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Zwölf Tage singen – ein Leben lang erinnern

Lina Goldbach
Foto: Lena Engel

«Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, in dem ich verstand, welche Bedeutung Cantare für mich hat. Das war, als wir den Schlusston bei unserem letzten Konzert spielten. Nicht nur, weil ein wunderbares Stück zu Ende ging, das nur durch jeden einzelnen von uns so großartig wurde. Auch, weil eine Zeit zu Ende ging, in der eine Gemeinschaft entstand und wundervolle Erinnerungen entstanden sind, die man nie mehr missen will.» so Josephine eine Teilnehmerin.

Cantare ist mehr als Musik – Neue Menschen treffen, Freundschaften schließen, Gemeinschaft erleben.

2010 entstand die Idee von Schüler:innen, ein Chorprojekt für alle, die Spaß an Musik haben, zu veranstalten. Mit den großen Werken der Musikgeschichte schafft es Cantare seitdem junge Menschen für klassische Musik zu begeistern.

Die Probenphase wird von den Dirigentinnen Salome Niedecken und Elisabeth Tzschentke geleitet. Stück für Stück wird jedes Werk erobert und in zwei Konzerten präsentiert. Abends gibt es Workshops rund um das Thema Musik. «Ein Highlight ist der Workshop zum Obertongesang, bei dem man richtig lernt, sich in den Klang hineinzuhören» sagt Clara, Teilnehmerin bei Cantare.

Das besondere an Cantare ist, dass junge Menschen das Projekt für junge Menschen konzipieren. Alles, was sie sich für ein Chorprojekt wünschen, versuchen sie umzusetzen. So ist Cantare zu dem geworden, was es jetzt ist: Junge Dirigierende musizieren auf Augenhöhe mit den Singenden. Schüler, Schülerinnen und Studierende aus ganz Deutschland sind eingeladen. Alle können sich mit ihren Ideen in die Tagung einbringen. Denn jeder Mensch kann etwas in der Gesellschaft bewirken, das sollen die Teilnehmenden hier erleben.

Daneben spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle auf der Tagung. Das Anreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird unterstützt. Auch die Verpflegung ist ökologisch und auf Lebensmittel aus der Region abgestimmt. Und nachhaltig soll das Projekt für die Teilnehmenden sein: Zwölf Tage singen, ein Leben lang erinnern!

«Jedes Jahr wieder freue ich mich auf diesen wunderschönen Moment, wenn der letzte Ton des Konzerts verklingt und es kurz ganz still ist, bevor der Applaus einsetzt. Denn in diesem Moment bin ich unglaublich stolz, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Cantare – Musik verbindet!» erinnert sich Lina an ihre Jahre als Teilnehmerin und Organisatorin.

In diesem Jahr wird das Requiem von Gabriel Fauré zwischen 27. März. und 7. April in Heidelberg gesungen. Zum Mitmachen sind alle jungen Menschen zwischen 16 und 28 Jahren eingeladen, es sind keine Vorerfahrungen nötig. Infos und Anmeldung gibt es auf cantare-projekt.de.

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