Standpunkt

Macht, was ihr wollt

Von Henning Kullak-Ublick, Februar 2012

Warum gibt es eigentlich die Waldorfschule? Also nicht speziell Ihre Schule, sondern ganz allgemein die Waldorfschule? Warum erlebt diese Schulform 93 Jahre nach ihrer Erfindung einen weltweiten Gründungsboom, der angesichts der manchmal extrem schwierigen Bedingungen, unter denen Waldorfschulen in vielen Ländern der Erde arbeiten müssen, kaum zu verstehen ist? Die Antwort ist vielschichtig. Ich beschränke mich auf einen Kernsatz ihrer Pädagogik: Erziehung ist immer Selbsterziehung. Dieser unscheinbare Satz stellt eine radikale Kampfansage an alle Versuche dar, den Menschen auf ein Ziel hin zu erziehen, das nicht in seinem eigenen Wesen, sondern in wirtschaftlichen, politischen, religiösen oder anderen weltanschaulichen Zwecken begründet ist. Die... [mehr]

Forum

Methodisch mangelhaft: Bertelsmanns Bildungsatlas

Von Heiner Barz, Februar 2012

Großartig, dieser neue bundesdeutsche Lernatlas von Bertelsmann. Für jede Stadt, für jeden Landkreis gibt es jetzt ein »Lernprofil«. Landauf, landab haben Schuldezernenten und Bildungsreferenten dieser Tage nur noch ein Thema. Entweder sie reiben sich die Hände: »Spitzengruppe« – alles richtig gemacht. Oder sie sind im Erklärungsnotstand: Warum steht unser Kreis ganz hinten? Jetzt wissen wir also genau, wo wir stehen in Sachen Bildung. Sollte man meinen. Denkste!  [mehr]

Forum

Zerrbild

Von Albrecht Hüttig, Februar 2012

Albrecht Hüttig zu Lorenzo Ravaglis Beitrag »Die sanfte Revolution«, in: Erziehungskunst, Dezember 2011. [mehr]

Kolumne

Eisige Normalität

Von Henning Köhler, Februar 2012

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Unterernährung. Drei Millionen Kinder jährlich verhungern vor ihrem fünften Geburtstag. Zu 90 Prozent resultieren diese Todesfälle nicht aus akuter Hungersnot, sondern aus chronischem Hunger, der vermeidbar wäre. [mehr]

Serie

Der Tastsinn: Der Wille in der Wahrnehmung

Von Peter Loebell, Februar 2012

Auf die Schürze an der Rückseite des Auto-Beifahrersitzes sind sechs unterschiedlich große Taschen aufgenäht. Für eine längere Fahrt bewahren die Kinder dort gerne ihr Spielzeug und ihren «Proviant« auf. Allein unterwegs, greife ich während einer Pause in eine der Taschen und spüre etwas Feuchtes, Kühles in meiner Hand. Es fühlt sich außen matschig und nachgiebig an, scheint aber in der Mitte fester zu sein. Ich bin unangenehm berührt, leichter Ekel steigt in mir auf. Als ich den unbekannten Gegenstand ans Licht befördere, erkenne ich den abgenagten Rest eines weitgehend verzehrten Apfels. Nach verlässlichen Berechnungen muss er dort seit etwa sechs Wochen gelegen haben. Nur selten haben wir die Gelegenheit einer reinen Sinneserfahrung, weil das... [mehr]

Leserbriefe

Problem nicht erfasst

Von Anne Kastner, Januar 2012

Leserbrief zum Heft 1 / 2012 [mehr]

Standpunkt

Auf die Dörfer, fertig, los …

Von Henning Kullak-Ublick, Januar 2012

»Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen«, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Was aber ist, wenn es gar keine richtigen Dörfer – mit Bauer, Bäcker, Schmied, Schuster, Tischler, Zimmermann, Pfarrer und Dorfpolizisten – mehr gibt, für die allermeisten Kinder jedenfalls? Wer erzieht sie dann? »Es braucht eine ganze Stadt, um ein Kind zu erziehen«, hinterlässt eine Gänsehaut, signalisiert Anonymität statt Geborgenheit. Und trotzdem stimmt auch dieser Satz, denn weltweit wächst die Mehrzahl aller Kinder in Städten auf. Wir brauchen also Dörfer in den Städten, viele Dörfer für viele Kinder! Aber es gibt Unterschiede, die bleiben: In einem Dorf leben die Generationen nach alten und respektierten Traditionen zusammen, ihre Bewohner gehen mit... [mehr]

Forum

Alles wieder gut!

Von Uwe Buermann, Januar 2012

Kommentar zu den Social Media Richtlinien des Bundes der Freien Waldorfschulen [mehr]

Leserbriefe

»Hirnforschung bestätigt Waldorfpädagogik« – tut sie das wirklich?

Von Thomas Marti, Januar 2012

Leserbrief zu der Buchbesprechung »Der Lehrer ist entscheidend fürs Lernen« in Erziehungskunst, Oktober 2011 [mehr]

Kolumne

Pillen, die das Kind verändern

Von Henning Köhler, Januar 2012

Die Schweizer Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE) veröffentlichte Ende letzten Jahres eine Stellungnahme mit dem Titel: »Über die ›Verbesserung‹ des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen.« Das Skandalon der ausufernden Verschreibungspraxis von Substanzen wie Ritalin oder Concerta an Kinder mit ADHS-Diagnose wird ausführlich thematisiert. [mehr]

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