Frühe Kindheit • Winter 2018


Das Paradies noch nah

Kinder sind uns weit voraus. Ihr Zugang zur Welt ist leicht, unbeschwert und unmittelbar. Sie leben im Hier und Jetzt, sie sind eins mit dem, was sie umgibt und mit dem, was sie tun. Erst später kommen Eigensein und Fremdsein und damit die Abgrenzung gegenüber allem, was nicht Ich ist, hinzu. Dieser Zustand des Einsseins mit den Dingen, der Natur, den Menschen – man könnte ihn auch als einen Nachklang des paradiesischen Lebens verstehen – ist den kleinen Kindern geschenkt. Sie sind noch auf der »Innenseite der Wirklichkeit« (Hilde Domin), immerzu und selbstverständlich. Uns ist diese andere Seite verloren gegangen, meist wissen wir noch nicht einmal mehr davon. Und wenn, müssen wir mühsam lernen, wieder mit den »Herzensaugen« zu schauen, wie ein Kind einmal ganz unbekümmert dem älteren Geschwister erklärte, das daran zweifelte, wie das mit dem Sehen von Schutzengeln sei.

In diesem Sinne sind Kinder von sich aus religiös, ihr Weltverhältnis ist ein religiös gestimmtes, sie tragen Religion in sich und ihr ganzes Sein und Handeln ist noch Ausdruck des Übersinnlichen und Höheren. Das kann sich ganz unterschiedlich äußern. Es kann im versunkenen Spiel sichtbar werden, in ausdruckstarken archaischen Zeichnungen, in wunderbaren Wortgebilden wie »Lalch« für Wasser oder gar in erzählten Geschichten über den eigenen lichtgoldenen Engel, der das Bett am Morgen vom Himmel auf die Erde wieder an seinen Platz im Zimmer stellt.

Kinder sind Poeten des Alltags – sie verstehen es, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Eigentlich müssen wir nur innehalten in unserem Rauschen durch die Zeit und auf sie lauschen und ihnen Raum dafür geben. Gerade in der Weihnachtszeit, die laut und schrill daher kommt, voll mit Terminen und Notwendigkeiten, Besorgungen und all dem, was unbedingt dazu gehört, wäre es einen Versuch wert, wieder auf die »Innenseite der Wirklichkeit« zu kommen, mit den Kindern. Vielleicht können wir dann auch wieder sehen lernen, was uns sonst verborgen ist – wenigstens einen Hauch, eine Ahnung davon erhaschen.


Inhalt • Winter 2018

Thema: Religion

  • Frank Hörtreiter: Von der großen Frömmigkeit kleiner Menschen
  • Michaela Glöckler: Kinder lieben Engel

Mensch & Initiative

  • Michael Wetenkamp: Getragen von einem höheren Bewusstsein.
  • Wolfgang Saßmannshausen – ein Anwalt der Kinder

Mit Kindern leben

  • Corinna Boettger: Wenn es kälter wird
  • Alexandra Handwerk: Beten mit Kindern

Leicht gemacht

  • Käthe Bleicher: Du schaffst das! Warum es so wichtig ist, dass wir unsere Kinder positiv bestärken

Kindergartenpraxis

  • Hanne Huber: Plastizieren mit Bienenwachs

Blick in die Welt

  • Elisabeth Rybak: Ein »Opy« im Kindergarten

Dialog

  • Christoph Handwerk: Schenken und Empfangen
  • Anne-Kathrin Hantel: Von der Verpackung zum Kern

Kolumne | Müllers Meinung

  • Birte Müller: Furcht vor »Frau«

Die Zeitschrift »Erziehungskunst – Frühe Kindheit« wird von der Vereinigung der Waldorfkindergärten in Zusammenarbeit mit dem Bund der Freien Waldorfschulen herausgegeben.


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