Frühe Kindheit • Sommer 2019


»Sankt Johannis die Sonne wend’t«

Endlich ist er da, der Sommer. Lange haben wir auf ihn gewartet, ihn regelrecht mit jeder neuen Blume und Blüte herbeigeschaut. Kein Hemd, kein Pullover, keine Jacke müssen nun umständlich angezogen werden, keine Stiefel geschnürt – wir können einfach so in den kühlen Morgen hinauslaufen mit der Gewissheit, dass es warm wird. Der Boden ist noch leicht feucht, Tautropfen glitzern auf den Blättern des Frauenmantels, die wie kleine Schalen nur für sie geschaffen scheinen. Lilien und Rosen verströmen zart ihren Duft, der mit steigender Sonne immer stärker wird. Dann sind auch die Bienen zu hören, die zu Tausenden in den großen Linden summen und hoch oben schießen die Schwalben wieder durch die Luft mit durchdringenden hohen Schreien. Ja, von der Haarspitze bis in die Fußzehen können wir den Sommer fühlen – ein herrliches Gefühl für Klein und Groß.

Ganz sind wir in den großen Ausatmungsprozess der Erde eingebunden, mit allen Sinnen werden wir nach außen gezogen, sind der Natur und dem Kosmos zugewandt. Die Sonne hat zur Zeit der Sommersonnenwende ihren höchsten Stand erreicht, der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres. Diesem Tag steht im Jahreslauf die Wintersonnenwende gegenüber. Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag im Jahr. Der Mensch ist nun ganz nach innen gewendet. In vorchristlicher Zeit wurden beide Tage mit einem hohen Fest begangen, in denen das Feuer und das Licht als äußeres und inneres Licht symbolisch entzündet werden konnten. Führt die Sommersonnenwende den Menschen von seinem Weit-draußen-Sein wieder allmählich über den Herbst nach innen zu seinem ureigenen Mittelpunkt, so die Wintersonnenwende über den Frühling nach außen in das kosmische Geschehen. In christlicher Zeit sind diese beiden großen Feste mit der Geburt des Johannes des Täufers und der Geburt Jesus verschmolzen. Johannes ist derjenige, der Christus voranging, der ihn vor­bereitete. Feiern wir das Johannifest, so bereiten wir innerlich das Weihnachtsfest vor – Sommer, Sonne und Licht können in den Winter getragen werden.


Inhalt • Sommer 2019

Thema: Licht und Sonne

  • Till Reckert: Sonnenlicht: Regelmäßig, aber mäßig
  • Ulrike Wendt: Welches Licht ist gut für mich und mein Kind?

Mensch & Initiative 

  • Zwei Frauen sind Conclusio. Im Gespräch mit Veronika Schmock und Doreen Freund

Mit Kindern leben

  • Béanchialem Constantin: »Matschparade« oder ein Fest für die Sinne
  • Marie-Luise Compani: Übergänge in der frühen Kindheit

Leicht gemacht 

  • Gabriele Pohl: Wachstumsschmerzen

Kindergartenpraxis 

  • Erziehungspartnerschaft – eine Illusion? Im Gespräch mit Anita Sonntag und Irina Baumgärtner-Schweizer

Blick in die Welt

  • Bahar Naderi: Waldorfinitiative in Isfahan – der lange Weg zur Gründung 

Dialog

  • Braucht Schule Kindergarten? Im Gespräch mit Hildegard Blümmel, Birgit Krohmer und René Madeleyn

Kolumne | Müllers Meinung

  • Birte Müller: Handtaschendemenz

Die Zeitschrift »Erziehungskunst – Frühe Kindheit« wird von der Vereinigung der Waldorfkindergärten in Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen herausgegeben.


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