Neuseeland: Aufenthaltsgenehmigung für Religionslehrerin verweigert

Von Vee Noble, Juli 2013

Die Anforderungen der Einwanderungsbehörde zu erfüllen, ist in Neuseeland für potentielle Waldorflehrer und andere Mitarbeiter anthroposophischer Einrichtungen oft nicht einfach. Andrea Tomanek ist so ein Fall, ihr Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung in der neulich erst eingeführten Kategorie »Religionsmitarbeiter« wurde abgelehnt.

Andrea Tomanek

So wie es aussieht, hat die Einwanderungsbehörde ihre Vollzeittätigkeit als Gemeindehelferin in der Christengemeinschaft in Auckland nicht als ausreichend erachtet, um sie in diese Kategorie einzustufen.

Andrea Tomanek hat das Priesterseminar der Christengemeinschaft in Stuttgart absolviert und eine Ausbildung zum Waldorflehrer gemacht. Trotzdem reicht ihre Qualifikation nicht, um in Neuseeland als Lehrerin anerkannt zu werden. Sie darf nur in einem begrenzten Rahmen an Schulen eingesetzt werden.

Sie ist ein aktives Mitglied der Christengemeinschaft und unterrichtet an einer der Waldorfschulen der Stadt. Ihre Arbeit in der Gemeinde besteht in religiöser Erziehung, Gesprächen, Arbeit mit Jugend- und Kindergruppen. Sie hält auch Konfirmandenunterricht ab und leitet Ferienkurse. Dreimal in der Woche unterrichtet sie das Fach Religion in den Klassen 1-6 der Michael Park School. Samstags ist sie auch im Religionsunterricht an der anderen Waldorfschule in Auckland, der Titirangi Rudolf Steiner School, tätig.

Hartmut Borries, der Priester der Christengemeinschaft in Auckland, sieht Andrea Tomanek als wichtige Mitarbeiterin im kirchlichen Leben seiner Gemeinde, die nicht ersetzt werden könne, falls sie Neuseeland verlassen muss. 180 Schüler der Rudolf Steiner Schule in Auckland wären ohne Religionslehrer.

Die Sprecherin der Einwanderungsbehörde, Rachel Purdom, begründete die Ablehnung damit, dass Frau Tomareks Tätigkeit als Gemeindehelferin zu weiten Teilen unterstützende Arbeiten umfasse. Visa für Religionsmitarbeiter wurden 2011 eingeführt, aber die religiöse Arbeit muss eine eigenständige und hauptamtliche Tätigkeit des Bewerbers sein. Gegen den Bescheid wurde Widerspruch eingelegt und 80 Briefe von Gemeindemitgliedern beigefügt. Es kann ein Jahr dauern, bis das Gericht entscheidet. Falls die Entscheidung der Ausländerbehörde bestätigt wird, muss sie Neuseeland zusammen mit ihrem Sohn verlassen.

Quelle: nna/vn/ung

Alle Nachrichten in dieser Kategorie

Erste zweisprachige Waldorfschule des Burgenlands eröffnet

Schule am Demeter-Bauernhof. Von Anfang an zweisprachig und grenzüberschreitend. [mehr]

Neuseeland: Aufenthaltsgenehmigung für Religionslehrerin verweigert

Die Anforderungen der Einwanderungsbehörde zu erfüllen, ist in Neuseeland für potentielle Waldorflehrer und andere Mitarbeiter anthroposophischer... [mehr]

Wien: Montessori und Waldorf führen gemeinsam zur Hochschulreife

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit ist es nun fix: In Wien kooperieren Waldorf und Montessori. Kinder werden mit dem »International Baccalaureate... [mehr]

»Freunde der Erziehungskunst«: Letzter Einsatz im Gaza-Streifen

Am 2. Februar bricht ein notfallpädagogisches Team der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. zum vorerst letzten zweiwöchigen Einsatz in... [mehr]

anthromedia.net in neuem Gewand

Pünktlich zum angekündigten Termin präsentiert sich anthromedia.net mit einem neuen Erscheinungsbild als umfangreiche und zuverlässige... [mehr]

Salzburg: Herzwerk – Akademie für Entwicklung gegründet

Es gibt ein neues Fortbildungs- und Beratungsinstitut in Salzburg: Herzwerk – Akademie für Entwicklung. Geleitet wird die Akademie von Eva-Maria... [mehr]

Nordamerikanische Waldorfschulen erhalten Preis für ihre Umwelterziehung

Der Bund der nordamerikanischen Waldorfschulen erhält den Preis »Grüne Schule« der Captain Planet Stiftung für herausragende Leistungen in der... [mehr]

Ehemaliger Waldorfschüler gewinnt amerikanischen Buchpreis

William Alexander, ehemaliger Schüler der Kimberton Waldorf School in Pennsylvania, gewinnt mit seiner Erzählung »Goblin Secrets« den nationalen... [mehr]

SEKEM: Ernährung der Welt durch Bio-Landbau ist möglich

Zum internationalen Welternährungstag gibt SEKEM die Unterzeichnung einer Erklärung zur Saatgutfreiheit bekannt. Saatgut ist die Quelle des Lebens... [mehr]

Camphillgemeinschaft in Nordirland gewinnt britischen Preis für erneuerbare Energien

Die Glencraig Camphill Gemeinschaft in Nordirland ist für ihre vorbildhafte Arbeit im Bereich der erneuerbaren Energien mit dem siebten jährlich... [mehr]

Treffer 71 bis 80 von 156

< Vorherige

1

2

3

4

5

6

7

Nächste >

Folgen