Editorial

Sprechendes Vorbild

Von Mathias Maurer, Mai 2016

Friedrich II. (1194–1250) wollte die Ursprache der Menschheit entdecken. Ihm wird folgendes Experiment zugeschrieben: Er übergab neugeborene Kinder Ammen, die sie stillten und pflegten, aber nicht mit ihnen sprachen. Alle Kinder starben.  [mehr]

Sprache & Entwicklung

Literatur als Pfingstwunder

Mai 2016

Sibylle Lewitscharoff wurde für ihre Romane, Hörspiele und Essays mit einer ganzen Reihe von Literaturpreisen ausgezeichnet. 2011 hielt sie die Frankfurter Poetikvorlesungen, hatte 2013 die Grimm-Professur in Kassel inne, war Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und des Wissenschaftskollegs in Berlin. Wir trafen Sibylle Lewitscharoff in Berlin und sprachen mit ihr über die Wirksamkeit von Sprache, Religion und die Toten. [mehr]

Standpunkt

Mut zum Ungewissen

Von Henning Kullak-Ublick, Mai 2016

»Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug«, schrieb Hilde Domin in ihrem ersten Gedichtband »Nur eine Rose als Stütze«. Wie wunderbar diese Worte in unsere Zeit herüberklingen, eine Zeit, die sich von dem leise herumschleichenden Gift der Angst betäuben zu lassen droht. [mehr]

Serie

Rationalismus und Idealismus Oder: die drei Siebe des Sokrates

Von Mario Betti, Mai 2016

Alle zwölf Weltanschauungen und ihre Variationen sind Ausdruck des Menschen als Gestalter der Weltgeschichte und unterliegen so bestimmten Entwicklungsgesetzen. Insofern gibt es auch eine durch die Jahrhunderte verfolgbare Entfaltung und Wandlung der einzelnen Weltansichten.  [mehr]

Forum

Inklusion im Schafspelz

Von Martin Cuno, Mai 2016

Zu: »Das System muss sich anpassen, nicht die Kinder«. Erziehungskunst Nr. 3/2016 [mehr]

Kolumne

Außer Konkurrenz

Von Henning Köhler, Mai 2016

Was macht Kinder stark? Zu diesem Thema gibt es viele Bücher, darunter eines von Boris Becker, der ja ein enorm starkes Kind gewesen sein muss, wenn man bedenkt, dass er schon mit siebzehn zum Tennis-Weltstar aufstieg.  [mehr]

Frühe Kindheit

Den Wort-Schatz heben

Von Lisbeth Wutte, Mai 2016

Beim Umgang mit kleinen Kindern sollten wir uns unserer Gefühle bewusst sein. Wir sollten fähig sein, Gefühle differenziert zu artikulieren. Wenn wir die Handlungen der Kinder mit beschreibenden statt mit wertenden Worten begleiten, wirkt unser Verhalten friedenstiftend. [mehr]

Aus dem Unterricht

Auf die Haltung kommt es an. Ist Waldorfpädagogik auch ohne Epochen möglich?

Von Thomas Lutze-Rodenbusch, Mai 2016

Zum Geschichtsunterricht der 12. Klasse einer Waldorfschule gehört die große historische Überblicksepoche. Kann man sie auch weglassen und ist dies dann trotzdem noch Waldorfpädagogik? Der Autor, Geschichtslehrer in Krefeld, hat es versucht. Sein Fazit ist positiv. [mehr]

Erziehungskünstler

Leidenschaft für das Theater – ein Leben lang

Von Gabi Schlag, Mai 2016

Der Abend senkt sich auf die zum Theatersaal umfunktionierte Mehrzweckhalle der Waldorfschule Oberberg in Gummersbach bei Köln. Zehn Stunden Proben liegen hinter den Schülern der 12. Klasse, trotzdem: von Erschöpfung keine Spur. Bespielt werden Saal und Bühne: das Bühnenbild eine Mischung aus ranziger Kneipe, Matratzenlager und Versatzstücken bürgerlicher Spießigkeit. Unter ihnen ein großer Mann, schmal, hoch aufgeschossen in Trainingshose und Sweater. Wenn man nicht genau hinschaut, könnte man ihn für einen Schüler halten: den Regisseur, Theaterpädagogen und ehemaligen Waldorfschüler Marcus Lachmann. [mehr]

Waldorf weltweit

Arbeit am Wortgewissen

Von Gabriele Ruhnau, Mai 2016

Seit knapp zehn Jahren arbeiten Lehrer und Sprachgestalter zusammen, um die Wort- und Sprechkultur im pädagogischen Raum zu fördern. [mehr]

Junge Autoren

In Deinem Sehen sehe ich mich

Von Ylva Steinberg, Mai 2016

Vorfreude, aber auch bange Fragen bei Teilnehmern und Organisatoren gleichermaßen: Werden wir gemeinsame Worte für den mächtigen, umfassenden Begriff »Liebe« finden? Wird es ein Wiederkäuen alter Theorien oder ein buntes Treffen »Freier Liebe«? Wird der Raum offen genug sein, um frei über dieses öffentliche wie intime Thema sprechen zu können?  [mehr]

Zeichen der Zeit

Zum Gedächtnis

Mai 2016

30 Jahre liegt sie zurück – die Katastrophe von Tschernobyl. Die ersten Menschen, die ungeschützt den Strahlungskräften ausgesetzt waren, sind tot. Man nannte sie Liquidatoren – die Männer und Frauen, die den giftigen Müll für die Menschheit mit bloßen Händen abtrugen.  [mehr]

Sachbuch

Mit Kindern Sprache leben

Von Peter Lang, Mai 2016

Das Buch von Lisbeth Wutte ist ein wichtiges, ein notwendiges, ein aktuelles Buch. Denn seit Jahrzehnten warnen Pädagogen, Ärzte und Therapeuten vor den Ursachen eines anhaltenden und dramatischen Anstiegs von Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen bei kleinen Kindern.  [mehr]