nach den Vorträgen waren jeweils die Schüler:innen gefragt – ihre Fragen und Anliegen machten die Veranstaltung lebendig und aktuell. Aufstehen und sprechen – aufstehen und wirken! In 2023 hatte die Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg bereits zum dritten Mal die Oberstufenschüler:innen der Hamburger Waldorfschulen eingeladen. Dass Schüler:innen die Veranstaltung mitgestalteten, war dabei eine Premiere. Musikalische Überraschungsgäste waren Marlo Grosshardt und die Cellistin Rahel Meiller, beide ehemalige Hamburger Waldorfschüler:innen und Empfehlung eines Schülers aus der Vorbereitungsgruppe. Während wir in 2019 den Blick auf Bio-Pioniere und Bio-Landwirtschaft gelegt hatten, kamen wir in 2022 unter dem Motto Wem gehört die Welt? zusammen. In Kooperation mit den Firmen Stockmar und Neuguss, mit denen wir in der Treuhandstelle seit unserer Gründung in enger Verbundenheit stehen, beleuchteten wir gemeinsam neue Eigentumsformen und Partizipation. Inke Kruse, Geschäftsführerin von Stockmar, betont: «Die Gemeinnützige Treuhandstelle ist Stockmar nicht nur räumlich nah. Uns beide verbinden dieselben Impulse und das Bemühen um soziale Wirksamkeit. Dabei entstehen nicht nur enorme Synergien mit Blick auf die Förderung gemeinnütziger und gemeinwohlorientierter Vorhaben. Es entsteht eine Assoziation für Neues Wirtschaften

In der Treuhandstelle Hamburg bringen wir seit über 30 Jahren Menschen mit Vermögen und Menschen mit Initiative zusammen. Wir fördern Projekte und lernen dabei Unternehmen und Initiativen kennen, die neue Formen des Wirtschaftens, Nachhaltigkeit und besonderen sozialen Einsatz in unterschiedlichen Berufsfeldern vorleben. So entstand unser Wunsch, solche Einblicke in zukunftsweisendes Wirtschaften auch mit Schüler:innen zu teilen. Gemeinsam möchten wir Fragen diskutieren, die Orientierung schenken können in Schuljahren, in denen Zukunfts- und Berufsentscheidungen bewegt werden. Die Mitgestaltung der Schüler:innen war uns wichtig, damit unsere Veranstaltung die Anliegen der Teilnehmenden bestmöglich aufgreift.

Derzeit sind wir mit der Planung unserer nächsten Veranstaltung beschäftigt, in Zusammenarbeit mit Schüler:innen sowie in Rücksprache mit Lehrenden und Eltern, die unsere Veranstaltungsreihe stützen. Der Hamburger Elternrat der Waldorfschulen hat unsere Veranstaltung mit den Schüler:innen gelobt. Und eine Schülerin aus der Vorbereitungsgruppe resümierte: „Es war einfach toll zu sehen, wie die Ideen, die man bei der Planung hatte, in der Realität gewirkt haben und was für ein Spaß es war, so viele jugendliche Waldorfschüler:innen zu treffen.»

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