Kolumne

Postnatale Euthanasie-Kandidaten

Von  Henning Köhler, Juni 2012

1979 erschien das viel diskutierte Buch »Praktische Ethik« des australischen Philosophen und Tierschutzaktivisten Peter Singer. Hans Müller-Wiedemann (†), mein verehrter Lehrer, schrieb mir, dem jungen Heilpädagogen, drei Jahre später einen tief traurigen, aber auch kämpferischen Brief über dieses Pamphlet. Hier sei etwas losgetreten worden, worüber man sich noch wundern werde. Wir müssten mit allen Mitteln des Geistes dagegen angehen. Singer hält es für gerechtfertigt, schwer behinderte oder unheilbar kranke Kleinkinder zu töten, weil es seiner Meinung nach barmherzig ist, ein absehbar qualvolles Leben im Keim zu ersticken. Außerdem seien viele Eltern hoffnungslos überfordert mit solchen Kindern. Schließlich entstünden der Solidargemeinschaft... [mehr]

Kolumne

Soziales Verhalten kann man nicht antrainieren

Von  Henning Köhler, Mai 2012

Plädiert man für freiheitliche Erziehung, löst dies heute bei vielen Menschen eine seltsame Ja-aber-Hektik aus.  [mehr]

Kolumne

Korrekte Kindesmisshandlung anno 2012

Von  Henning Köhler, April 2012

Ein zehnjähriges Mädchen – nennen wir es Klara – entwickelt ohne fassbaren Grund plötzlich Schulangst. Der auf Anraten des Klassenlehrers eingeschaltete Therapeut hat zunächst Erfolg. Doch Klaras Angst kehrt zurück. Die Schulleitung beginnt jetzt zu drohen. Der Therapeut verschreibt ein Medikament. Es hilft auf Anhieb. [mehr]

Kolumne

Arme Kinder

Von  Henning Köhler, März 2012

In Deutschland leben immer mehr Kinder in Armut. Die Zahlenangaben schwanken. Nimmt man einen Mittelwert, sind es etwa 2,4 von 13,6 Millionen. Als arm gilt, wer unter die Grenze von 60 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Pro-Kopf-Einkommens rutscht, also weniger als 870 Euro zur Verfügung hat. Die betroffenen Kinder müssen nach ungefähren Berechnungen mit rund 200 Euro im Monat auskommen. Das bringt niemanden um, genügt aber, wie die UNICEF in ihrem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland feststellte, um soziale Ausgrenzung, Ausschluss von kultureller Teilhabe und Bildungsbenachteiligung nach sich zu ziehen. Bemängelt wurde auch die armutsbedingte Zunahme chronischer Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten. Für Hartz-IV-Empfänger liegt... [mehr]

Kolumne

Eisige Normalität

Von  Henning Köhler, Februar 2012

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Unterernährung. Drei Millionen Kinder jährlich verhungern vor ihrem fünften Geburtstag. Zu 90 Prozent resultieren diese Todesfälle nicht aus akuter Hungersnot, sondern aus chronischem Hunger, der vermeidbar wäre. [mehr]

Kolumne

Pillen, die das Kind verändern

Von  Henning Köhler, Januar 2012

Die Schweizer Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE) veröffentlichte Ende letzten Jahres eine Stellungnahme mit dem Titel: »Über die ›Verbesserung‹ des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen.« Das Skandalon der ausufernden Verschreibungspraxis von Substanzen wie Ritalin oder Concerta an Kinder mit ADHS-Diagnose wird ausführlich thematisiert. [mehr]

Kolumne

Über die Freiheit (2). Hochaktives Nichts-Bestimmtes-Tun

Von  Henning Köhler, Dezember 2011

Es ist ein Fehler zu glauben, Freiheit könne im kindlichen Menschen heranreifen, ohne dass dieser von Beginn an reichlich Gelegenheit erhielte, sich ihrer tätig zu vergewissern. Man kann die Freiheitsfrage nicht vertagen, nach dem Motto: Erst mit 21 Jahren wird das Ich geboren, erst mit 14 Jahren können die entsprechenden Geburtshilfebemühungen beginnen, vorher sind Kinder noch nicht in der Lage, mit Freiheit umzugehen, denn Freiheit ist ein Privileg des mündigen Menschen. Hier liegt ein Missverständnis vor. Das Ich ist von Beginn an die entwicklungsleitende Instanz, lange vor der Beendigung seiner ›Basisarbeit‹ an den sogenannten Hüllen. Gerade um diese Arbeit in der rechten Art vollbringen zu können, braucht es viel Freiheit. Von Anfang an. Die... [mehr]

Kolumne

Über die Freiheit (1)

Von  Henning Köhler, November 2011

»Freiheit ist ein kostbares Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet« (Carl Friedrich v. Weizsäcker). Ich würde es noch schärfer formulieren: Freiheit ist ein kostbares Gut, das durch Gebrauch erst entsteht. Sie bedarf der tätigen Bewahrheitung. –  [mehr]

Kolumne

Der Mensch kommt aus der Zukunft

Von  Henning Köhler, Oktober 2011

»Woher kommt es, dass so viele Menschen von der nicht nachlassenden psychologischen Wirkung der frühen Lebensjahre ausgehen?«, wundert sich der Entwicklungs­psychologe Jerome Kagan. »Die Ereignisse in den ersten Lebensjahren bringen das Kleinkind auf einen bestimmten Weg, doch es ist ein Weg mit einer außerordentlich großen Zahl von Abzweigungen und Kreuzungen. Manchmal genügt ein einzelnes Ereignis, um eine dramatische Wendung herbeizuführen.« [mehr]

Kolumne

Dankbarkeit

Von  Henning Köhler, September 2011

Erwachsene, die von Kindern Dankbarkeit erwarten und Fehlverhalten als Undankbarkeit deuten, stellen die Wirklichkeit auf den Kopf, meinte Janusz Korczak. Denn seiner Ansicht nach schulden wir den Kindern Dankbarkeit. Mit anderen Worten: Sie geben uns mehr als wir ihnen. Wer das nicht versteht, so Korczak, »kann kein Erzieher sein.« Wir schulden den Kindern Dankbarkeit, weil sie uns mit dem Gold ihres Vertrauens überschütten. Jede pädagogische Beziehung, die den Namen verdient, beginnt damit, dass ein Kind sein bedingungsloses Vertrauen in sie hinein schenkt. Der Erwachsene erfährt dadurch eine große Auszeichnung. Dieses Geschenk müsste ihn nachgerade beschämen. Gehen wir treuhänderisch mit diesem »Kapital« um! Veruntreuung beginnt lange vor... [mehr]

Treffer ###SPAN_BEGIN###%s bis %s von ###SPAN_BEGIN###%s