Familien-Stressmanagement

Von Birgit Krohmer, Juli 2022

Wer hat denn die Nerven, auch noch ein Buch über Stressmanagement in Familien zu lesen? Ich kann Sie nur dazu ermuntern!

Schon die Einleitung zeugt von der umfänglichen Praxiserfahrung der Autorin, und so lässt sich das ganze Buch durch die Lebendigkeit und die unverblümte Ehrlichkeit stressfrei, ja sogar mit Vergnügen lesen. Zumindest wenn man über sich selbst schmunzeln kann. Sie können fast auf jeder Seite in der Marginalie oder angeregt durch eine Überschrift zu lesen beginnen. Oder Sie entdecken etwas auf einer der Frageseiten – von der individuellen Stressanalyse zur Veränderungsmotivation, gefolgt von drei mal drei Fragen zum Stressmanagement.

Schon der Klappentext enthält eine anwendbare Regel zur Lebenserleichterung: »Augenblick mal« = Innehalten, raus aus dem Reiz-Reaktionsmodus – das kann bereits für sich stehen.

Dass Beziehung immer auch Arbeit und Familie nicht per se der Ort der Erholung ist, macht aufmerksam auf eine falsche, meist tief unbewusste Erwartung. Die Verantwortung für das Stressmanagement liegt bei den Erwachsenen. Sie prägen über das Vorbild auch den Umgang der Kinder mit Stress. Das könnte erschlagend wirken, wenn da nicht die freundlichen Einladungen wären, wie: »Ich muss gar nichts …, aber vielleicht will ich!« oder »Juchuh – ich spiele keine Rolle mehr«

Der Duktus des gesamten Buches ist unterstützend, nie moralisierend.

Der Band enthält ausdrucksvolle schwarz-weiß Fotos einer Familie mit sechs Kindern, die teilweise den Text stimmig ergänzen.

Kirsten Schreiber: Familien-Stressmanagement. Ein Hand- und Bilderbuch für den Alltag, 208 Seiten, kart., 14,99 Euro, Tredition Verlag, Hamburg 2021.

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